Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland

Immobilienpreise und Mietspiegel: Hamburg-Bergedorf

Immobilien- und Mietpreise in Hamburg-Bergedorf

Der Immobilienmarkt in Hamburg-Bergedorf

Von Susanne Osadnik

Weite grüne Wiesen, alte Fachwerkhäuser mit Reetdach hinterm Deich, bunte Blumenmeere am Ufer der Dove-Elbe und Jahrhunderte alte Kirchen im Barockstil – so sieht es in zwölf der insgesamt 14 Stadtteile des Bezirks Bergedorf aus. Tief im Süd-Osten der Hansestadt, in den so genannten „Vier- und Marschlanden“ dominieren Naturschutzgebiete mit seltenen Pflanzen- und Tierarten, Obst- und Gemüseanbau sowie Blumenzucht. Das Ganze auf 132 Quadratkilometern, fast ein Fünftel der Fläche Hamburgs.

Zu den „Marschlanden“ gehören Allermöhe, Billwerder, Moorfleet, Neuallermöhe. Ochensenwerder, Spadenland,Tatenberg und Reitbrook. Die „Vierlande“ umfassen Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme; die Stadtteile Lohbrügge und Bergedorf sind die „städtischen Quartiere“. Gemessen an der Größe des Bezirks ist das Gebiet mit gut 125.000 Menschen dünn besiedelt; mehr als ein Viertel lebt allerdings in Bergedorf, das über zwei S-Bahnlinien und eine Regionalbahn bestens mit der Hamburger City verbunden ist. Auch über die Autobahn 25 ist man in 20 Minuten in der Innenstadt – sofern der morgendliche Verkehr es zulässt. Denn die große Zahl an Pendlern aus dem gesamten Umland sorgen auch von Bergedorf aus für regelmäßige Engpässe auf den Elbbrücken.

Der größte Stadtteil ist Lohbrügge mit knapp unter 40.000 Einwohnern, klassischem Vorstadtcharakter und S-Bahn-Anschluss. Allerdings stehen sich hier Einfamilienhausviertel und Hochhäuser direkt gegenüber. Die in den 60er/70er Jahren errichteten Großsiedlungen haben zum Entstehen sozialer Brennpunkte beigetragen. Etwa der „Lindwurm“, ein grau-weißer Komplex mit 258 Wohnungen, der sich über 400 Meter am Röpraredder entlang schlängelt. Seit 2007 wurden allerdings zahlreiche Projekte angeschoben, um die Lebensbedingungen, den Zusammenhalt und das Stadtteil-Image von Lohbrügge zu verbessern: In den vergangenen Jahren hat man mehr als 16 Millionen Euro in das Fördergebiet Lohbrügge-Ost gepumpt, Straßen erneuert, ein Kinderkulturhaus gebaut und den Marktplatz umgestaltet.

Grundsätzlich hat der Stadtteil viel zu bieten: Mit fast 60 % Erwerbstätigen liegt der einstige „Arbeiterort“ sowohl über dem Hamburger (56,3%) als auch über dem Bezirksdurchschnitt (57,9%). Denn hier sitzt der zweitgrößte Arbeitgeber des Bezirks: die so genannte „Boberg-Klinik“ mit Deutschlands größtem Querschnittgelähmten-Zentrum, in dem 2000 Menschen arbeiten. Lohbrügge punktet aber auch mit seinen Grünflächen, Spielplätzen und einer weitläufigen Parkanlage mit Bouleplatz, Minigolfanlage und Open-Air-Spieltischen für Mühle und Schach. Ein weiteres Highlight: Die Boberger Niederung, in der sich Hamburgs letzte Wanderdüne erstreckt. Und nicht zu vergessen, das kulturelle Großereignis jeden Jahres: Auf dem Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg findet Norddeutschlands größte Kostümparty statt. Die LiLaBe (Liebe, Lachen, Bergedorf) lockt jährlich bis zu 8000 Karnevalsverrückte nach Lohbrügge.

Im benachbarten Bergedorf ist es insgesamt etwas schicker und noch städtischer, aber auch wesentlich teurer zu wohnen. Während man in den besten Lagen Lohbrügges zwischen 350.000 und 400.000 Euro für ein Einfamilienhaus anlegen muss, liegen die Angebote in Bergedorf bei 500.000 bis 800.000 Euro. Schon heutzutage spekuliert so mancher Investor mit dem Abriss des „Haus im Park“, eines 40 Jahre alten Theaters und kulturellen Zentrums der Hamburger Körberstiftung, das bald weichen soll. Dann würden rund 7000 Quadratmeter Fläche frei – vermutlich für neuen Wohnraum in Bergedorfs Spitzenlage. „Das Villenviertel ist die Toplage in Bergedorf“, sagt Matthias Conze von Engel [&] Völkers. „Das begrenzte Angebot an Immobilien zwingt aber viele potenzielle Käufer, sich anderswo umzusehen.“ Die prachtvollen Jugenstilvillen gut situierter Bergedorfer gibt es selten unter 700.000 Euro. Selbst renovierungsbedürftige Villen können Kaufpreise von über einer Million Euro erreichen.

Die meisten Neu-Bergedorfer ziehen indes in eine der zahlreichen Neubau-Siedlungen, die überall im Bezirk entstehen. Mit klangvollen Namen wie „Glasbläserhöfe“, „Am Weidensteg“ und „Schilfpark“ verbindet man hier den Bau von hunderten neuen Wohnungen – immer in Wassernähe, denn Wasser hat der Bezirk reichlich zu bieten. Auch das geplante „Stuhrohrquartier“, nahe des Bergedorfer Bahnhofs, wird teilweise am Wasser liegen. Denn das Grundstück, auf dem rund 1000 neue Miet- und Eigentumswohnungen entstehen sollen, zieht sich an einem Kanal entlang, der die Bille mit der Elbe verbindet. Bis 2021 will die deutsch-österreichische Buwog-Gruppe 430 Millionen Euro in das künftige „Vorzeigequartier“ investieren. Man setze auf Bergedorf, sagen die Investoren, weil Hamburg immer stärker nach Osten wachse, wovon dieser Bezirk besonders profitiere.

Allein 2015 sind mehr als 2000 Menschen zugezogen. Der Bezirk erwartet noch wesentlich mehr neue Bürger. Deshalb will man hier weiter bauen – bis 2020 rund 4800 Wohnungen. Wie und wo der neue Wohnraum im Einzelnen entstehen soll, darüber klaffen die Auffassungen von Politik und Bürgern auseinander. So soll auf den Feldern zwischen dem S-Bahnhof Allermöhe und dem Billwerder Billdeich ein komplett neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft werden – das größte Wohnungsbauprojekt Hamburgs der kommenden Jahre. Bis zu 7000 Wohnungen in Einfamilien- und Doppelhäusern, Immobilien für Baugemeinschaften und auch Wohnblocks sind geplant – für mehr als 10.000 Menschen. Im Gegenzug wird es wohl kleinere Baugebiete in den Vier- und Marschlanden geben. Arne Dornquast geht davon aus, dass nicht nur in Kirchwerder und in Fünfhausen, wo Bonova zurzeit 68 Einfamilien- und Doppelhäuser baut, jede Menge neuer Wohnraum dazukommen wird. „Allein in Ochsenwerder reden wir von 100 Wohneinheiten. In den Vier- und Marschlanden rechnen wir mit etwa 120 Baugenehmigungen im Jahr, in der Mehrzahl Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser“, sagte Bergedorfs Bezirksamtsleiter kürzlich gegenüber der Lokalpresse.

Dafür hat man sich entschieden, nördlich des Reinbeker Redders in Lohbrügge statt auf Reihen- und Doppelhäuser auf fünfgeschossigen Wohnungsbau zu setzen. Das Neubaugebiet Haempten mit[nbsp] 200 Wohnungen und das Nachbargebiet Tienrade mit 400 Wohneinheiten sind die größten Bauvorhaben dieses Jahres. Die geplanten Eigentumswohnungen sollen zwischen 3600 und 4000 Euro pro Quadratmeter kosten. Unschlagbare Preise für Hamburg, findet Makler Conze: „Kapitalanleger haben im Bezirk Bergedorf noch die Möglichkeit zwischen 3,6 und vier Prozent zu machen. Die noch moderaten Kaufpreise und die gute Vermietbarkeit machen Bergedorf zu einem Standort mit viel Potenzial.“ Darauf setzen auch die Investoren mit ihren zahlreichen kleineren Bauprojekten in Bergedorf und Lohbrügge: Die „Lohbrügger Gärten“, das „Marktquartier“, die „Fliedergärten“, der „Magnoliengarten“, „Sallier“ und „Christinen26“ stehen für jede Menge moderner Eigentumswohnungen, die entweder in Planung oder schon auf dem Markt sind.

Im Neubau lassen sich Mieten zwischen 12,50 Euro und 15 Euro pro Quadratmeter erzielen – je nach Lage und öffentlicher Verkehrsverbindung. Aber nicht nur Bergedorf und Lohbrügge haben[nbsp] gute Chancen für die Zukunft. „Auch Curslack, Alt-Allermöhe und Neuengamme finden ihre Liebhaber. Auch dort gibt es viele Interessenten für die Häuser, insbesondere mit direktem Wasserzugang,“ sagt Matthias Conze. Neubauwohnungen gibt es hier weniger; die Preise für Bestandsimmobilien liegen bei durchschnittlich 400.000 Euro. Noch teurer sind Häuser am Wasser oder hochwertig sanierte Häuser. Hier müssen Käufer mit über 500.000 Euro für ein freistehendes Einfamilienhaus rechnen. „In den Walddörfern im Norden Hamburgs muss man mit viel höheren Summen kalkulieren, dies hat aber den Nachteil, viel weiter von der Innenstadt entfernt zu sein“, so Matthias Conze.

capital.de, 27.03.2017
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