Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland

Immobilienpreise und Mietspiegel: Frankfurt am Main-Bahnhofsviertel

Immobilien- und Mietpreise in Frankfurt am Main-Bahnhofsviertel

Der Immobilienmarkt in Frankfurt am Main-Bahnhofsviertel

Von Christian Kirchner
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Frankfurt, Mitte Dezember: Drinnen, im sterneprämierten Restaurant „Stanley Diamond“, lässt die KfW-Bank bei ihrem Jahresabschlussdinner Entenbrust servieren. Draußen vor den bodentiefen Fenstern flackern hingegen die Blaulichter und Dutzende Polizisten riegeln einen ganzen Häuserblock: es ist mal wieder Razzia im Bahnhofsviertel.
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Eine Szene, wie sie noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre: Zwar lockt der stets auch etwas schäbige Chic des Bahnhofsviertels zwischen Gemüsehändlern, Dönerläden, Absturzkneipen und Peepshows schon seit Jahren Banker wie Messebesucher auf ein schnelles Mittagessen Bier oder Kaffee.[nbsp]Inzwischen ziehen punktuell aber auch die Top-Gastronomie und[nbsp]Hotels nach, zum Beispiel das Restaurant „Stanley Diamond“, das orientalische Chez Ima, das 25-Hours-Hotel in der Niddastraße oder das „Roomers“.
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Diese Entwicklung schlägt sich nun auch in den Immobilienpreisen nieder – wenngleich mit einigen Jahren Verzögerung, denn den Ruf als kommendes Viertel hatte das Bahnhofsviertel unter Immobilienlaien schon länger, ohne dass es zu deutlichen Preisanstiegen gekommen wäre. Ein Geheimtipp sei das Bahnhofsviertel gleichwohl nicht mehr. „Das hören wir seit Jahren: dass das Bahnhofsviertel stark „im Kommen“ sei. Allerdings beschränkt sich das lediglich auf ausgesuchte Straßenzüge wie etwa die Kaiserstraße samt[nbsp]weniger[nbsp]Nebenstraßen“, so Poll-Frankfurt-Chef Daniel Ritter.
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Bewegung ist in den Preisen im Bahnhofsviertel, seit es mit gehobenem Wohnraum in anderen Vierteln knapp wird – also insbesondere seit 2013: in den sanierten Altbauten, wie sie entlang der beiden in Sachen Kriminalität und Sauberkeit zumindest größtenteils befriedeten Achsen Kaiserstraße und Münchener Straße zu finden sind, sind Preise von 6000 Euro je Quadratmeter und Mieten von rund 14 Euro durchsetzbar. Für die wenigen Neubauten auf Luxusniveau werden in den oberen Etagen [nbsp]inzwischen Mieten von über 20 Euro erzielt – je fünf Minuten Laufnähe in die Bankentürme oder den Hauptbahnhof ist gerade gutverdienenden Wochenendpendlern inzwischen viel Geld wert. Zu den aktuell rund 350.000 Einpendlern kommen jährlich rund 3000 bis 5000 hinzu – das macht eine zentrale Zweitwohnung in verkehrsoptimaler Lage attraktiv.
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Der Preis der Lage: ein eher homogenes Publikum, das in der Regel männlich und mittleren Alters ist. Denn nirgendwo in Frankfurt wohnen gemessen an der Gesamtbevölkerung weniger Alte (nur sieben Prozent sind über 65), weniger Junge (nur 10 Prozent sind unter 18), und weniger Frauen (nur 35 Prozent) als im Bahnhofsviertel, gemessen an der Gesamtbevölkerung des Viertels.
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Die spannende Frage auf lange Sicht: Greifen die immer noch problematischen Verhältnisse in Sachen Kriminalität und Sauberkeit der Seitenstraßen oder der B-Ebene des Hauptbahnhofs wieder auf die umliegenden Gebiete über? Das ist die pessimistische Sicht, die durch einen Anstieg der Kriminalitätsraten und einer spürbaren Verschlechterung des Eindrucks gerade in Bahnhofsnähe zuletzt viele Geschäftsinhaber sorgte.
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Die optimistische: Das Bahnhofsviertel ist umgeben von Gebieten mit starkem Zuzug und steigenden Preisen: dem Westend nördlich sowieso, dem Westhafen und Gutleutviertel im Südwesten und neuerdings auch den Neubauten in Top-Innenstadtlage wie dem Maintor-Areal und Taunusturm im Osten. Kaum vorstellbar, dass dies in Sachen Mieten und Kaufpreise an den noch zurück gebliebenen Objekten vorbei gehen wird.
capital.de, 13.04.2017
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