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Immobilienpreise und Mietspiegel: Berlin-Spandau

Immobilien- und Mietpreise in Berlin-Spandau

Top-Makler

Der Immobilienmarkt in Berlin-Spandau

Von Monika Dunkel

Wer in Berlin-Tegel landet, fliegt über Spandau. Wälder, Wasser, die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern. Spandau ist Berlins grüne Schönheit im Westen – mit knapp 240.000 Einwohnern auf 92 Quadratkilometern einer der größeren Bezirke. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Einwohnerzahl um moderate 20.000 Neuzugänge an. Denn wenn’s ums Wohnen geht, lassen viele Neuberliner den Bezirk häufig links liegen – zu weit draußen, irgendwo hinter der Havel, zu wenig Szene, Clubs und Großstadtflair. Dabei ist man mit dem Regionalexpress in 15 Minuten von Spandau am Potsdamer Platz, in den Prenzlauer Berg dauert es mit der U2 länger. Außerdem gibt es wichtige Produktionsstätten von BMW und Siemens im Bezirk, die viele Arbeitsplätze bieten.

Den Spandauern ist es nur recht. Bis heute ist der einstige Arbeiter-Bezirk zum Wohnen und Kaufen günstiger als der Nachbarbezirk Charlottenburg. Zu bieten hat Spandau, bekannt wegen seiner Zitadelle, eine Renaissance-Festung im Wasser,[nbsp] fast alles: Großsiedlungen wie das Falkenhagener Feld im Nordwesten, Wohnlagen im Grünen in den expandierenden Villengegenden Gatow und Kladow im Süden entlang der Havel, viel Wald im Spandauer Forst und schicke Wohnungen in der Spandauer Wasserstadt. Allerdings: Weil die Einflugschneise Tegels mitten über Spandau führt und der Flugverkehr statt weniger immer mehr wird, leidet der Bezirk massiv unter Fluglärm.

Wer gut verdient, eine Familie gründet und sich vergrößern will, der zieht aus Spandau entweder nach Gatow und Kladow, oder nach Falkensee, die seit 1990 am stärksten gewachsene Gemeinde Deutschlands. Falkensee hat nur einen Schönheitsfehler:[nbsp]Es gehört eindeutig zu Brandenburg.

In Siemensstadt, einst errichtet als Arbeiterquartier für die Menschen in den Fabriken von Siemens [&] Halske, zählen die Backsteinhäuser heute zu den begehrten Wohnungen, in die jeder ziehen kann, der eine findet. Die Großsiedlung Siemensstadt gehört heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Am Siemensdamm eröffnete 1961 übrigens das erste deutsche Einkaufszentrum mit damals sensationellen 26 Geschäften unter einem Dach. Heute heißt es „Kaufmitte“, aber der Glanz der Startphase ist längst abgeblättert.

Der Problemkiez

Das Falkenhagener Feld gilt als einer der Problemortsteile in Spandau, weil hier in den 60er und 70er Jahren typische Hochhausviertel mit all ihren Problemen entstanden sind. Im Falkenhagener Feld leben traditionell viele Russlanddeutsche. Aber auch hier gibt es interessante, günstige Ecken mit etwas älteren Einfamilienhäusern, etwa in der Reihenhaussiedlung zwischen Bienen-, Ameisen- und Glühwürmchenweg. Idyllisch sind hier nicht nur die Straßennamen. Genervt sind[nbsp] hier nur alle vom Flugzeugkrach.

Wasserstadt Spandau

Früher galt das Viertel wegen hoher Senatsinvestitionen und geringer Auslastung als Milliardengrab und sozial schwierig; das hat sich verbessert. Entstanden sind typische Neubaublöcke, Mehr- und Einfamilienhäuser, auch Townhouses wie beispielsweise „Berlin Terraces“. Anwohner schwärmen von der Altstadt-Nähe und der Havel: In der Wasserstadt sollen in den nächsten Jahren einige Tausend weitere Wohnungen entstehen. Investoren stellten zuletzt vermehrt Bauanträge. Allerdings dürften einige mit dem Baubeginn warten, bis klar ist, wann der Flughafen Tegel schließt.

Wenig Neubauten

Im Jahr 2015 legten Bagger und Kräne in Spandau eine Pause ein, gerade mal acht Neubauten wurden in dem Bezirk fertiggestellt, das waren 69 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Dennoch rechnet der Immobilienmakler Ziegert mit einem Anstieg der Neubauaktivitäten, da viele städtische Wohnungsbaugesellschaften in der Wasserstadt Spandau und Staaken viele Bauvorhaben hätten.

Mehr Wohnungskäufe

Mit 1091 verkauften Eigentumswohnungen lag die Quote je 1000 Einwohner zuletzt bei 4,6. Der Durchschnitt in Berlin liegt bei 6,1. Damit ist der Markt in Spandau deutlich um 26 Prozent gewachsen. In Spandau leben nach den jüngsten Erhebungen 53 Prozent der Einwohner allein in einer Wohnung. Vor zehn Jahren waren es 47 Prozent. 32 Prozent der Bewohner leben in einem Haushalt mit zwei Personen, 15 Prozent wohnen zusammen mit zwei oder mehr Personen. Vor zehn Jahren waren es noch 18 Prozent.

Arbeiterviertel

28 Prozent der Menschen in Spandau haben einen Migrationshintergrund, das sind leicht mehr als im Berliner Durchschnitt, der bei 26 Prozent liegt. Unterdurchschnittlich ist der Bildungsgrad. Nur 26 Prozent der Bewohner haben Abitur. Im Berliner Schnitt sind es 41 Prozent. 37 Prozent haben die Hauptschule besucht, 18 Prozent mehr als der Berliner Durchschnitt. Das hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelt. 59 Prozent der Erwerbstätigen sind angestellt, acht Prozent selbständig und 24 Prozent Arbeiter – 13 Prozent mehr als der Berliner Durchschnitt.

Wenig Luxus

Mehr als drei Viertel der angebotenen Eigentumswohnungen lagen 2015 bei einem Quadratmeterpreis von unter 2000 Euro. Wohnungen über 3000 Euro machten nur fünf Prozent des Angebots aus. Luxuswohnungen mit einem Quadratmeterpreis von über 5000 Euro wurden gar nicht angeboten.

Viele Geringverdiener

Auch wenn seit einigen Jahren in Spandau [nbsp]der Anteil der Besserverdienenden stetig wächst, ist er noch relativ gering. Nur 2,7 Prozent der Haushalte verfügen im Monat über ein Nettoeinkommen von mehr als 5000 Euro. Dafür haben ein Viertel der Haushalte weniger als 1000 Euro im Monat zur Verfügung, insgesamt wächst das Durchschnittseinkommen langsamer als der Berliner Durchschnitt.

Günstige Mieten

Die Preise für Wohneigentum liegen bei Bestandsimmobilien deutlich unter dem Berliner Schnitt. In Spandau und Siemensstadt waren es zuletzt knapp 1900 Euro pro Quadratmeter im Schnitt, im Falkenberger Feld sogar nur 1600 Euro. Selbst in Gatow und Kladow liegen die Preise bei Bestandsimmobilien nur bei etwa über 2000 Euro. Bei Neubauten muss hingegen schon mit Preisen von 3400 bis knapp 4000 Euro gerechnet werden. Die Mieten sind im vergangenen Jahr auch nur moderat gestiegen. In Spandau liegen sie im Schnitt bei 7,70 Euro pro Quadratmeter, in Falkenfelde bei 6,90 Euro – jeweils bei Bestandsimmobilien. Wer eine Wohnung in einem Neubau mietet, muss bereits mit Preisen von über zehn Euro rechnen.

Wenig Geld fürs Haus

Einfamilienhäuser sind in Spandau zwischen 2800 und 3500 Euro pro Quadratmeter zu bekommen – je nach Stadtteil. Hakenfelde ist am günstigen, am teuersten sind Gatow und Kladow.

capital.de, 30.03.2017
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