KryptowährungenHacks und Streit unter Gründern: Was ist bei IOTA los?

IOTA will sich als Währung im Internet der Dinge durchsetzen Anastasia Dulgier/Unsplash

David Sønstebø und Sergey Ivancheglo werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Sie kennen sich seit Jahren – 2014 gründeten sie zusammen Jinn Labs, aus dem später IOTA hervorging. Das machte sie zu Millionären, führte aber auch zu einem seit langem schwelenden Streit. Und der ist im Februar eskaliert.

Was anfangs nur eine Auseinandersetzung unter Geschäftspartnern war, hat inzwischen größere Auswirkungen. Denn IOTA hat eine große globale Community, in Deutschland sowieso. Hier haben namhafte Unternehmen wie Bosch in Token investiert, mit Volkswagen besteht eine Kooperation. Die Erwartungen sind groß. Aus dem Blockchain-Projekt soll ein ernsthafter Player in der realen Wirtschaft werden: die vorherrschende Währung im Internet der Dinge.

Doch am Fortschritt, an der Reife des Großprojekts mehren sich nun die Zweifel. Da ist zum einen der Streit zwischen den Gründern, der offenbar nicht zu befrieden ist, sondern zunehmend eskaliert – und damit zeigt, dass es bei IOTA ein Führungsproblem gibt. Und da ist seit vergangener Woche ein Hack, der IOTA zwang, das komplette System lahmzulegen – und zeigt, dass es offenbar große technologische Unzulänglichkeiten gibt.

Auf Anfrage nahm die IOTA-Stiftung dazu zunächst nicht Stellung. Nach Veröffentlichung des Artikels betonte ein Vertreter, man habe das System nicht offline nehmen müssen. Vielmehr habe IOTA sich nur dazu entschieden, Transaktionen zu stoppen. „Dazu bestand erstens keine technische Notwendigkeit (dies geschah, um die Nutzer zu schützen) und zweitens sind Datentransaktionen weiterhin problemlos möglich“, hieß es. Zudem gebe es keine „Schwachstelle im Kernprotokoll“, sondern „es wurde ein dritter Zahlungsanbieter (Moonpy) gehackt, welcher in die IOTA-Wallet integriert war“.

Klar ist: IOTA geht durch die schwerste Krise seines Bestehens. Die Frage ist: Gibt es einen Weg hinaus?

Mehr zu den Hintergründen des Gründerstreits und zum Zustand des Projekts lesen Sie heute auf Finance Forward, dem neuen Finanzportal von Capital und OMR. Für den täglichen Newsletter können Sie sich hier anmelden.