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New Work5 Beispiele für zukunftsweisendes Arbeiten

Viele Firmen setzen auf radikale neue Arbeitsmodelle.
Viele Firmen setzen auf radikale neue Arbeitsmodelle. Unsplash


Die Arbeitswelt verändert sich. Statt steiler Hierarchien und fester Arbeitszeiten wünschen sich immer mehr Arbeitnehmer Flexibilität und Selbstbestimmung. Die Chefs reagieren: Homeoffice, Benefits für die Mitarbeiter und flexible Arbeitszeiten werden in immer mehr Unternehmen zum Standard. Doch manche Firmen gehen noch einen Schritt weiter in Richtung zukunftsweisendes Arbeiten. Das sind fünf Beispiele von Firmen, die radikal neue Arbeitsformen einführen:

#1 Selbstbestimmung und Demokratie

Der brasilianische Konzern Semco Partners ist ein echter Vorreiter in Sachen New Work: Bereits vor mehr als 30 Jahren schaffte Mehrheitseigner Ricardo Semler Geschäftspläne, Personalabteilung und Anwesenheitspflicht ab. Damals übernahm Semler die Firma von seinem Vater – und brach radikal mit herkömmlichen Managementstrukturen. Seine Mitarbeiter müssen weder Urlaub beantragen, noch Rechenschaft über ihre Arbeitszeiten ablegen. Führungskräfte werden auf der Basis von Mitarbeiterbefragungen gewählt, die Gehälter bestimmen die Mitarbeiter entlang der Gewinne des Unternehmens selbst. Das ungewöhnliche Managementkonzept hat sich ausgezahlt: Semco Partners konnte seinen Umsatz über die Jahre nicht nur vervielfachen, sondern gehört auch den beliebtesten Arbeitgebern Brasiliens.

#2 Der 5-Stunden-Tag

Dieser Chef hat sich was getraut: Lasse Rheingans führte 2017 in seiner Firma den 5-Stunden-Tag ein. Die Mitarbeiter seiner Bielefelder Digitalagentur arbeiten täglich von acht bis 13 Uhr – und das bei vollem Gehalt und Urlaubsanspruch. Rheingans glaubt, dass die Arbeitszeit so viel intensiver genutzt und die Produktivität der Firma gesteigert wird. Die Mitarbeiter müssen nun Wochenziele erreichen und können sich ihre Arbeit selbst organisieren. Meetings halten sie möglichst kurz. Zudem sorge die ausgewogene Work-Life-Balance Rheingans zufolge dafür, dass die Mitarbeiter viel kreativer seien. Für sein innovatives Arbeitszeitmodell erhielt die Agentur Rheingans Digital Enabler 2019 den New Work Award.

#3 Maximale Flexibilität

So ungewöhnlich wie der Name ist auch die Firmenkultur: Die junge Unternehmensberatung Intraprenör bricht ganz bewusst mit herkömmlichen Arbeitsmodellen. Sie definiert sich nicht über maximalen Profit, sondern maximale Flexibilität der Mitarbeiter. So führte das Unternehmen schon bei seiner Gründung 2015 die 4-Tage-Woche ein. Seitdem arbeiten die Angestellten Freitags nicht und können diese Zeit ganz individuell nutzen. Zudem schließt das gesamte Büro jeden Sommer für sechs Wochen, damit alle Mitarbeiter Urlaub machen können. Abgerundet wird die Work-Life-Balance durch sogenannte Workations, also Reisen mit dem gesamten Team (und in Zukunft auch mit den Kunden), bei denen beispielsweise von der Finca auf Mallorca aus gearbeitet wird. Auch diese Firma erhielt einen New Work Award für ihr innovatives Arbeitsmodell.

#4 Mitbestimmung bei Gehältern

Einhorn ist ein junges Unternehmen, das nachhaltig produzierte und vegane Kondome und Periodenprodukte verkauft. Gegründet wurde es 2015 von Philip Siefer und Waldemar Zeiler. Von Beginn an setzten die Gründer auf Freiheit und Selbstbestimmung der Belegschaft. So dürfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Aufgaben selber wählen und entscheiden, wann sie zur Arbeit kommen oder ob sie im Homeoffice arbeiten. Wie sich die Gehälter zusammensetzen, wird in der Gruppe bestimmt. Auch die Urlaubstage sind nicht, wie sonst üblich, beschränkt. Neben der innovativen Unternehmenskultur, zeigt sich Einhorn auch nach außen als Vorreiter der Fairstainability-Bewegung: 50 Prozent der Gewinne verwendet das Unternehmen für soziale Arbeit.

#5 Die 4-Tage-Woche

Auch der neuseeländische Unternehmer Andrew Barnes wagte das Experiment 4-Tage-Woche. Er gab den 240 Angestellten seiner Firma Perpetual Guardians, die sich um Nachlässe und Testamentsvollstreckungen kümmert, vergangenes Jahr einen Tag pro Woche frei – bei gleicher Bezahlung. Das Ergebnis war eindeutig: Die Angestellten schafften dasselbe Arbeitspensum auch in fünf Tagen. Barnes geht davon aus, dass der zusätzliche freie Tag die Angestellten derart motiviert hat, dass sie Arbeitsprozesse optimierten und keine Zeit mehr verschwendeten. Aus dem Experiment wurde ein Dauerzustand: Seit November 2018 gilt bei Perpetual Guardians die 4-Tage-Woche.

 

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