Sportindustrie Enkel von Adi Dassler verbünden sich mit Adidas

Horst (r.) und Klaus Bente in der Villa ihres Großvaters Adi Dassler auf dem Adidas-Gelände in Herzogenaurach
Horst (r.) und Klaus Bente in der Villa ihres Großvaters Adi Dassler auf dem Adidas-Gelände in Herzogenaurach
© Julian Baumann
Seit 2016 haben Enkel von Adi Dassler einen Accelerator und einen Investmentfonds für Start-ups aus dem Sportbereich aufgebaut. Jetzt schließen sie eine Kooperation mit dem Konzern, den ihr Großvater 1949 gründete

Die Enkel von Adi Dassler haben eine Kooperation mit Adidas geschlossen. Dabei geht es um eine Partnerschaft zwischen dem Sportstech-Accelerator leAD Sports & Health Tech Partners, hinter dem unter anderem drei Enkel des Adidas-Gründers stehen, und dem Konzern aus Herzogenaurach. Ziel der Allianz sei es, Innovationen im Bereich Sport- und Gesundheitstechnologien voranzutreiben, teilte leAD am Donnerstag mit.

Bei leAD handelt es sich um eine Investitionsplattform für Frühphasen-Start-ups, die 2016 gegründet wurde. Treibende Kräfte hinter dem Accelerator sind vor allem Horst und Klaus Bente, die ältesten Enkel von Adi Dassler. Capital hatte die Vorbereitungen für das Projekt seit 2015 eng begleitet und umfangreich berichtet.

Seit der Gründung hat leAD, das für „legacy of Adi Dassler“ steht, in fast 40 Start-ups aus dem Bereich der Sport- und Gesundheitstechnologie investiert. Darunter befinden sich etwa eine Firma, die Hard- und Software entwickelt, mit der Daten auf Tennisplätzen erfasst und ausgewertet werden können, und ein digitales Yoga-Coachingsystem für Männer. Seit der Gründung hat der Accelerator bereits vier Start-up-Programme durchgeführt, davon drei in Berlin und ein aktuelles in Lake Nona in Florida. Zu den Partnern und dem Netzwerk von leAD gehören auch zahlreiche Unternehmen, Clubs und Persönlichkeiten aus dem Sport. Zudem unterhält leAD einen Fonds, der in junge Firmen investiert und hinter dem hochkarätige Investoren aus der Sportwelt stehen.

Die Partnerschaft mit Adidas ist für die leAD-Gründer allerdings etwas Besonderes. Zwischen den Enkeln und dem Konzern, der von ihrem Großvater 1949 gegründet wurde, war das Verhältnis nicht immer einfach – etwa auch in der Frage von Markenrechten. Schon zu Beginn des Projekts hatten die Söhne von Adi Dasslers ältester Tochter Inge Bente Kontakt mit dem Management aufgenommen. Allerdings war es in dieser Phase weder zu einer Beteiligung des Konzerns an dem Accelerator noch zu einer anderen Art der Kooperation gekommen – trotz einer engen Verbindung zu der Marke Adidas, die man den Nachkommen des Gründers bis heute anmerken kann.

Mit Blick auf die nun doch vereinbarte Kooperation sagte Horst Bente, einer der leAD-Initiatoren: ,,Mein Großvater wäre sehr stolz auf unsere Arbeit bei leAD und noch stolzer auf diesen Home-coming-Moment, in dem wir mit dem von ihm gegründeten Unternehmen eine Partnerschaft eingehen.“ Die Kooperation habe eine sehr wichtige Bedeutung für die Familie. Konkret soll es bei der Allianz beispielsweise darum gehen, vielversprechende Bereiche in der Branche zu identifizieren und zu erforschen und gemeinsam in Gründerteams zu investieren. Dabei sollen die Start-ups aus dem leAD-Programm künftig auch die Möglichkeit haben, eng mit Adidas zusammenzuarbeiten – etwa wenn es darum geht, in Pilotprojekten das eigene Produkt weiterzuentwickeln.

Der CEO von leAD, Christoph Sonnen, erwartet von der Kooperation mit dem Weltkonzern, der unter Vorstandschef Kasper Rorsted massiv in die Digitalisierung investiert, deshalb einen großen Mehrwert für die Start-ups im leAD-Programm. „Wir wollen die Gründer von Morgen stärken und unterstützen,” sagte Sonnen, der das Projekt der Dassler-Enkel von Anfang an begleitet hat. Mit Adidas habe man nun ein „Schwergewicht der Branche“ an der Seite, das „unsere Vision, unsere DNA und unsere Ambitionen teilt”.


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