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Immobilienpreise und Mietspiegel: Hamburg-Hamburg-Mitte

Immobilien- und Mietpreise in Hamburg-Hamburg-Mitte

Der Immobilienmarkt in Hamburg-Hamburg-Mitte

Von Susanne Osadnik

Wilhelmsburg und Neustadt, St. Pauli und Finkenwerder, Veddel und Altstadt – so richtig will das alles nicht zusammen passen. Die Stadtteile des Bezirks Mitte sind so unterschiedlich wie die Menschen, die hier leben. Auf der Halbinsel Finkenwerder werden Tradition und Sprachgeschichte gepflegt, aber auch mit dem A 380 das größte Passagierflugzeug der Welt auf der Airbus-Werft gebaut. In der Hafencity bestimmen moderne Architektur und Flaniermeilen das Quartier; die Altstadt ist Regierungsviertel und Shoppingmeile, Wohnquartier, Arbeitsort und auch Sitz großer Werbeagenturen und Verlagshäuser. Das quirlige St. Pauli mit seinen zahlreichen Musikkneipen, Theatern und Vergnügungsstätten gehört genau so dazu wie die im Hafen liegende Elbinsel Veddel, von wo aus einst hunderttausende Menschen in die USA auswanderten.

Insgesamt 19 dieser sehr heterogenen Stadtteile sind im Bezirk Mitte zusammengefasst: Billbrook, Billstedt, Borgfelde, Finkenwerder, HafenCity, Hamburg-Altstadt, Hamm, Hammerbrook, Horn, Kleiner Grasbrook, Neustadt, Neuwerk, Rothenburgsort, St. Georg, St. Pauli, Steinwerder, Veddel, Waltershof und Wilhelmsburg.

Rund 300.000 Menschen leben im Bezirk Mitte; fast 48 Prozent davon haben Migrationshintergrund. Das jährliche Durchschnittseinkommen liegt mit 23.800 Euro weit unter dem Hamburger Durchschnitt von 35.500 Euro; 58 Prozent der Bevölkerung wohnen allein in ihrem Singlehaushalt. Allein deshalb ist das Thema „Wohnen“ seit Jahren vor allem in den innerstädtischen Lagen, etwa in St. Georg, St. Pauli, Hamm und der Hafencity, ein Dauerbrenner. Denn günstiger Wohnraum ist hier trotz oder gerade wegen zahlreicher Neubauten Mangelware.

Die Mieten in den beliebten zentralen Stadtteilen mit eigener Kiezkultur und guter Infrastruktur haben in den vergangenen Jahren teils gewaltige Preissprünge gemacht. In St. Pauli und St. Georg wurden 2016 beispielsweise durchschnittlich schon Mieten um 14 Euro pro Quadratmeter für ältere Bausubstanz verlangt; in Hamm, Horn und Billbrook lagen die Angebote noch knapp unter zehn Euro. Nur in Billstedt, dem mit 70.000 Menschen bevölkerungsreichsten Stadtteil des Bezirks, konnte man eine Wohnung im Durchschnitt noch für 8,24 Euro pro Quadratmeter mieten. Da der Bezirk weiter wächst – allein 2015 um fast 5000 Bewohner – wird künftig vermutlich noch mehr Wohnraum benötigt.

Die Politik reagiert darauf, indem sie auch in Mitte jede Menge Wohnungen bauen lässt. In der Hafencity sind bereits rund 1800 Wohnungen entstanden; bis 2025 sollen es fast 7000 sein. Im Baakenhafen wird gerade ein neues Kapitel in der Entstehungsgeschichte des maritimen Quartiers aufgeschlagen: Das ganze Areal ist eine Mischung aus 30 Prozent Eigentumswohnungen, 39 Prozent gefördertem Wohnungsbau; der Rest wird frei finanzierter Mietwohnungsbau. Es gibt Mietwohnungen für Paare und Singles, Familien und Senioren, Studenten, Wohnprojekte für chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen oder Demenz – inzwischen planen 26 Parteien unterschiedliche Bauvorhaben. Einer, der hier auch loslegen will, ist Mathias Eichler. Der Chef des Projektentwicklers Antaris schwärmte kürzlich in der Lokalpresse von einmaligen „Wohn- und Aufenthaltsqualitäten“ des Baakenhafens: „Es gibt Infrastruktur mit einer Schule, einer Kita, Einzelhandel und Nahversorgung, aber auch große Grün- und Parkflächen mit direktem Wasserbezug.“

Für Kapitalanleger ergeben sich durch die neuen Bauvorhaben auch wieder bessere Kaufchancen. Denn die Auswahl in der HafenCity ist zurzeit äußerst begrenzt. „Im Bestand gibt es kaum 60 Objekte am Markt“, berichtet Philip Bonhoeffer von Engel [&] Völker. „Das Interesse der Käufer, sowohl zur Eigennutzung als auch zur Kapitalanlage ist da. Aber das Angebot ist rar.“ Mehr als zwei bis drei Prozent Mietrendite ist zwar nicht mehr zu machen, aber das schreckt hier niemanden: die HafenCity ist Zukunftsmusik und verspricht aufgrund ihrer Einmaligkeit auf lange Sicht Wertzuwächse. Auf die muss man auch hoffen, denn günstig war es hier noch nie.[nbsp] Mindestens 5000 Euro pro Quadratmeter kosten die wenigen älteren Wohnungen; von 6000 bis 17.000 Euro pro Quadratmeter legt man für Neubauten auf den Tisch. Auch in St. Georg ist man aufgrund der Alsternähe inzwischen bei mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter für Bestandswohnungen angekommen; in St. Pauli gibt es gebrauchtes Eigentum kaum noch unter 4000 Euro pro Quadratmeter.

Sehr viel günstiger wird es beispielsweise in Horn, Finkenwerder oder Billstedt, wo man Eigentum noch zwischen 2500 und 3000 Euro erwerben kann, für Neubauten wurden dort und in Hammerbrook vergangenes Jahr aber auch schon zwischen 3500 und 4300 Euro pro Quadratmeter angeboten. Vor allem Hammerbrook, das jahrzehntelang als Industrieviertel galt und mehr rustikale Fabrikhallen als schöne Häuser bieten konnte, ist eine der so genannten B-Lagen in Hamburg, die immer mehr in den Blick von Investoren und Bürgern rücken. Allein wegen seines Standortvorteils: Innenstadt und HafenCity sind fußläufig zu erreichen; es gibt Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sowie Schulen und Ärzte unmittelbarer Nachbarschaft. Für ausgedehnte Spaziergänge, kleine Radtouren oder zum Joggen bieten sich die zahlreichen Elbkanäle hervorragend an. Außerdem ist Hammerbrook bestens an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen – durch die S-Bahnstation sowie mehrere Buslinien. Die Elbbrücken, über die man schnell auf die Autobahnen A1 und A7 ist, liegen mehr oder weniger vor der Haustür.

Am Nagelsweg und am Sonninkanal sind bereits erste neue Wohnungen gebaut worden, in den kommenden zwei Jahren geht es weiter. Insgesamt will der Bezirk hier 2000 Wohneinheiten am Wasser schaffen. Bürgermeister Olaf Scholz hat indes noch ehrgeizigere Pläne: Er hat das Motto „Stromaufwärts“ an Elbe und Bille ausgegeben und neben Hammerbrook auch Borgfelde, Hamm und Horn, Rothenburgsort, Billbrook und Billstedt zu künftigen Wohnentwicklungsgebieten erklärt. Zwischen 15.000 und 20.000 Wohnungen könnten nach Schätzungen der Behörden in diesen Stadtteilen entstehen – ein Mammutprojekt, angelegt für Jahrzehnte.

In Wilhelmsburg wird es schneller gehen. Die Elbinsel hat bereits durch die Internationale Bauausstellung vor vier Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zahlreiche Neuprojekte, Sanierungen und avantgardistische Bauten haben den Weg für den „Sprung über die Elbe“ geebnet. Denn obwohl Wilhelmsburg keine 20 Autominuten und keine zehn S-Bahnminuten von der Hamburger City entfernt ist, gehörten die gut 54.000 Einwohner irgendwie nie richtig dazu. Das will man ändern: „Durch die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße verschwindet eine Schneise aus dem Stadtteil und ermöglicht Platz für neue urbane Quartiere“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt bei der Vorstellung der jüngsten Pläne. „Nahe der Innenstadt entstehen in den nächsten Jahren rund 5200 neue Wohnungen, aber auch neue Schulen und Kindertagesstätten, Sportplätze und Raum für Gewerbeansiedlung. Der gesamte Stadtteil erhält ein neues, faszinierendes Gesicht mit schönen Wohnlagen am Wasser und neuer Infrastruktur für die Elbinsel.“

capital.de, 27.03.2017
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