Innovativste Unternehmen

InnovationFrosta: Denken beim Essen

Die besten Einfälle für neue Produkte und Prozesse sammelt der Lebensmittelhersteller Frosta bei Mitarbeitern
Die besten Einfälle für neue Produkte und Prozesse sammelt der Lebensmittelhersteller Frosta bei Mitarbeiternimago images / HMB-Media


Deutschlands innovativste Unternehmen: Aus knapp 1800 Kandidaten haben Capital und Statista 442 Innovationstreiber herausgefiltert. In unserer Artikelserie stellen wir Ihnen eine Auswahl der ausgezeichneten Unternehmen vor. Die komplette Auswertung im Überblick zeigt unsere Infografik


Um frische Ideen ins Unternehmen zu bringen, haben sie es bei Frosta ganz klassisch versucht: Vor Jahren wurde ein Innovationsteam eingesetzt, unterstützt von Experten von außen. Alle paar Wochen präsentierte es seine Vorschläge. „Aber so richtig entstanden ist da nichts“, sagt Hinnerk Ehlers, Vorstand für Vertrieb und Personal bei einem der Marktführer für Tiefkühlkost.

Viele jener Ideen, die Frosta zu einem Innovationsführer in der Lebensmittelbranche machen, entwickelten sich vielmehr ganz unstrukturiert – etwa in der Küche, wo sich die Mitarbeiter mittags ihr Essen zubereiten, natürlich aus dem eigenen Sortiment.

Vor einigen Jahren kam dabei die Frage auf, warum man auf der Verpackung nicht sehen könne, woher die Zutaten kommen. Die Informationen lagen schließlich vor und waren für die Verbraucher bereits im Internet abrufbar. Nun also sollten passgenaue Angaben direkt auf die Beutel gedruckt werden. Technisch und organisatorisch ist das nicht ganz trivial, seit einiger Zeit funktioniert es aber.

„Wir haben keine Angst vor Flops“

Die Entwicklung des flexiblen Druckverfahrens sei ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation funktioniere, sagt Ehlers. „In einem Gespräch entsteht eine Idee, und einer sagt: ,Das machen wir jetzt.‘“ Ähnlich lief es bei einer anderen Weltneuheit, die Frosta Anfang des Jahres präsentierte: einem Tiefkühlbeutel aus Papier. In diesem Fall hatte ein Mitarbeiter auf eigene Faust an einem Ersatz für Plastik getüftelt – weil ihn das Thema Nachhaltigkeit umtrieb.

Auch ein zweites Innovationsprojekt steht schon in den Startlöchern: „Fisch vom Feld“. Der Name ist Programm und umfasst pflanzliche Alternativen eine pflanzlichen Alternative zu verschiedenen Fischprodukten. Ab September soll der vegane Fischersatz dann auch im Laden erhältlich sein.

Dass auch in dieser Innovationskultur bei Frosta nicht alles funktioniert, versteht sich von selbst. „Wir haben aber keine Angst vor Flops“, sagt Ehlers. Denn mit Rückschlägen und Misserfolgen geht die Firma ähnlich transparent um wie mit den Zutaten ihrer Produkte. Sie landen auf der Website– in der Rubrik „Produktfriedhof “.

Die Corona-Krise hat Frosta zuletzt Nachfrage-Plus verschafft: Im März und April verbuchte der Tiefkühlhersteller ein Umsatzplus für die Produkte der Marke von rund 30 Prozent. Auch die Produktion läuft auf Hochtouren. Das Gastronomiegeschäft brach dagegen wegen der Corona-bedingten Maßnahmen ein.


Die Studie über die innovativsten deutschen Unternehmen ist in Capital 03/2020 erschienen. Wichtiger Hinweis: Die Untersuchung wurde vor Ausbruch der Corona-Pandemie durchgeführt. Zur Methodik: So wurden die innovativsten Unternehmen ermittelt
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