ImmobilienLage der Nation – Gera

Immobilien-Kompass Karte Gera
Immobilien-Kompass-Karte Gera

Diese Rubrik analysiert für Sie besondere Viertel, Kommunen und unentdeckte Ecken. Sämtliche Miet- und Kaufpreise, Renditen sowie Lagequalitäten für alle deutschen Städte und Kommunen finden Sie – laufend aktualisiert – unter immobilien-kompass.capital.de. Hier geht es direkt zur interaktiven Karte von Gera


9,59 Prozent Rendite? In Zeiten von Zinsen nahe null ist das ein Wort. Tatsächlich können Käufer einer Bestandswohnung in der Altstadt von Gera mit einer fast zweistelligen Bruttomietrendite rechnen. Anderswo lassen sich ähnliche Traumwerte erzielen – Magdeburg-Hopfengarten: 9,41 Prozent, Chemnitz-Lutherviertel: 10,29 Prozent, Salzgitter-Lichtenberg: 10,36 Prozent. Doch die hohen Zahlen sind auch trügerisch.

Der Aufschlag gegenüber der „Normalrendite“ ist die Prämie für das Risiko, die Wohnung nicht vermietet zu bekommen. Das sollten Käufer in Orten wie Gera nicht unterschätzen. Die drittgrößte Stadt Thüringens leidet wie kaum eine andere Kommune dieser Größe unter Bevölkerungsschwund – und steht damit stellvertretend für schrumpfende Städte vor allem im Osten. Ende der 80er-Jahre lebten in Gera noch knapp 135.000 Einwohner. Als Bezirksstadt wurde Gera zu DDR-Zeiten stark gefördert. Für Beschäftigte im Uranbergbau Wismut entstanden zahlreiche Plattenbauten.

Die billigste unter den 50 größten deutschen Städten

Heute spielen Montan- und Textilindustrie in Ostthüringen keine Rolle mehr, neue Arbeitgeber füllen die Lücke nicht annähernd aus. Wer kann, zieht weg. Den Status als Großstadt hat Gera bereits 2009 eingebüßt. Kaum mehr 95.000 Einwohner zählt die Stadt noch.

Altbau Berlin

München und Hamburg gelten als hochpreisige Wohngegenden. Doch das teuerste Quartier liegt in der Hauptstadt. Unsere Bilderserie:
Top Ten der teuersten Wohnviertel

Der Preisverfall auf dem Immobilienmarkt spiegelt diese Entwicklung: Wohnungen im Bestand kosten dem iib Institut Dr. Hettenbach zufolge 706 Euro pro Quadratmeter – acht Prozent weniger als vor fünf Jahren. Billiger lässt sich in keiner der 50 größten deutschen Städte wohnen. Als die klamme Kommune 2014 erwog, fast 7000 städtische Wohnungen zu verkaufen, plante man einen Erlös von 30 Mio. Euro ein, also 4300 Euro pro Wohnung. Der Plan scheiterte im Stadtrat.

Mehr als 6000 Wohnungen in Gera sind seit der Wende bereits „zurückgebaut“ worden. Zu wenig, um die Kommune für Investoren attraktiv zu machen. In einer Studie der Postbank zur Wertentwicklung von Immobilien in 402 deutschen Städten und Kreisen landete Gera jüngst auf Platz 398.

Weitere Folgen von Lage der Nation: Berlin-Neukölln und Sylt