Capital BriefingDas müssen Sie zum CO2-Ausstoß wissen

Der Ausstoß von CO2 soll für alle Sektoren einen Preis bekommen – darüber sind sich inzwischen im Grundsatz fast alle einig, von der Wissenschaft bis hin zur Industrie. Auch die Bundesregierung ist auf diese Linie eingeschwenkt. Gestritten wird über den Weg, nahezu im Tagesrhythmus werden derzeit Konzepte und Gutachten für einen einheitlichen CO2-Preis vorgelegt – zuletzt von den sogenannten fünf Wirtschaftsweisen, dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Der Rat hat der Bundesregierung in seinem Sondergutachten empfohlen, die Nutzung fossiler Energien beim Heizen und im Verkehr teurer zu machen – also in den Sektoren, die heute nicht dem europäischen Emissionshandelssystem unterliegen. Dabei halten die Wirtschaftsweisen sowohl einen neuen Emissionshandel für die Sektoren Verkehr und Wärme als auch die Einführung einer neuen CO2-Steuer für möglich. Über die Ausgestaltung einer solchen Bepreisung diskutieren seitdem Verbände, Politiker und jetzt auch das Klimakabinett bei seiner Sitzung am Donnerstag.

Capital hat deshalb sechs Artikel zusammengestellt mit allem, was Sie zum CO2-Ausstoß wissen müssen:

#1 Klimaprämie statt CO2-Steuer

„Die Gemeinschaft hat durch Steuerpolitik ausgerechnet die begünstigt, die sich klimaschädlich verhalten“, kritisiert Energie-Ökonomin Claudia Kemfert in einem Gastkommentar. Sie fordert deshalb statt einer CO2-Steuer eine „Klima-Prämie“. Lesen Sie hier warum.

Claudia Kemfert leitet die Abteilung "Energie, Verkehr, Umwelt" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und ist Professorin Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance.
Claudia Kemfert leitet die Abteilung „Energie, Verkehr, Umwelt“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance

#2 Vorbilder bei gutem Klimaschutz

Deutschland hinkt bei seinen selbst gesteckten Klimaziele bislang noch deutlich hinterher: Eigentlich sollten der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2020 um 40 Prozent geringer als noch in 1990 sein. Bislang hat Deutschland allerdings nur einen Rückgang von gut 30 Prozent erreicht – und wird das Ziel für 2020 klar verfehlen. Auch das Ziel für 2030 (55 Prozent weniger Treibhausgase gegenüber 1990) ist in Gefahr. Diese Länder sind dagegen Vorreiter. Lesen Sie hier, welche Länder Klimaschutz mit Vorbild-Charakter machen.

Blick auf La Valetta
Die Analysten bescheinigten 13 Ländern einen „guten“ Klimaschutz. Platz zehn des Rankings ging an Malta. Es konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessern. Malta punktete vor allem mit den hohen Wachstumsraten bei den erneuerbaren Energien während der vergangenen fünf Jahre. Malta liegt im Klima-Index 2019 vor Indien, Norwegen und Finnland

#3 Riskante Wette auf Elektroautos

Wegen ihrer besseren CO2-Bilanz gelten Elektroautos schon jetzt als die Fahrzeuge der Zukunft. Auch in Deutschland werden die E-Wagen zunehmend gefördert: Seit Januar 2019 gelten günstigere Steuersätze für batteriebetriebene Dienstwagen. Auch eine Quote von 25 Prozent E-Autos bei Neuzulassungen war im Gespräch. Aber der vermehrte Einsatz von Elektrofahrzeugen bringt nicht nur Vorteile mit sich. Lesen Sie hier, wie riskant die Wette auf Elektroautos wirklich ist.

Ladestation für Elektroautos: Der Ausbau der Infrastruktur ist eines der vielen Probleme bei der E-Mobilität
Ladestation für Elektroautos: Der Ausbau der Infrastruktur ist eines der vielen Probleme bei der E-Mobilität

#4 Grüne digitale Unternehmen

Auch für viele Unternehmen spielt der CO2-Ausstoß eine immer größere Rolle. Wie die grüne Wende im eigenen Betrieb funktionieren kann, weiß Kate Brandt. Seit 2015 entwickelt sie grüne Strategien für den Tech-Giganten Google. Im Interview mit Capital verrät Brandt, wie sie das machen will und warum sie die „Fridays for Future“-Bewegung inspirierend findet.

Kate Brandt, CSO Google
Wir wirtschaftet man nachhaltig? Capital hat Kate Brandt auf dem Green Tech Festival in Berlin getroffen.

#5 Der richtige Klimaschutz

„Warum sinken im Land der Windräder und der EEG-Umlage die CO2-Emissionen weniger als in Großbritannien?“, fragt Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar und nimmt in einer Kolumne die deutsche Umweltpolitik  kritisch unter die Lupe. Lesen Sie hier, was der Klimaschutz bisher nicht im Blick hatte – und bald in den Blick nehmen sollte.

Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar.
Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar

#6 Smarte Lösung gegen CO2-Ausstoß

Um CO2-Ausstoß zu reduzieren, setzen immer mehr Unternehmen auf „Klimaneutralität“. Für das ausgestoßene CO2 werden dann zum Beispiel Projekte finanziert, die an anderer Stelle die ausgestoßene Menge wieder einsparen. Die Suchmaschine Ecosia geht sogar noch einen Schritt weiter: Sie wird nicht nur durch erneuerbare Energien betrieben, sondern nutzt die Hälfte der Gewinneinnahmen für Aufforstungsprojekte. Lesen Sie hier, wie das Konzept funktioniert.

Ecosia
Ecosia konnte bereits über 60 Millionen Bäume pflanzen und mehr als 2,5 Millionen Tonnen CO2 filtern