PodcastWo es bei der digitalen Verwaltung hakt

Steffen Stundzig ist Gründer von Memores, der digitalen Nachlass-AppMemoresa


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


Von Versicherungsunterlagen bis hin zu den Rezepten vom Arzt gibt es noch immer viele wichtige Papiere und Dokumente, die nur analog vorliegen – obwohl es digitale Alternativen gäbe. „Es gibt immer mehr Dinge, die inzwischen digital gewünscht sind“, bestätigt Memoresa-Gründer Steffen Stundzig. Der Trend, dass Dokumente elektronisch abgelegt und vorhanden sein sollen, sei unverkennbar. Das sehe man nicht zuletzt auch an den Corona-Testergebnissen für das Smartphone und der digitalen Patientenakte.

Die App Memoresa helfe dabei, den Überblick nicht zu verlieren. Dokumente können geordnet abgelegt, Rezepte gespeichert und Zugänge für Online-Konten verwaltet werden. Dabei war das Geschäftsmodell zuerst ein ganz anderes: „Angefangen haben wir mit dem Nachlass“, erinnert sich Stundzig.

Nach einem schweren Fahrradunfall befasste sich der Manager das erste Mal konkret mit dem Tod. Das mache man normalerweise nicht gerne, so ging es auch Stundzig, erzählt er. „Ich gehöre auch zu den Menschen, die sich jedes Wochenende vornehmen, endlich mal in den Unterlagen aufzuräumen“, sagt er. Im Ernstfall wolle er Versicherungen, Kontoverbindungen und Verträge geordnet hinterlassen. Teilweise waren diese Dokumente noch analog, teilweise bereits digital, das brachte ihn auf die Idee zu Memoresa. Das Ziel der App ist die Bündelung von Daten.

Daten sammeln sich über die Jahre an

„Aktuell ist das Eintragen noch Fleißarbeit“, doch an der Weiterentwicklung der App werde kontinuierlich getüftelt. Momentan arbeiteten die Memoresa-Mitarbeiter daran, ein Passwort-Tool zu integrieren. „Ich habe eine Passwort-App, in der inzwischen über 400 Einträge vorhanden sind. Das sammelt sich über die Jahre an“, sagt Stundzig.

„Um am Ball zu bleiben, versuchen wir regelmäßig Fördermittel zu bekommen.“ Denn der gesamte Prozess der Digitalisierung von Dokumenten könnte „definitiv“ schneller gehen. Doch in Deutschland sei man – was die Gesetzeslage angehe – noch nicht am erhofften Punkt angekommen. Gerade wenn es um die digitale Verwaltung geht, sei man noch längst nicht dort, wo es sein könnte. „Ich bin Verfechter von Open Data und Open Source und habe die Hoffnung, dass viele Prozesse auf einer offenen Schnittstelle basieren werden“, meint der Memoresa-Gründer. Wie die Bundesrepublik das digitale Daten-Chaos in den Griff bekommen könnte, erzählt Steffen Stundzig in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


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