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Immobilienpreise und Mietspiegel: Mönchengladbach

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Der Immobilienmarkt in Mönchengladbach

Alles auf Angriff – Die besten Wohnlagen in Mönchengladbach

Der Immobilienboom ist bislang an der Stadt vorbeigegangen. Ein Masterplan soll helfen, endlich die Investoren herumzukriegen: Die Innenstadt wird verschönert, die kleineren Viertel und Dörfer im Umland werden gestärkt – zum Nutzen des gesamten Standorts
Mönchengladbach hat ambitionierte Pläne. Die Stadt will nicht länger dabei zu­sehen, wie es anderswo aufwärtsgeht. Im direkten Umkreis von Düsseldorf etwa sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr selbst in einfachen Lagen im Schnitt um bis zu 15 Prozent gestiegen. In Mönchengladbach hin­gegen: Stillstand. Die Immobilienpreise blieben hier allenfalls stabil. Der aktuelle Immobilienboom in der Republik geht an der Stadt vorbei.

Das mag auch daran liegen, dass viele Besitzer aus einem Bedürfnis nach Sicher­heit in Zeiten der Finanzkrise an ihren Häusern festhalten, vor allem in den besseren Wohngegenden wie Bunter Garten, Windberg oder Großheide. Der entscheidende Grund dürfte aber ein anderer sein: Mönchengladbach hat ein lang­weiliges, nichtssagendes Image.

Das soll sich nun ändern. Mit aller Macht wird die Stadtentwicklung vorangetrieben. Ein regelrechter Masterplan wurde erarbeitet, in öffentlichen Dis­kussionen und Workshops. Als „Trainer“ für den Aufstieg der Stadt in die Topliga der Immobilienstandorte hat man den bri­tischen Architekten Nicholas Grim­shaw gewonnen. Zusammen mit deutschen Planern und engagierten Bürgern soll er bis November seine Ideen vor­legen.
Schon jetzt ist bekannt: Der Abteiberg in der City wird „zu einem Highlight wie der Dom für Köln“ aufgewertet, sagt einer der Planer. Es sollen neue Wohnungen gebaut, die Ansicht auf den Kulturhügel freigelegt und der Marktplatz neu gestaltet werden. Mönchengladbach, bekannt als die Stadt mit zwei Herzen (gemeint sind Innenstadt und Rheydt), ist zudem dabei, sich ein neues Motto zu­zulegen: noch mehr Herzen.

Ein paar Edelquartiere wie Bunter Garten, Großheide oder Windberg ­allein, so die Erkenntnis der Planer, reichen nicht. Mehr Leben entsteht in Mönchengladbach nur, wenn die kleinen Stadtteile und Dörfer wie Wickrath, Rhein­dahlen oder Eicken gestärkt werden. Ihre Entwicklung ist eng verknüpft mit der Zukunft des Oberzentrums Gladbach-­City und des Mittelzentrums Rheydt.

„Mönchengladbach hat viele Stärken, die aber sind in der Stadt verstreut und sollten besser inszeniert werden“, sagt Walter Siebel, Stadt- und Regionalforscher und einer der Professoren, die mit Grimshaw arbeiten. Bereits in den vergangenen Jahren war zu beobachten, dass etwa Eicken im Kommen ist. Im Stadtteil nordöstlich der City siedelten sich individuelle Läden an, das kleine Zentrum des Viertels wurde aufgepeppt.

Nicht alle glauben an das neue Gladbach. Mit Realpolitik habe dieser Masterplan erst mal nichts zu tun, kommentieren Skeptiker. Das sei aber auch gut so. „Denn sonst würden alle Ideen aus der Bevölkerung zerredet.“ In der Vergangenheit kursierten immer wieder Pläne vor allem für die Innenstadt, die ebenfalls vorgaben, sich an den Bedürfnissen der Bewohner zu orientieren. Die aber am Ende in der Schublade landeten, weil sie nicht den gleichen Rückhalt in der Bevölkerung hatten wie der aktuelle ­Anlauf.

Bunter Garten

Teuer, teuer, teuer – Die besten Wohnlagen in Mönchengladbach – Bunter Garten

Die gute Stube Mönchengladbachs liegt nördlich der grauen Innenstadt und ­deutet schon durch ihren Namen an, was Immobilieninteressenten hier erwartet: Das Viertel ist gegliedert durch Parks mit Bäumen, Wiesen und Spazierwegen. Relikte des alten Botanischen Gartens, der dieses Areal früher einnahm.

Hier werden die höchsten Immobi­lienpreise in Gladbach erzielt – und das, obwohl die Häuser oft einfach und ein bisschen spießig daherkommen. Für Einfamilienhäuser, egal ob Alt- oder Neubau, zahlt man oft um die 1,5 Mio. Euro, neuere Eigentumswohnungen gehen für bis zu 3500 Euro pro Quadratmeter weg, die Miete liegt bei bis zu 11 Euro.

Der Nachteil: Für die große Nachfrage ist zu wenig Bewegung im Markt. Viele ältere Eigentümer würden ihre Immo­bilie ja gern verkaufen und eine kleinere Wohnung beziehen. Weil sie in Toplagen wie dem Bunten Garten jedoch keine ­adäquaten Objekte finden, bleiben sie oftmals in ihrem alten Haus wohnen.

Viele der hochwertigen älteren Häuser sind überdies renovierungsbedürftig. Interessenten müssen zu den beacht­lichen Kaufpreisen für Grundstück und Haus noch Ausgaben für die Sanierung einkalkulieren – was einen Erwerb wirtschaftlich oft nicht sinnvoll erscheinen lässt.

capital.de, 31.01.2017
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