Volksbanken-SpecialWie Unternehmen ihre Mitarbeiter glücklich machen

Viele Unternehmen setzen auf mehr Eigenverantwortung und Teamwork der Mitarbeiter. Pixabay

Immer höher, schneller, weiter? Nicht unbedingt. Die jahrzehntelangen Paradigmen unserer Arbeitswelt wandeln sich. Immer weniger Arbeitnehmer legen Wert auf einen schnellen Aufstieg und mehr Gehalt. Stattdessen sehnen sie sich nach mehr Sinn in ihrer Arbeit – und fordern gleichzeitig eine ausgewogenere Work-Life-Balance.

Dieses Phänomen beschreibt der Autor Aaron Hurst in seinem 2014 veröffentlichten Buch „The Purpose Economy“, zu Deutsch „Sinnökonomie“. Hurst glaubt, dass die Sinnökonomie innerhalb der nächsten 20 Jahre die Informationsgesellschaft ablösen wird. In ihr ist die wichtigste Ressource, die es zu verteilen gibt, der Sinn. Denn die Millenials wünschen sich eine Arbeit, die etwas bewegt – ob auf persönlicher Ebene oder für einen höheren Zweck.

Dass dieser Ansatz nicht nur Spinnerei ist, zeigen aktuelle Trends wie New Work oder das Konzept der Gemeinwohlökonomie. Die Unternehmen reagieren unterschiedlich auf die sich verändernden Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter. Denn was ein erfülltes Arbeitsleben ausmacht, muss jeder für sich entscheiden. Hier sind vier ganz unterschiedliche Beispiele, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter glücklich machen wollen:

#1 Upstaalsboomweg

Die Hotelbranche ist hart. Unangenehme Arbeitszeiten, wenig Geld und steile Hierarchien. Als Bodo Janssen 2010 die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung erhält, ist der Geschäftsführer der Upstalsboom Hotels und Ferienwohnungen an der deutschen Nord- und Ostsee dennoch geschockt: Die Mitarbeiter fordern einen anderen Chef. Janssens Antwort ist radikal: Eineinhalb Jahre lang geht er regelmäßig ins Kloster, beschäftigt sich mit positiver Psychologie und Neurobiologie. Am Ende der Kontemplationszeit steht eine neue Unternehmensphilosophie in deren Mittelpunkt Werte wie Wertschätzung, Achtsamkeit und Vertrauen stehen.

Die Mitarbeiter sollen bei ihrer Arbeit die Freiheit haben, sich persönlich weiterzuentwickeln, ob als Putzkraft oder Führungspersonal. Kritik soll ernst genommen, starre Managementstrukturen aufgebrochen werden. Die Mitarbeiter erhalten größere Entscheidungskompetenz. Zudem bietet das Unternehmen konkrete Benefits an. Dazu zählen Seminare zur menschlichen Weiterentwicklung, eine Entwicklungswerkstatt zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und Teamreisen. Zwei Tage im Jahr wird jeder Mitarbeiter freigestellt, um sich freiwillig sozial zu engagieren.

Und der wertebasierte Neuanfang scheint Früchte zu tragen: Eigenen Angaben zufolge haben sich die Unternehmensumsätze von Upstalsboom innerhalb von drei Jahren verdoppelt und die Zufriedenheit der über 600 Mitarbeiter ist auf über 80 Prozent gestiegen.

#2 Vaude

Wie Produkt und Konsum ressourcenschonend gestaltet werden können, zeigt das Unternehmen Vaude. Der deutsche Bergsportausrüster produziert seit 2001 Produkte mit nachhaltigen Materialien und in umweltschonenden Produktionsabläufen. Gegründet wurde das Vaude 1974 von Albrecht von Dewitz, seit 2009 ist seine Tochter Antje von Dewitz die Geschäftsführerin. Unter ihrer Führung verstärkte Vaude seine Bestrebungen im grünen Wirtschaften: 2018 erschien die erste Kollektion, deren Materialien zu 90 Prozent aus biobasierten, recycelten oder Naturmaterialien bestehen.

Im selben Jahr gründete von Dewitz eine Upcycling-Werkstatt, in der Geflüchtete aus Materialresten neue Produkte fertigen. Auch in der Personalpolitik zeigt sich das Unternehmen nachhaltig und modern: Die Firmenzentrale im baden-württembergischen Tettnang ist klimaneutral, viele der 500 Mitarbeiter vor Ort arbeiten in Teilzeit. Schon seit 2001 gibt es ein betriebseigenes Kinderhaus für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 


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