Duft des ErfolgsVéronique Nyberg: „Geld duftet nach Verführung“

Veronique NybergTrussardi


Wie riecht eigentlich die Liebe? Und was hat ein Parfüm wie „Chanel No. 5“ zum absoluten Klassiker werden lassen? Diese und weitere Fragen stellen wir in unserer Serie „Duft des Erfolgs“ den großen Parfümeuren. Diesmal beantwortet sie die Französin Véronique Nyberg, die mit einem Doktor in organischer Chemie wissenschaftliche Tiefe in ihre Arbeit für Konzerne wie IFF oder Mane oder das 2012 wiederbelebte Parfümhaus J.F. Schwarzlose Berlin einbringt. Neu im Handcel ist ihr Duft „Riflesso Blue Vibe“ für Trussardi.


Welcher Duft motiviert Sie am Morgen?

VÉRONIQUE NYBERG: Am liebsten werde ich vom Geruch von Tee und Kaffee geweckt, der durch mein Haus zieht, denn das bedeutet: Zeit fürs Frühstück mit meiner Familie. Diese Momente, wenn ich meine Töchter vor der Schule sehe, sind kostbar für mich. Sie sind wie Energiequellen für mich, ehe der oft harte Arbeitstag beginnt.

Welche Note beziehungsweise Komposition ist ideal für einen CEO? Und Warum?

Das Parfüm eines CEOs sollte zu ihr oder ihm passen und gleichzeitig ein Statement abgeben. Anziehend und elegant, definitiv kraftvoll – aber ohne aufdringlich zu sein.

Welcher Geruch beschreibt Ihre Kindheit?

Ich bin in Südfrankreich aufgewachsen, inmitten von wunderschöner, üppiger Natur zwischen Bergen und dem Meer und bei fast ausschließlich sonnigem Wetter. Als Kind rannte ich durch die Felder und pflückte wilde Blumen für kleine Sträußchen. Diesen Duft von Blüten und Kräutern verbinde ich mit damals.

Welche Duftzutat beziehungsweise welcher Rohstoff inspiriert Sie gerade besonders?

Ich habe ein Faible für harzige Holznoten. Sie bereichern eine Komposition unwahrscheinlich mit Kontrasten, Sinnlichkeit und Dauerhaftigkeit.

Nybergs neuer Duft: Trussardi Riflesso Blue Vibe
Nybergs neuer Duft: Trussardi Riflesso Blue Vibe

Welche Note ist leider in Vergessenheit geraten?

Weil viele natürliche Rohstoffe selten werden, ist der Zugriff zunehmend beschränkt. Das betrifft vor allem animalische Noten, die wir glücklicherweise durch technologische Innovationen heute immer besser „nachbauen“ können.

Welches Parfüm tragen Sie privat sehr häufig?

Ich habe keinen Lieblingsduft für mich selbst, ich lebe mit meiner jeweils aktuellen Kreation, während ich an ihr arbeite.

Was können Sie wirklich nicht mehr riechen?

Ich habe keine No-go-Liste oder so etwas. Egal ob synthetisches Molekühl oder natürliches Öl oder beides zugleich – für mich gibt es kein Limit.

In aller Kürze: Wie duftet …
… Glück?

Glitzernde, bunte Noten.

… Erfolg?

Ein dynamischer, aufregender Akkord.

… Liebe?

Ein umarmender, verträumter Hauch.

… Geld?

Verführerisch und faszinierend.

… Stille?

Entspannende und beruhigende Facetten.

… Spaß?

Magisch und explosiv.

Was ist die spezielle Herausforderung in der Männer-Parfümerie?

Die besondere Aufgabe ist ein starkes Duftprofil voller Kontraste zu erschaffen, das lange anhält. Und gleichzeitig immer neue Blumennoten in Düfte for men zu integrieren.

Welches Parfüm werden wir im Jahr 2030 aufsprühen?

Ich hoffe natürlich, dass man viele meiner Düfte dann immer noch wird riechen mögen.

Welches Parfüm ist Ihr absolutes Evergreen – ein zeitloser Klassiker?

Jeder Duft, der in mir Erinnerungen weckt und Gefühle aufsteigen lässt. Ein Parfüm also, dessen ich nie überdrüssig werde. Vielleicht mein Nächstes?