MobilitätSo viele Unfälle mit E-Scootern gibt es in Deutschland

Viele E-Scooter sind bereits nach drei Monaten schrottreif
Viele E-Scooter sind bereits nach drei Monaten schrottreifdpa

Wie gefährlich sind E-Scooter wirklich? Diese Frage steht im Raum, seit das neuartige Verkehrsmittel im Sommer 2019 für den Straßenverkehr in Deutschland zugelassen wurde. Ab Jahresbeginn 2020 liegen nun erstmals gesicherte Zahlen für Unfälle mit den elektrischen Tretrollern vor. Die Polizei erfasst sie seitdem separat in der Unfallstatistik. Demnach kam im ersten Quartal 2020 ein Fahrer eines E-Scooters bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Ein Toter bei Unfällen mit E-Scootern

Von Januar bis März 2020 wurden auf deutschen Straßen 53.322 Unfälle mit Personenschäden registriert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. 547 Menschen wurden getötet. Fast jeder zehnte Verkehrstote (52) war laut dem Bericht ein Fahrradfahrer. Radfahrer waren in insgesamt 12.727 Unfälle mit Personenschaden verwickelt. Bei E-Scootern waren es lediglich 251 Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Ein Scooter-Fahrer starb. Damit fiel die Rate von Todesfällen zur Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden für Fahrräder und E-Scooter gleich aus: 0,4 Prozent.

So sah die Bilanz von Januar bis März 2020 genau aus:

Fahrradunfälle mit Personenschäden: 12.727
Tote: 52 (0,4 Prozent)
Schwerverletzte: 2052 (16,1 Prozent)
Leichtverletzte: 10.431 (82,0 Prozent)

E-Scooter-Unfälle mit Personenschäden: 251
Tote: 1 (0,4 Prozent)
Schwerverletzte: 39 (15,5 Prozent)
Leichtverletzte: 182 (72,5 Prozent)

Bei Fahrrädern und Scootern bleibt die Summe der Toten und Verletzten unter der Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden. Die Differenz entfällt laut einem Destatis-Sprecher auf andere verletzte Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel angefahrene Fußgänger.

Corona und E-Scooter

„Noch spielen E-Scooter im Unfallgeschehen somit eine vergleichsweise geringe Rolle“, bilanzierten die Statistiker nach dem ersten Quartal. Allerdings ist die Zeit von Januar bis März nicht gerade die typische Hochphase für Tretroller. Die Corona-Krise hat möglicherweise den Boom im Frühling und Sommer gebremst. Auf jeden Fall zeigen neue Zahlen: So hat es von April bis Mai keinen weiteren Todesfall mit Scootern gegeben. Die Rate tödlicher Unfälle hat sich deshalb bei den Tretrollern seit Jahresbeginn mehr als halbiert, auf 0,2 Prozent. Die Quote der Todesfälle bei Fahrradunfällen blieb hingegen in etwa gleich.

So sah die Unfallstatistik von Januar bis Mai aus.

Unfälle mit Personenschäden insgesamt: 92.971
Getötete: 1018
Schwerverletzte: 20.659
Leichtverletzte: 95.225

Fahrrad-Unfälle mit Personenschäden: 28.744
Getötete: 149 (0,5 Prozent)
Schwerverletzte: 5583 (19,4 Prozent)
Leichtverletzte: 23.105 (80,4 Prozent)

E-Scooter-Unfälle mit Personenschäden: 437
Getötete: 1 (0,2 Prozent)
Schwerverletzte: 82 (18,8 Prozent)
Leichtverletzte: 304 (69,6 Prozent)

 


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