ImmobilienLage der Nation – Köln-Nippes

Immobilien-Kompass Karte Köln-Nippes
Immobilien-Kompass Karte Köln-Nippes

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Fast 140 Jahre lang wurden mitten in Köln-Nippes Förderbänder, Reifen und zeitweise sogar Luftschiffe hergestellt. Als die Gummiwarenfabrik Clouth Ende 2005 die Produktion einstellte, waren mit einem Mal 14,5 Hektar Fläche ungenutzt. Seit 2013 wird auf dem Areal gebaut. Bis 2018 sollen 1000 Wohnungen entstehen, die ersten 100 sind bezugsfertig.

Das Projekt hinterlässt Spuren am lokalen Immobilienmarkt: Daten des iib Dr. Hettenbach Instituts zufolge zogen die Preise für Neubauten 2015 gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Prozent an – auf rund 4000 Euro pro Quadratmeter. In ganz Köln betrug der Aufschlag „nur“ fünf Prozent.

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Bei den Anwohnern stößt das neue Quartier nicht nur auf Zustimmung: Die Furcht vor Baulärm, zusätzlichem Verkehr und der angeblichen Abholzung von Bäumen ließ die Emotionen hochkochen. Finanziell dürfte das Großprojekt Immobilienbesitzern im Viertel mittelfristig jedoch Freude bereiten.

Noch entwickeln sich in Nippes die Quadratmeterpreise von Bestandsobjekten (2015: rund 3000 Euro) verhalten. In ähnlich strukturierten Vierteln anderer Städte folgten sie denen im Neubauquartier jedoch bald. In Düsseldorf-Derendorf etwa, wo auf einem früheren Bahngelände seit 2006 rund 1100 Wohnungen entstehen, explodierten die Preise für Neubauten 2010 (plus 25 Prozent zum Vorjahr), die Preise von Bestandswohnungen zogen zwei Jahre später nach (plus 18,5 Prozent).

Roland Kampmeyer meint, erste Zeichen für eine ähnliche Entwicklung auch in Köln-Nippes auszumachen: „Der Stadtteil bekommt durch das Clouth-Quartier eine Aufmerksamkeit bei Immobilieninteressenten, die er vorher nicht hatte“, sagt der Makler, der dort mehrere Projekte vermarktet. Wer sich die Neubauten anschaue und dort nicht fündig werde, setze sich mit der Gegend auseinander. Und entscheide sich womöglich für ein Bestandsobjekt drei Straßen weiter. „Hat so ein Objekt dann auch noch Stuckdecken, ist es ruck, zuck vom Markt“, so Kampmeyer, „und zwar zu einem guten Preis.“