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Immobilienpreise und Mietspiegel: Hamburg

Immobilien- und Mietpreise in Hamburg

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Der Immobilienmarkt in Hamburg

Gib mir ein C – Die besten Wohnlagen in Hamburg

Von Susanne Osadnik

Das Studium in Kiel hat Saskia abgebrochen, jetzt macht sie eine Ausbildung bei einer Hamburger Reederei. Die 21-Jährige ist froh, endlich Struktur in ihrem Alltag zu haben. Alles, was sie noch zu ihrem perfekten Glück braucht, ist eine kleine Wohnung. Irgendwo in Altona, Eimsbüttel oder Bahrenfeld, zwei Zimmer mit Balkon. Das wäre ein Traum.

Doch die Suche nach dem Traum mutiert zum Albtraum. Wohnungen mit zwei oder drei Zimmern sind in Hamburg Mangelware. Die Stadt wird überrannt von Singles wie Saskia. In jeder zweiten Wohnung lebt nur eine Person, oft auf einer Fläche, die für eine kleine Familie reichte. Hinzu kommt: Hamburg wächst. Allein 2015 ist die Einwohnerzahl um 16.000 auf fast 1,8[nbsp]Millionen gestiegen. Nur, wo sollen all die Leute wohnen?

Die Stadt reagiert, stampft ein Bauprojekt nach dem anderen aus dem Boden. Es reicht nicht. Die Mieten steigen weiter – zuletzt um 5,6[nbsp]Prozent in einem Jahr. Der Quadratmeterpreis ist im Schnitt auf 12,45[nbsp]Euro geschnellt. Mietpreisbremse hin oder her. In Stadtteilen, die von der Regulierung ausgenommen sind, wuchsen die Mieten seit 2015 sogar zweistellig. Wie in Allermöhe um 23,6[nbsp]Prozent oder in Bahrenfeld um 20,1[nbsp]Prozent.

Beim Eigentum sieht es nicht anders aus. Das Maklerhaus Grossmann [&] Berger prognostiziert, dass Wohnungen sich 2017 um 5,6[nbsp]Prozent verteuern werden, Einfamilienhäuser um 2,3[nbsp]Prozent. Und die noch günstigen Randlagen ziehen nach: Fuhlsbüttel um zehn[nbsp]Prozent, Niendorf und Ohlsdorf um neun[nbsp]Prozent.

In der City ist das Wohnen bereits seit Jahren sündhaft teuer. Die Mieten für Neubauten liegen zwischen 14 und 24[nbsp]Euro, die Kaufpreise stiegen binnen zwölf Monaten um 18[nbsp]Prozent. Der Quadratmeter kostet im Schnitt mittlerweile 5460[nbsp]Euro – 800[nbsp]Euro mehr als 2015. Top-Lagen wie Eimsbüttel, St.[nbsp]Pauli, Ottensen, Winterhude, Rotherbaum oder Uhlenhorst sind für Normalverdiener unerschwinglich. Für Neubauten werden im Schnitt 6620[nbsp]Euro aufgerufen. „Trotz der hohen Preise funktioniert der Markt“, sagt Frank Stolz von Grossmann [&] Berger. „Die Nachfrage ist höher als zuvor, das niedrige Zinsniveau gleicht die gestiegenen Preise wieder aus.“

Bestandsimmobilien in Szenevierteln wie Eimsbüttel kosten pro Quadratmeter zwischen 5500[nbsp]und 7000[nbsp]Euro, im teuersten Stadtteil Harvestehude bis zu 10.300[nbsp]Euro. Dass damit magere Renditen von weniger als drei Prozent verbunden sind – selbst bei Mieten von weit über 20[nbsp]Euro –, scheint Käufer nicht zu stören. „Angesichts drohender Strafzinsen für Vermögen auf der Bank fragt bei solchen Objekten niemand mehr nach Renditen“, sagt Stolz.

Wer es luxuriöser mag, mit Concierge und bestenfalls -Wasserlage, der muss Quadratmeterpreise von 11.000[nbsp]Euro akzeptieren. Beliebt in der Premiumklasse sind Quartiere wie Harvestehude, Rotherbaum, Hoheluft-Ost und Eppendorf. Makler Philipp Krohn von Dahler [&] Company geht davon aus, dass das Preisniveau so bleiben wird.

Überall in Hamburg wird gebuddelt, gebaut und gemauert. Die letzten Baulücken schließen sich. In „Mitte Altona“ können die ersten Wohnungen auf dem alten Bahn-gelände noch in diesem Jahr bezogen werden. Insgesamt entstehen dort langfristig 3600 neue Einheiten. Angrenzen wird ein Stadtquartier mit weiteren 1600[nbsp]Wohneinheiten – auf dem Gelände der Holsten-Brauerei, die 2018 wegzieht.

In Bahrenfeld soll das einstige Kolbenschmidt-Gelände bebaut werden und das Hermes-Hochhaus rund 1000 neuen Wohnungen weichen. In Wandsbek sind allein zwischen 2012 und 2015 mehr als 8800[nbsp]Baugenehmigungen erteilt worden – so viel wie nirgendwo sonst in der Hansestadt. Und auch Wilhelmsburg wird weiter wachsen: Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt sieht auf der Elbinsel Potenzial für 5000 neue Wohnungen.

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capital.de, 12.05.2017
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