New Work5 Gründe für die Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt

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Symbolbild Feierabenddpa

#1 Es werden gar nicht 40 Stunden gearbeitet

Selbst der strengste Chef erwartet vermutlich nicht, dass Angestellte tatsächlich acht Stunden täglich auf Hochtouren arbeiten. Menschen sind schließlich keine Roboter. Außerdem gehört ein Schwätzchen beim Kaffeekochen zum geselligen Miteinander unter Kollegen dazu. Umfragen und Studien zeigen aber immer wieder: Angestellte verbringen erstaunlich viel Zeit bei der Arbeit mit privaten Tätigkeiten – vom stundenlangen Hängen am Handy bis zu ausgiebigen und täglich stattfindenden Privatgesprächen, die vielleicht besser in die Mittagspause oder den Feierabend gehören.

#2 Fachkräfte gewinnen

Einen Tag weniger arbeiten bei vollem Gehalt – ein solches Angebot dürfte nur schwerlich zu überbieten sein. Im zunehmend harten Kampf um Fachkräfte kann sich das vermeintliche Opfer für die Geschäftsführung auszahlen. Das gilt vor allem für Branchen, in denen sich die Erledigung eines Aufgabenpensums relativ frei einteilen lässt.

#3 Mehr Eigenverantwortung

Wir haben Ihnen ja bereits ein Experiment aus Neuseeland vorgestellt, bei dem ein Chef die Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt getestet hat. Seine Angestellten mussten zwar das volle Arbeitspensum erledigen. Sie fanden aber eigenständig Wege, um ohne großen Stress produktiver zu sein. Dazu gehörten kürzere Meetings und wirklich störungsfreies Arbeiten.

#4 Spaß an der Arbeit

Wer wegen ständiger Ablenkungen oder chronischer Unterforderung weniger arbeitet, als er könnte, ist deshalb noch lange nicht tiefenentspannt. Im Gegenteil: Mangelnde Produktivität stresst und demotiviert. Im Gegenzug kann höhere Produktivität die Zufriedenheit mit dem Job und der eigenen Leistung steigern. Sprich: Die Arbeit macht wieder Spaß.

#5 Einsparungen

Das Beispiel aus Neuseeland hat gezeigt: Eine Vier-Tage-Woche bei vollen Bezügen ist nicht nur ein Nullsummenspiel, sie kann sich sogar rechnen. Zufriedene und ausgeruhte Mitarbeiter sind grundsätzlich motivierter, seltener krank, wechseln nicht so schnell den Arbeitgeber. Es gibt auch ganz praktische Einsparpotenziale. Täglich 20 Prozent weniger Angestellte bedeuten geringere laufende Kosten (Strom, gegebenenfalls Miete, weil weniger Büroflächen benötigt werden).

Dieses gewagte Arbeitszeitexperiment ist natürlich nichts für Branchen, in denen es auf die Anwesenheit der Mitarbeiter ankommt (Gastronomie, Einzelhandel, Verwaltungen etc.). Wo sich aber klar umrissene Aufgaben zeitlich flexibel erledigen lassen, kann die Vier-Tage-Woche aber für beide Seiten ein interessantes Modell sein.