KolumneMehr Power ohne den Wahn zur Selbstoptimierung

Lena Wittneben
Lena WittnebenPR

Hersteller von Nahrungsmittelergänzungen, Tracking-Apps, Smartwatches, Retreats und Massenevents mit Motivations-Gurus bedienen jedwede Wünsche nach einem konzentrierten Geist, fitten Körpern, erfolgversprechender Kommunikation und dem Wunsch, effektiv mehr aus dem eigenen Leben herauszuholen. „Bigger, better, faster, more“-Attitüden gilt es nicht zu bewerten; Disziplin, Verbesserungen, Vereinfachen, Zeitersparnis und hochgesteckte Ziele sind bewundernswert und bringen uns in die Aktivität.

Nur häufig reichen im Alltag bereits kleine Kurskorrekturen, um fernab des Wahns zur Selbstoptimierung mehr Ausgeglichenheit und persönlichen Erfolg zu genießen. Die vermeintlich banalen Impulse beinhalten oft das größte Potenzial für mehr Wohlbefinden.

#1 Bewegung

Hinlänglich bekannt ist, dass Sport nicht nur unseren Körper fit hält, sondern vor allem auch den Kopf. Bereits wenige Minuten körperlicher Betätigung reichen aus, um die Durchblutung des Gehirns anzukurbeln, Endorphine auszuschütten und etwaige zermürbende Gedanken über schwierige Verhandlungen bestenfalls verstummen zu lassen oder konstruktive Lösungen zu entdecken. Sauerstoff und frische Energie zu tanken, macht uns vorrübergehend wacher und konzentrierter.

Wer keine Lücke oder Laune für regelmäßiges Training im Fitnessclub oder für die heimische Joggingstrecke aufbringen kann oder möchte, kann Bewegung in den Businessalltag einbauen: Treppe statt Aufzug. Kollegen im oberen Stockwerk persönlich aufsuchen, anstatt lange E-Mails zu schreiben. Beim Telefonieren im Büro umhergehen und auf dem Weg in den Feierabend eine Busstation früher aussteigen.

#2 Schlaf

Ohne Erholung keine Leistung. Dauerhaft zu wenig Schlaf führt zu Unausgeglichenheit, Konzentrationsmangel und langfristig schweren körperlichen Schäden. Warum nicht einen Teil der Mittagspause oder Taxifahrt vom Kundentermin für einen 15-minütigen „Powernapp“ nutzen? Selbst kurze Regenerationsphasen laden unsere Energie-Akkus  wieder auf.

Wer häufig aufgrund langer Termine oder innerer Unruhe deutlich zu kurze Nächte hat, sollte am Abend auf schweres Essen, Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichten.

Sorgen vor dem Licht löschen auf ein Papier zu schreiben und somit zunächst „abzugeben“, kann ebenso hilfreich sein wie für gute „Schlafhygiene“ mit ausreichend Verdunklung, guter Belüftung und bildschirmfreien Zonen zu sorgen. Die blaue Lichtstrahlung unserer Displays vermindert die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Auch das gehört zur Selbstoptimierung.