Kolumne4 Tipps für mehr Produktivität, Konzentration und mentale Erholung

Lena Wittneben
Lena WittnebenPR

Egal ob im Job oder Privaten, wir sind rundum gefordert, bei hohem Tempo und zumeist kurzen Regenerationszeiten. Meeting-Marathon, E-Mail-Flut, drängelnde Kunden, Partner und Kollegen – und selbst in den vermeintlichen „Pausen“  fordern häufig noch private Whatsapp-Nachrichten und diverse Social-Media-Kanäle unsere Aufmerksamkeit. Niemand will Dosen-Telefon, Brieftaube oder die Postkutsche zurück – nur gilt es mitunter dem (digitalen) Kommunikationsdauerrauschen Einhalt zu gebieten und selbst zu entscheiden, wann, wie und welchen Informationen und Einflüssen wir unsere Aufmerksamkeit schenken.

Letztlich verspricht ein Mix aus „Methoden und Haltung“ den größten Erfolg. Es bringt wenig, nur Tools, Apps und Techniken anzuwenden, wenn wir nicht hinterfragen, warum wir uns für vermeintlich „unabkömmlich“ halten und in Pawlowscher Manier zum Sklaven von Smartphone und jedweder Kommunikation werden. Ähnlich wie bei einer Diät. Strikte Essensverbote ohne Reflexion befeuern nur den Jojo-Effekt.

#1 Biorhythmus

So banal wie wahr und fernab der Binsenweisheiten: Nur wenn wir ausreichend schlafen, pausieren, trinken (Wasser!), essen (Glucose fürs Hirn!), frische Luft tanken und uns bewegen, sind wir ausreichend aufnahme- und leistungsfähig. Ergänzend zu dieser notwendigen „Grundausstattung“ sollten wir nach Möglichkeit bei der Erledigung unserer Aufgaben auf unseren Biorhythmus hören.

Typ Eule (aka Langschläfer) wird der Geschäftsleitung, Kunden und Partnern vermutlich eher schwerlich darlegen können, dass bei ihm erst nach einem ausgiebigen 11-Uhr-Brunch-Zeitfenster mit ersten geistigen Ergüssen und Reaktionen zu rechnen ist. Dennoch haben fast alle Menschen einen gewissen Spielraum, um ihr Tagewerk gestalten zu können.

Anstatt bei Arbeitsbeginn E-Mails „abzuarbeiten“ oder „low-brainer“-Tätigkeiten auszuführen, sollten wir die Zeit am Morgen und Vormittag nutzen, wenn sehr viele Menschen ein Leistungshoch erreichen, um Aufgaben zu erledigen, die unsere maximale Aufmerksamkeit erfordern: Strategische Konzepte, Plänen und Ideen ausarbeiten oder an detaillierten Projektplänen schnitzen.

Rund um die Mittagszeit und nach dem Lunch sackt das Blut ohnehin in den Magen. Dann passt besser kognitiv leichte Kost auf den Schreibtisch-„Teller“. Ab dem frühen Nachmittag geht bei vielen die Leistungskurve nochmals nach oben, ein idealer Slot für Besprechungen, Telefonate und Konzentration erfordernde Aufgaben. Am späten Nachmittag und frühen Abend geht es ohnehin wieder bergab.

Unsere Energiehochs und -tiefs sollten wir optimal an unsere To-dos angleichen. Und en détail herausfinden, was wir wirklich brauchen, um „gut“ arbeiten zu können und uns wohl zu fühlen. In Ergänzung zu so unabdingbaren Dingen wie Wertschätzung, einem kollegiales Miteinander und der perfekten Balance aus Herausforderung und Erfolgen, können wir unsere Bürowelt ein Stück weit auch mit dem eigenen roten Teppich auslegen. Für geistige Perlen braucht es für den einen den Blick ins Grüne? Nur beim Blick durchs Fenster lacht uns die Gebäuderückwand der Nachbarn entgegen?  Pflanzen auf den Tisch türmen oder – sofern möglich – ein paar Naturfotos aufhängen. Wer Musikberieselung anstelle von Tastaturgeklapper braucht, sorgt mit Kopfhörern fürs eigene Wohlbefinden.

Viele Menschen halten derartige Erkenntnisse für derart banal, dass sie diese vermeintlich einfachen Tipps erst gar nicht umsetzten. Das ist ein fataler Irrglaube, denn beim aktiven Gestalten ist der Unterschied deutlich spürbar. Wie so oft wirkt die Summe vieler kleiner Teile.