StudieWie Dax-Konzerne die sozialen Medien nutzen

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Symbolbild: Twitterdpa

Twitter ist der am häufigsten bespielte Social-Media-Kanal deutscher Großkonzerne bei der Kommunikation ihrer Jahreskennzahlen. 90 Prozent der Unternehmen setzen Geschäftszahlen als Tweets ab. Das ergab eine zum zweiten Mal durchgeführte Untersuchung von FTI Consulting. Auf Platz zwei folgte Linkedin, das die stärksten Zuwächse im Vergleich zum letzten Jahr (63 Prozent) verzeichnen konnte. Mehr als drei Viertel der Unternehmen nutzten diesen Kanal. Facebook musste hingegen leichte Rückgänge hinnehmen. Rund 60 Prozent der Konzerne nutzten den zuletzt wegen seines lachsen Umgang mit Nutzerdaten kritisierten Social-Media-Riesen. Xing kam ähnlich wie im Vorjahr auf 37 Prozent.

In dem sogenannten „Social-Dax„-Ranking bewertete die Unternehmensberatung die Veröffentlichung der Geschäftszahlen 2017 der Dax-Konzerne in den sozialen Medien. Beurteilt wurde das Volumen der Posts, die Qualität der Beiträge und die Reaktion der Follower.

Gegenüber dem „Social Dax 2017“ beobachtete FTI insgesamt einen durchschnittlichen Zuwachs an Interaktionen um 120 Prozent. Daimler, Infineon Technologies und Siemens schnitten nach Einschätzung von FTI in ihrem Social Media Verhalten am Besten ab. Daimler zeigte laut FTI die abwechslungsreichsten Inhalte. Infineon Technologies konnte im vergangenen Jahr den erfolgreichsten Post auf Facebook aller Dax-Konzerne absetzen und Siemens erreichte mit hohen Followerzahlen auf verschieden Kanälen eine hohe Zahl an Interaktionen.

Die Unternehmen erreichten dabei offenbar auch Kreise, die man früher nur kaum für Wirtschaft begeistern konnte. Oliver Müller, Experte bei FTI Consulting dazu: „Immer mehr Konzerne finden Wege, ihre Jahreszahlen auch für Adressaten jenseits des Kapitalmarkts interessant zu gestalten.“ Der Einsatz von GIFs im Untersuchungszeitraum nahm zum Beispiel stark zu. So nutzte CEO Dieter Zetsche für die Erläuterung des Wettbewerbsumfeldes einen GIF, in dem Meryl Streep in „Der Teufel trägt Prada“ zu sehen ist.

Schwierigkeiten gibt es bei vielen Konzernen hingegen offenbar mit der Plattform-spezifischen Aufbereitung ihres Contents. „Ein Manko sehen wir darin, dass einige Unternehmen Grafiken und Texte des Vorjahres einfach wiederverwendet haben – nur um neue Kennzahlen aktualisiert“, sagte Müller. Auf Twitter ist die Qualität der Posts laut FTI oft sehr schlecht, Links werden gar nicht oder falsch eingebettet und die Formate der Bilder nicht angepasst. Hashtags werden nicht konsistent genutzt und einfache Social-Media-Regeln missachtet. Insgesamt unterstreicht die Studie aber, dass Social-Media-Kanäle für die Dax-Konzerne mittlerweile ein etablierter und fester Bestandteil der Bilanzkommunikation sind.