Allianz, BMW, DaimlerChrysler, SAP und Siemens zählen laut Capital-Umfrage zu den Weblog-Pionieren unter den Konzernen. Adidas, BASF, Deutsche Post, Deutsche Telekom und VW prüfen den Einsatz.
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld schildert im Intranet Eindrücke aus Besuchen bei Konzerntöchtern, äußert sich zu Technologien, Trends und Innovationen. Jetzt arbeitet der Konzern an einer Plattform, die es auch Mitarbeitern ermöglicht, Journale einzurichten. Doch nicht immer ist der Einsatz unternehmensweit und dauerhaft. Beispiel Allianz: Der Konzern setzt die neue Kommunikationsform nicht ein, doch die Investmenttochter Dresdner Kleinwort Wasserstein ist im Netz dabei. BMW hat sich bislang in zwei Blogs engagiert: beim America’s-Cup-Herausforderer BMW Oracle Racing und zeitweise während der IAA.
Möglichst bald im neuen Jahr will SAP-Chef Henning Kagermann sein Online-Journal ins Netz bringen. Noch feile er an der Themenmischung - vom Softwaregeschäft bis zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Seine sechs Vorstandskollegen kommunizieren bereits über ihre persönlichen Plattformen im Internet, die "SAP Executive Blogs". Die Deutsche Post "arbeitet intensiv daran", die Deutsche Börse beobachtet die Entwicklung "mit großem Interesse," und die Deutsche Telekom kann sich das Instrument bei der Mitarbeiterkommunikation vorstellen. TUI und Metro untersuchen fremde Weblogs systematisch auf relevante Kommentare. Auch Autozulieferer Continental will in Zukunft ein Auge auf die Szene werfen. VW prüft die Verwendung bei "zielgruppenspezifischen Webauftritten".
Aus Sicht von E.ON steht "der Aufwand für Unternehmens-Weblogs bislang noch in keinem angemessenen Verhältnis zum erzielbaren Nutzen". Henkel-Kommunikationschef Ernst Primosch setzt "lieber auf CEO-Chats mit Firmenchef Ulrich Lehner". Die Bayer-Kommunikatoren sind grundsätzlich skeptisch: In Großunternehmen lasse sich der Aufwand bei reger Nutzung nur durch ein Redaktionsteam leisten - das widerspreche jedoch dem Grundprinzip des Bloggens, das auf Authentizität beruhe.
Für Rückfragen:
Mark C. Schneider, Redaktion Capital,
Tel.: 0178/490 84 27, E-mail: Schneider.mark@capital.de
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