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Immobilienpreise und Mietspiegel: Erfurt

Immobilien- und Mietpreise in Erfurt

Der Immobilienmarkt in Erfurt

Regiopole mit Charme – Die besten Wohnlagen in Erfurt

Thüringens Landeshauptstadt wird 2017 ein wichtiger Knotenpunkt für Fernzüge. Vier Jahre danach findet hier die Bundesgartenschau statt. Investitionen in Millionenhöhe sind garantiert.
die bisher eher unbeliebt waren.
Die Erfurter können sich in den kommenden Jahren auf zwei Ereignisse freuen. 2017 will die Deutsche Bahn ihre neue ICE-Strecke von Berlin über Erfurt nach München in Betrieb nehmen, wodurch die Thüringer Landeshauptstadt zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für Fernzüge aufsteigt. Und 2021 kommt die Bundesgartenschau nach Erfurt. Das bedeutet: Investitionen in Millionenhöhe, neue Grünflächen und aufgewertete Wohngebiete.

In seinem Büro in der Erfurter Altstadt präsentiert Uwe Spangenberg, Beigeordneter für Stadtentwicklung, ein Konzept für die ICE-City. Unmittelbar am Hauptbahnhof soll ein großes Tagungszentrum mit Hotels und Wohnungen entstehen. Die zentrale Lage in Deutschland macht Erfurt attraktiv für solche Vorhaben, meint Spangenberg.

Es gibt aber noch mehr Argumente, die für die Stadt sprechen: „Erfurt entwickelt sich gegen den Trend in vielen anderen Regionen. Die Bevölkerung wächst und liegt schon jetzt bei über 200.000 Einwohnern.“ Im letzten Jahr entstanden infolge der Ansiedlung mehrerer Logistikunternehmen 2500 neue Arbeitsplätze. Weil Spangenberg weiß, dass es anmaßend wäre, von einer Metropole zu reden, nennt er Erfurt liebevoll „Regiopole“.

Die Wohnungen, die derzeit auf dem Gelände des ehemaligen katholischen Krankenhauses in der Innenstadt gebaut werden, können sich die Beschäftigten der Logistikzentren wohl kaum leisten. Hier entsteht derzeit eines der ­attraktivsten Wohngebiete mit rund 80 Eigentumswohnungen. Wer in einem dieser Quartiere residieren möchte, muss etwas mehr ausgeben: 2500 bis 2600 Euro kostet der Quadratmeter, bei den noch folgenden Bauabschnitten wird schon mit Preisen bis zu 3000 Euro kalkuliert.

Dass es für solche Objekte in Erfurt eine kaufkräftige Klientel gibt, zeigt das Beispiel der Schottenhöfe, einem Neubauprojekt mitten in der Altstadt. Obwohl die Wohnanlage noch gar nicht fertig­gestellt ist, sind die 50 Wohnungen fast schon alle verkauft, berichtet Carola Busse, Geschäftsführerin des Investors Wachsenburg-Gruppe.

„Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren bei Neubau und Sanierung eine Steigerung des Quadratmeterpreises um rund 500 Euro erlebt“, sagt Michael Krause. Damit ist die Schmerzgrenze von 2500 Euro pro Quadratmeter, die noch vor zwei Jahren galt, deutlich überschritten. Für den Geschäftsführer von Immobilien Point 24 ist das ein Zeichen dafür, dass das Einkommensniveau in der Region gestiegen ist.

Die Nachfrage in Erfurt ist groß. Die Frage, wie hoch die Preise noch klettern können, entzweit die Experten. Während einige Makler auf die weiterhin geringen Gehälter verweisen, träumen manche Immobilienbesitzer schon von Quadratmeterpreisen bis zu 5000 Euro.

In der Altstadt und der Löbervorstadt dürfte diese Prognose am ehesten eintreffen, denn hier ist die Nachfrage am größten. Weil das Angebot trotz mancher Lückenschlüsse hier kaum wächst, weichen Interessenten auf benachbarte Stadtteile aus. Daberstedt im Osten und die Brühlervorstadt im Westen profitieren. Trotz des Booms muss man sich auch mit schma­lem Geldbeutel keine Sorgen machen, meint Petra Schapitz von Planethome: „Es gibt noch bezahlbaren Wohnraum.“

Eigenheime im Umland verkaufen sich inzwischen auch wieder gut, bestätigt Stephan Höfig, Geschäftsführer von Re/Max City Erfurt und Vorstandsmitglied im Immobilienverband IVD. Hier finde eine Art Austausch statt: Wer nach der Wende ein Häuschen im Grünen gebaut oder gekauft hat, möchte jetzt gern wieder in die Innenstadt. Junge Familien finden in der Stadt keine große Wohnung und entscheiden sich für das Umland, bestätigt Laurie Brezina, Immobilienmakler bei der Sparkasse Mittelthüringen.

Mit einigem Interesse dürfte die Immobilienbranche in den nächsten Jahren auf den Norden Erfurts schauen. Das Stadtgebiet, das bisher vor allem als schmuddelige Plattenbausiedlung bekannt ist, soll im Rahmen der Bundesgartenschau 2021 deutlich aufgewertet werden. Die Auen entlang des Flusses Gera werden zu einem weitläufigen Park- und Gartenareal. „Der Norden wird ein hochattraktiver Wohnstandort“, glaubt Stadtentwickler Spangenberg.

Manche Investoren sehen das genauso. Die Wachsenburg-Gruppe errichtet an der Auenstraße derzeit einen Wohnpark mit Stadthäusern und Eigentumswohnungen. „Pionierarbeit in einem städtebaulichen Entwicklungsgebiet“, nennt Geschäftsführerin Carola Busse das selbstbewusst. Die wird dann allerdings auch ihren Preis haben.

capital.de, 31.01.2017
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