PodcastIst Kollege Roboter unsere Rettung?

Jörg HeynkesFoto: André Bakker


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


Humanoide Roboter sind keine Zukunftsvision. Heutzutage gibt es bereits eine Vielzahl an menschenähnlichen Maschinen. Einer der bekanntesten ist Pepper, den Jörg Heynkes mit seiner Firma Entrance Robotics entwickelt hat. Er hat menschliche Züge und zeigt teilweise menschliches Verhalten, allerdings ist er schon auf den ersten Blick deutlich von einem „echten“ Menschen unterscheidbar, sagt Heynkes. Eine zu große Ähnlichkeit löse bei Menschen ein beunruhigendes Gefühl aus. Dieses Phänomen wird als „Uncanny Valley“ bezeichnet.

Mithilfe von verschiedenen Audio- und Videosensoren und dem Wissen aus der Cloud kann Pepper menschliche Mimik und Gestik lesen und so auf sein Gegenüber reagieren. Damit gehört er zu den „companion robots“. Damit er auch die richtigen Informationen weitergibt, wird er für jeden seiner Einsatzorte speziell programmiert, zum Beispiel in Pflegeheimen. Doch hier tauchten schnell Probleme auf: Peppers Einsatz in einem Pflegeheim wurde gestoppt. Heynkes erzählt: „Als erstes rief der Datenschutzbeauftragte des Landes Niedersachsens an und sagte: ‚Sagt mal, Leute, das ist eine Kamera drin!’“ Allein deshalb sei das Projekt ein halbes Jahr zurückgeworfen worden.

Trotzdem sieht Heynkes in der Technologie die Antwort auf die Probleme unserer Zeit und der Zukunft. Man könne nicht warten bis digitale Produkte komplett fertig entwickelt seien. Da Technologie stetig fortschreite, erklärt er, müsse sie so schnell wie möglich auf den Markt gebracht werden. Diesen Gedanken sollten auch andere Unternehmen verinnerlichen. Für Heynkes geht es um die Frage, „ob die Gattung Mensch überleben kann.“

In Deutschland kamen 2015 laut Statista auf 10.000 Beschäftigte im produzierenden Gewerbe 301 Roboter. Diese sind vor allem in der Automobil- und Elektroindustrie im Einsatz. In anderen Bereichen, wie in der Pflege, gibt es aktuell noch wenig Akzeptanz für Robotertechnik und Künstliche Intelligenz. Dabei spielt das Thema Datenschutz eine wichtige Rolle. In einer Umfrage von Bearingpoint gaben 60 Prozent der Teilnehmenden an, sie befürchten einen nicht ausreichenden Schutz ihrer Gesundheitsdaten. Eingesetzt wird Künstliche Intelligenz in der Pflege trotzdem, zum Beispiel bei speziellen Pflegebetten, die Patientinnen und Patienten automatisch umlagern können. Immerhin: 20 Prozent der Befragten wären bereit sich in Zukunft am Krankenbett von einen Pflegeroboter pflegen zu lassen.

Mehr von Pepper und wie Heynkes sich seinen Wunsch-Roboter vorstellt, erzählt er in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


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