Kolumne3 Tipps für mehr Selbstwirksamkeit

Lena WittnebenMike Schaefer/PR

#1 Kenne deine Stärken

Vielleicht kommen Ihre Präsentationskünste noch nicht an die von Steve Jobs heran, dafür lockern Sie jede Vortragsrunde mit Ihrem Humor und Empathie auf? Kommen Sie aus dem Schwächen-Zoom und besinnen Sie sich auf Ihre Stärken.

Um uns zu verbessern, können Vergleiche mit unseren Mitmenschen anspornen. Jedoch schwächt der fortlaufende Vergleich mit anderen langfristig unser Potenzial. Denn in den seltensten Fällen finden grüblerische Vergleiche auf Augenhöhe statt. Nehmen wir deutlich „Schwächere“ als Maßstab, laufen wir Gefahr uns künstlich zu erhöhen und schlimmstenfalls zu echauffieren. Wer andere klein macht, ist nie groß. Beim Abgleich mit Konkurrenten, die qua Amt in einer anderen „Liga“ spielen, werten wir uns ab. Hilfreich ist es, sich seiner Stärken bewusst zu sein und die eigenen Erfolge auch anzuerkennen und bestenfalls auch zu notieren.

Genau wie jede Marke ihr Alleinstellungsmerkmal hat, haben auch Sie Ihre ganz besonderen und herausragenden Leistungsmerkmale. Fernab von „fishing for compliments“: Fragen Sie mal Ihre Freundinnen und Freunde, was Sie ausmacht und was Sie richtig gut können. Sich der eigenen Einzigartigkeit bewusst zu sein, macht uns unabhängig vom Urteil anderer, stärkt unser Selbstbewusstsein und bringt mitunter Talente ans Licht, die wir selbst nie wahrgenommen haben.

#2 Übernimm Verantwortung und verlasse die Opferrolle

Winter-Blues im März, ein wackeliges Wlan im Homeoffice, der stieselige Nachbar und zudem noch kein Lockdown Ende in Sicht: Wer sich nur als Opfer der äußeren Umstände begreift und beharrlich den Mangel im Außen sucht, wird nicht nur fündig werden, sondern sich auch hausgemacht und in Eigenregie die Laune verderben.

Für mehr Selbstwirksamkeit können wir unsere Sicht und Bewertung der äußeren Umstände umformen und in die Eigenverantwortung starten. Dabei geht es nicht um den Blick durch rosarote Brillen oder darum, aus Zitronen Limonade machen zu wollen, sondern nicht zu verharren und über Dinge, Zustände oder Menschen zu jammern, die wir selbst nicht verändern können.

Frei nach dem US-amerikanischen Theologen, der es so trefflich in seinem „Gelassenheitsgebet“ ausdrückte:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“.

Distanzieren wir uns in unserem Umfeld gleichzeitig von bremsenden Opferlämmern und Dauernörglern, bleiben wir bei guter Stimmung und werden uns unserer Fähigkeit zur Selbstregulierung noch stärker bewusst.

#3 Werde aktiv

Anstatt ins Tun zu kommen, verharren wir träge mit einem Bündel Ausreden im bequemen „Aufschieberitis“ Modus: Wenn wir erst befördert worden sind, dann werden wir uns auch dem Kollegen gegenüber beweisen, der im Meeting unsere Ideen gern als die eigenen verkauft. Wenn es erst wieder wärmer wird, dann starten wir mit der morgendlichen Jogging Runde. Die Krux bei der „Wenn-dann“-Verabredung mit uns selbst: In den meisten Fälle finden wir bei Erreichen des vermeintlichen Ziels eine neue „Wenn-dann“-Verknüpfung. Kurzum: Die Joggingschuhe bleiben auch bei milderen Temperaturen im Schrank, denn nun gilt es zunächst die richtige atmungsaktive Bekleidung zu recherchieren, bevor wir mit dem Laufen starten.

Faulheit, Angst vor dem Scheitern oder auch vor sozialem Ausschluss, lassen immer wieder die eigene Komfortzone auf Größe einer Gartenparzelle zusammenschrumpfen. Wie wird das Team auf uns reagieren, wenn wir den Kollegen mit seinem Ideendiebstahl konfrontieren? Steinzeitrelikte, die damals den sicheren Tod bedeutet hätten, heute aber glücklicherweise obsolet sind.

Je häufiger wir unsere Komfortzone ausweiten, desto mehr positive Erfahrungen können wir machen, die unser Selbstvertrauen stärken und uns nicht zum Spielball der äußeren Umstände und externer Kontrolle werden lassen.

Ergänzend können wir „Wenn-dann“-Verbindungen auch zu unseren Gunsten nutzen: Anstelle von Ausreden, um uns vor dem Joggen zu drücken, legen wir uns von Anfang an schriftlich einen Plan B zurecht und fixieren diesen gut lesbar an einem prominenten Ort in der Wohnung. Wenn nun das Sofa eine geradezu magnetische Ausstrahlung auf uns hat, lesen wir uns laut unsere Motivationsstrategie vor: „Wenn ich zu lustlos bin, um zu laufen, drehe ich meinen Lieblingssong auf volle Lautstärke und gehe aus dem Haus“.

Viel Erfolg beim Selbstwirksamkeit Training!

 


Lena Wittneben schreibt regelmäßig für Capital.de. Sie ist systemische Coach, Gedächtnistrainerin, Autorin & Marketing Beraterin – mehr unter lena-wittneben.de Ihr Interview Podcast „There is a crack in everything…“ ist gratis auf ItunesSpotify oder ihrer Webseite abrufbar.