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Immobilienpreise und Mietspiegel: Berlin-Lichtenberg

Immobilien- und Mietpreise in Berlin-Lichtenberg

Der Immobilienmarkt in Berlin-Lichtenberg

Von Jens Brambusch

Viele Jahre wurde der Bezirk im Osten der Stadt vom Immobilienmarkt ignoriert. Die Plattenbauten in den Stadtteilen Lichtenberg, Fennpfuhl und Friedrichsfelde prägten das wenig schmeichelhafte Image als trister Stadtteil mit dem Charme der darbenden DDR. Zudem liegt der Bezirk knapp außerhalb des S-Bahnrings und gehört deshalb nicht mehr zu den Toplagen, obwohl Lichtenberg direkt hinter dem Ostkreuz in Friedrichshain beginnt und eine schnelle Anbindung an die Mitte der Hauptstadt bietet.

Dabei ist Lichtenberg, wie viele andere Bezirke Berlins auch, sehr vielfältig. Es gibt nicht das Lichtenberg. Jedes Viertel hat sein eigenes Gesicht [-]– und seinen ganz persönlichen Charme. Kieze mit Altbauten aus der Gründerzeit gibt es ebenso wie die zehngeschossigen Plattenbauten oder herrschaftliche Villen. An der Rummelsburger Bucht ist auf einer ehemaligen Industriebrache ein ganzes Viertel mit modernen Luxuswohnungen und Townhouses entstanden. In Karlshorst dominieren schlichte Einfamilienhäuser. Der Weitlingkiez mit seinen Gründerzeitbauten entwickelt sich mit einem wachsenden Gastronomieangebot zu einem beliebten und belebten Quartier.

Beliebtes Ausweichquartier

Auf einer Fläche von 53 Quadratkilometern leben in Lichtenberg 280.721 Menschen, knapp 30.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem weiteren Anstieg der Bevölkerung von 6,5 Prozent gerechnet. Viele Berliner haben Lichtenberg als Ausweichquartier schätzen gelernt, nachdem sie sich die hohen Mieten in den zentrumsnäheren Vierteln nicht mehr leisten konnten. Der Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 42,8 Jahren und entspricht damit exakt dem Durchschnitt Berlins.

Stärkstes Wachstum

Lichtenberg war im Jahr 2015 zwar der zweitkleinste Markt in Berlin für verkaufte Wohnungen, wies mit einer Steigerung von 66 Prozent aber das stärkste Wachstum gegenüber dem Vorjahr auf. Das geht aus dem Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte hervor. Mit 876 verkauften Immobilien lag die Quote je 1000 Einwohner bei 3,2. Der Durchschnitt in Berlin liegt bei 6,1. 895 neue Wohnungen wurden im Jahr 2015 fertiggestellt, immerhin ein Plus von 95 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch aktuell wird in Lichtenberg viel gebaut.

Immer mehr Single-Haushalte

In Lichtenberg leben nach den jüngsten Erhebungen 54 Prozent der Einwohner allein in einer Wohnung. Vor zehn Jahren waren es noch 45 Prozent. Ein Drittel der Bewohner lebt in einem Haushalt mit zwei Personen, nur 15 Prozent wohnen zusammen mit zwei oder mehr Personen. Vor zehn Jahren waren es noch 20 Prozent.

Arbeiterbezirk

Nur 16 Prozent der Lichtenberger haben einen Migrationshintergrund, das sind zehn Prozent weniger als der Berliner Durchschnitt. 30 Prozent der Bewohner haben Abitur, im Berliner Schnitt sind es 41 Prozent. Dafür haben 58 Prozent einen Realschulabschluss, 18 Prozent mehr als der Schnitt. Das hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelt. 74 Prozent der Erwerbstätigen sind angestellt, neun Prozent selbständig, 13 Prozent sind Arbeiter und vier Prozent Beamte.

Wenig Vermögende

Zwei Drittel aller Haushalte in Lichtenberg müssen im Monat mit weniger als 2000 Euro über die Runden kommen. Gut verdienende Lichtenberger, deren Nettoeinkommen bei über 6000 Euro im Monat liegt, machen nur 0,8 Prozent der Haushalte aus.

Noch günstig

Auf dem Markt für Wohneigentum hatten zuletzt 52 Prozent der angebotenen Wohnungen einen Quadratmeterpreis zwischen 2500 und 3000 Euro, 21 Prozent riefen einen Preis zwischen 2000 und 2500 Euro auf. Nur 15 Prozent der Wohnungen hatten einen Preis über 3000 Euro. Für Berliner Verhältnisse ist das günstig.

Wenig Kita-Plätze

Familien zieht es überwiegend in die Quartiere in Karlshorst, Alt-Hohenschönhausen und Friedrichsfelde. Studenten orientieren sich vor allem nach Alt-Lichtenberg und Neu-Hohenschönhausen. Die Platte erlebt hier eine Renaissance. Der stete Zuzug von etwa 2000 Einwohnern pro Jahr führt zu ersten Problemen: Grundschul- und Kitaplätze werden knapp. Allerdings ist bereits der Bau von fünf neuen Grundschulen geplant.

Viel Raum für Kinder

Kinder haben es in Lichtenberg gut. Mit zehn Quadratmetern Spielfläche pro Kind hat der Lichtenberger Nachwuchs deutlich mehr Platz zur Verfügung als das Berliner Durchschnittskind mit sechs Quadratmetern.

Hauspreise steigen

Für Eigentumswohnungen muss in Lichtenberg derzeit im Schnitt mit 3065 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden, also noch deutlich günstiger als im benachbarten Friedrichshain. Die Mieten in Bestandsimmobilien liegen auch noch knapp unter der Zehn-Euro-Marke, in Neubauten werden aber bereits 11,46 Euro im Schnitt verlangt. Wer mit einem Einfamilienhaus liebäugelt muss bereits tief in die Tasche greifen. Mit 4409 Euro pro Quadratmeter hat es zum Vorjahr einen großen Sprung gegeben.

Viel Freiflächen

Zudem gibt es immer noch viele Freiflächen, weshalb Lichtenberg auch in den kommenden Jahren über ausreichend Wachstumspotential verfügt.

capital.de, 31.03.2017
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