Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland

Immobilienpreise und Mietspiegel: Frankfurt am Main-Ostend

Immobilien- und Mietpreise in Frankfurt am Main-Ostend

Der Immobilienmarkt in Frankfurt am Main-Ostend

Von Christian Kirchner
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So recht kann der ein oder andere Eigentümer oder Bauträger im Ostend sein Glück immer noch nicht fassen: Ende 2014 zog die Europäische Zentralbank in ihren neuen Turm auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle ein. Der Zuzug zahlungskräftiger Notenbanker in das ehemalige Arbeiterviertel galt als sicher – samt kräftiger Kauf- und Mietpreisanstiege.
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Das war natürlich schon damals (Capital-Immobilienkompass 2015) eine faustdicke Lüge. Denn die Notenbanker sind nicht ins Ostend gezogen, sondern blieben mehrheitlich da oder zogen neu dorthin, wo auch andere Frankfurter Gutverdiener bevorzugt wohnen: im Westend, in Sachsenhausen, im Nordend oder eben gleich auf der grünen Wiese mit Garten. Die Wege sind schließlich kurz. „Wir spüren keine nennenswerte Nachfrage nach Immobilien im Ostend durch EZB- oder Aufsichtsmitarbeiter“, sagt Anna Burghardt von Burghardt Immobilien stellvertretend für viele Experten.
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Allein: Gestiegen sind die Preise im Ostend dennoch. Und zwar kräftig: um 20 Prozent die Bestandsmieten, um 30 Prozent die Preise für Neubauten, um 60 Prozent Bestandsimmobilien binnen gerade einmal drei Jahren. Neuvermietungen unter 13 Euro sind für guten Wohnraum[nbsp]inzwischen eine Rarität. Für Bestandsimmobilien können Besitzer rund 5000 Euro je Quadratmeter, für Neubauten können Projektierer 5500, in der Spitze über 7.000 Euro je Quadratmeter durchsetzen – eine Entwicklung, die mancher Makler hinter vorgehaltener Hand für „verrückt“ hält angesichts der dichten Neubebauung und der Tatsache, dass der Lärm der Hanauer Landstraße sowie der das Viertel durchschneidenden Bahntrasse meist schwer überhörbar ist.
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Der größte Trumpf des Viertels, das vor 25 Jahren ein klassisches Einwanderer- und Arbeiterviertel war: es verfügt überhaupt noch über Flächen für Neubauprojekte wie etwa dem „Ferdinand“ in der Ferdinand-Happ-Straße, oder dem Osthafenplatz und Danzigerplatz. Und es verfügt – anders als die klassischen Neubaugebiete Europaviertel und Riedberg – über eine gewachsene Struktur mit aus Sicht der alteingesessenen Bewohner positiven Selbstreinigungskräften: Im Schatten der EZB-Türme haben einige Smoothie- und Cake-Pops-Läden bereits wieder geschlossen. Stadtteilikonen wie die „Kutscher-Klause“ und die „Frankfurter Küche“ in der Sonnemannstraße und ihren Seitenstraßen sind indes beliebt wie eh und je.
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Wenngleich die Positivmerkmale des Frankfurter Immobilienmarkts – starker Zuzug, steigende Wirtschaftskraft und Einkommen – auch für das Ostend gelten, raten Makler besonders abseits der Filetlagen entlang der Oskar-von-Miller-Straße am Main oder in den Altbauten im nördlichen Ostend zur Vorsicht. Das gilt besonders, da die Mieten in den vergangenen drei Jahren nicht annähernd mit den starken Kaufpreisanstiegen Schritt gehalten haben. „Im Ostend kaufen viele Eigentümer nicht aus Überzeugung, sondern aus Mangel an bezahlbaren Alternativen“, beobachtet David Schmitt von Engel [&] Völkers.[nbsp]Der Stadtteil habe zwar eine gute Entwicklung genommen[nbsp]–[nbsp]doch der sei nicht direkt mit dem Einzug der EZB 2014 in Zusammenhang zu bringen.[nbsp]„Deren Mitarbeiter sind gar nicht erst umgezogen oder bevorzugen auch beim Wechsel nach Frankfurt die gleichen Viertel und Lagen wie andere Frankfurter, aber eher selten das Ostend“, so Schmitt.
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Eine Preisblase sieht zwar kaum ein Experte – dennoch sollten Käufer nicht jeden Preis mitgehen. Zumal die Realität durch zahlreiche Internet-Angebotspreise verzerrt dargestellt sei: Annoncen zu Preisvorstellungen weit über den realistischen Verkaufspreisen sind laut Experten im Ostend besonders häufig – schließlich hat sich die Geschichte vom Trend- und Szeneviertel längst breit genug herumgesprochen, ganz egal, ob sie denn nun stimmt oder nicht.
capital.de, 13.04.2017
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