GeldanlageSo legt man 50.000 Euro sinnvoll an

Euro-Banknoten
Euro-Banknoten

Mit kleineren Beträgen von vielleicht 50, 100 oder auch 200 Euro, die jeden Monat vom Konto runtergehen und in einen Sparplan oder eine Rentenpolice fließen, tun sich viele Anleger leichter. Gefühlt bergen die monatlichen Raten weniger Risiko, sie lassen sich in der Regel auch mal aussetzen, und sollte sich eine Anlage als Fehler erweisen, kann man die Sache wahrscheinlich noch mal korrigieren.

Anders sieht es bei größeren Summen aus – etwa 50.000 Euro aus einer kleinen Erbschaft, einer Schenkung, einer Abfindung oder einer frühen Lebensversicherung. Größere Summen lassen Anleger intuitiv zaudern: Mache ich einen Fehler, ist mein Timing schlecht oder gehe ich einer Falschberatung auf den Leim? Was also macht man mit fünfstelligen Summen, die plötzlich sinnvoll und Ertrag bringend angelegt werden wollen? Capital zeigt drei Möglichkeiten auf.

Haus oder Rendite?

Trotz steigender Preise ist ein Eigenheim immer noch die populärste Form der Vorsorge und des Vermögensaufbaus. Mehr als jeder zweite Deutsche hält eine Immobilie für das beste Mittel zum Vermögensaufbau, wie das „Vermögensbarometer“ der Sparkassen 2017 ermittelt hat – damit hat sich der Anteil der Menschen, die mit Immobilien vorsorgen wollen, binnen zehn Jahren verdoppelt.

Und spätestens seit Verabschiedung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie im Jahr 2016 ist ausreichend Eigenkapital für alle Immobilieninteressierten wichtiger denn je. „Nur rund elf Prozent der Mieter haben überhaupt die Mittel, in Wohneigentum zu wechseln“, rechnet etwa das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln vor. Häufig scheitern Immobilienträume genau daran: 20 bis 30 Prozent der Kaufsumme einschließlich der meist unterschätzten Nebenkosten für Grundsteuer, Notar, Makler sowie Umzugs- und Neueinrichtungskosten sollten Käufer vorhalten, um eine solide Finanzierung zu erhalten.

Mit einem liquiden Finanzvermögen von 50.000 Euro gehören Sparer bereits zum reicheren Viertel der Haushalte in Deutschland. Und katapultieren sich in den Kreis derer, die sich Eigentum auch leisten können. Denn aus 50.000 Euro Geldvermögen errechnet sich nach der Faustformel von 20 bis 30 Prozent notwendigem Eigenkapital auch bereits ein Kreditvolumen von 200.000 Euro, die ein Normalverdienerhaushalt in gesicherten Verhältnissen stemmen kann.

In diesem Fall – und bei einem angedachten Erwerb innerhalb der kommenden fünf bis acht Jahre – sind die Spielräume für risikobehaftete Geldanlagen eher klein, erst recht nach neun Jahren Aktienboom. Der größte Teil der liquiden Mittel – wenigstens 80 Prozent – ist dann in sicheren und liquiden Anlageformen wie Tagesgeld oder kurz laufenden Festgeldkonten gut aufgehoben, auch wenn sie derzeit kaum Zinsen bringen. Schließlich stolpern viele Immobilienkäufer eher zufällig über ihr Traumhaus. Aktien und ETFs sollten in so einer Lage allenfalls als Beimischung dienen.

Anders ist die Lage, wenn kein Immobilienerwerb geplant ist oder eine Immobilie bereits vorhanden ist. Dann lässt sich aus 50.000 Euro ein gutes und günstiges Depot aus passiven ETFs bestücken. Mit wenigstens 15 Jahren Zeit darf der Aktienanteil auch ruhig 100 Prozent betragen, denn je länger die Haltedauer, desto geringer das Timingrisiko. Mit 20 Jahren Haltedauer hätte etwa eine Investition in den breiten Dax nie weniger als drei Prozent pro Jahr, im Schnitt aber rund acht Prozent pro Jahr eingebracht.