Homeoffice Die Pflicht geht, der Wunsch bleibt: So sieht die neue Homeoffice-Welt im Dax aus

Das Homeoffice wird bleiben
Das Homeoffice wird bleiben
© IMAGO / Westend61
Viele Beschäftigte wünschen sich auch nach Corona mehr Homeoffice. Eine Umfrage unter den Dax-Konzernen zeigt: Hybrides Arbeiten ist die Zukunft – weshalb viele Unternehmen jetzt schon Büroflächen abmieten 

Flexible Kaffeepausen, in Jogginghose vor dem Bildschirm sitzen oder auch mal die Mittagspause zum Sport nutzen: Viele Beschäftigte genießen das Homeoffice. Nicht alle, aber die meisten. Nur noch zwölf Prozent der Homeoffice-Beschäftigten wollen ins Büro zurückkehren. Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsberatung Deloitte. Mit dem Ende der Corona-Beschränkungen enden nun aber ihre Privilegien – jedenfalls auf dem Papier. Am 25. Mai lief die Corona-Arbeitsschutzverordnung aus, seitdem ist, zumindest in der Theorie, alles wie früher.

Dass von Corona aber noch etwas bleibt, zeigt eine Umfrage, die Capital unter allen 40 Dax-Unternehmen durchführte. 31 antworteten und lieferten ein ziemlich eindeutiges Ergebnis: Das Homeoffice wird bleiben, jedenfalls an einzelnen Tagen. „Das hybride Arbeitsmodell ist die Zukunft“, antwortete rund ein Dutzend der Unternehmen wortgleich.  

Die neuen Arbeitsmodelle sehen in der Regel zwei bis drei Bürotage pro Woche vor. Es gibt aber auch Ausnahmen: So gibt SAP seinen Beschäftigten völlig freie Hand und will das auch in Zukunft so beibehalten. Ähnlich sieht es bei Mercedes Benz, Daimler Trucks oder Siemens aus – je nach Funktion natürlich. Ein Fließbandarbeiter bei Mercedes kann schlecht im Homeoffice arbeiten. Grundsätzlich betonen aber auch alle Unternehmen den Wert des Büros. Die Funktion habe sich aber verändert. „Das Büro hat das Monopol auf Arbeit verloren, aber es wandelt sich mehr und mehr zum ,Ort der Begegnung‘ und gewinnt damit eine neue Bedeutung“, erklärt etwa die Telekom. 

Auch auf die Immobilienstrategie hat das einen Einfluss. Viele Unternehmen sehen durch mehr Homeoffice Einsparpotenziale und planen daher Flächen abzubauen. Nur die wenigsten kommunizieren das aber schon so deutlich wie etwa die Deutsche Bank oder die Allianz. Vielmehr nutzen die Dax-Unternehmen die aktuelle Zeit, um das Rückkehrverhalten ihrer Mitarbeitenden zu beobachten.  

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