Duft des ErfolgsAntoine Maisondieu: „Blütendüfte für Herren bleiben der Heilige Gral“

Antoine Maisondieu
Antoine MaisondieuGiorgio Armani Parfums


Wie riecht eigentlich Geld? Und was macht ein Eau zum Bestseller? Diese und weitere Fragen stellen wir in unserer Serie „Duft des Erfolgs“ den großen Parfümeuren. Diesmal antwortet Antoine Maisondieu, der für Givaudan viele Erfolgsdüfte schuf, etwa für Marken wie Bottega Veneta, Gucci – und immer wieder für Giorgio Armani. Zuletzt „Armani Code Absolu“, eine Fortsetzung des Welterfolgs „Armani Code“, der 2004 lanciert wurde.


Welcher Duft motiviert Sie am Morgen?

ANTOINE MAISONDIEU: Der Geruch von Zitronen in allen Facetten von grün bis reif verleiht mir Schwung zum Aufstehen und lässt mich sofort lächeln.

Welche Note beziehungsweise Komposition ist ideal für einen CEO? Und Warum?

Definitiv „Terre d’Hèrmes“. Ein zeitloser Klassiker, sehr hochwertig und chic. Für jedes CEO-Alter geeignet und immer angesagt.

Welcher Geruch beschreibt Ihre Kindheit?

Ich bin in der Duftstadt Grasse aufgewachsen und Lavendel war als Kind und in meiner Jugend geradezu omnipräsent. Wir hatten immer etwas davon im Haus, frisch in der Vase oder getrocknet im Schrank. Der Süden Frankreichs und die Mittelmeerküste werden für mich immer nach Lavendel riechen.

Welche Duftzutat beziehungsweise welcher Rohstoff inspiriert Sie gerade besonders?

Das traditionsreiche Räucherholz Palo Santo, das ursprünglich aus Peru und Ecuador stammt. Damit zu arbeiten, macht Düfte ungemein vielschichtig, inspirierend und geradezu mystisch.

Maisondieus neuer Duft: Armani Code Absolu
Maisondieus neuer Duft: Armani Code Absolu

Welche Note ist leider in Vergessenheit geraten?

Die ursprünglichen Eau de Colognes mit Noten von Orangenblüte und Zitrusfrüchten, die sich auf der Haut leider rasch verflüchtigten.

Welches Parfüm tragen Sie privat sehr häufig?

Ich mag die Colognes der italienischen Traditionsmarke Santa Maria Novella, deren über 400-jährige Geschichte auf eine Klosterapotheke in Florenz zurückgeht.

Was können Sie wirklich nicht mehr riechen?

Ich bin und bleibe neugierig und verschließe mich keinem Geruch, und zwar weder noch so schrägen Neuentdeckungen noch Noten aus der Vergangenheit unserer Zunft.

In aller Kürze: Wie duftet …
… Glück?

Eine Zitrusnote mit Zitrone und Bergamotte: hell, direkt, spritzig.

… Erfolg?

Für Frauen würde ich üppige Noten weißer Blüten verwenden, die ich mit Kultiviertheit, Eleganz und reichlich Power verbinde. Und für Männer vielleicht „Armani Code Gold“. Aber, pssst, den gibt es noch gar nicht …

… Liebe?

Eine mit Moschus geradezu „tierisch“ abgemischte Rose, die wunderbar eins wird mit der Haut.

… Geld?

Eine Kreation, die Hölzer mit Moschus und dem harzigen Adlerholzbaum verbindet. Eine Kombination, die mich an Luxushotels erinnert.

… Stille?

Nach Mimose, weil sie olfaktorisch kuschliger Baumwolle ähnelt.

… Spaß?

Alle Arten von Früchten, ganz besonders exotische wie Maracuja.

Was ist die spezielle Herausforderung in der Männer-Parfümerie?

Den perfekten Blütenduft für Herren zu finden, bleibt eine Suche nach dem heiligen Gral.

Welches Parfüm werden wir im Jahr 2030 aufsprühen?

Ich bin nicht sicher, ob wir dann überhaupt noch Sprays verwenden werden. Unser Lebensstil und ungeahnte Erfindungen könnten unser Verständnis und den Gebrauch von Düften grundlegend verändert haben …

Welches Parfüm ist Ihr absolutes Evergreen – ein zeitloser Klassiker?

Für Frauen: „Cristalle“ von Chanel (1993). Für Männer: „Armani Code“ von 2004 – einfach legendär verführerisch.