AutogrammNeuwagen im Check: Bentley Continental GT

Bentley Continental GT
Purer Luxus: Bentley Continental GTBentley

Das Auto

Bentley Continental GT Coupé W 12 – bis man das ausgesprochen hat, ist der Wagen schon auf Tempo 100: in 3,7 Sekunden. Der 635 PS starke Zwölfzylinder beschleunigt das Coupé theoretisch bis 333 km/h. Ab 170.000 Euro kostet der Continental GT. Der Testwagen mit einigen Extras (22-Zoll-Felgen, High-End-Anlage, Komfort-Sitze) kommt auf 210.000 Euro.

Der Look

Das Design orientiert sich sichtbar am Vorgänger – der wiederum die Linie des Bentley Continental S von 1955 nachempfindet. Der Chromgrill funkelt, die Scheinwerfer strahlen wie geschliffenes Kristallglas. So geschmackvoll und optisch zurückhaltend kann man einen Supersportwagen einkleiden. Innen dominieren Holz und Leder. Die Häute von sechs Kühen sind mit 310.000 Stichen vernäht, zehn Quadratmeter Edelholz-Furnier unter glänzendem Klarlack verarbeitet – handpoliert, versteht sich.

Das Fahrgefühl

Die Karosserie ist jetzt aus Aluminium, das Luftfahrwerk dreistufig, das Doppelkupplungsgetriebe renntauglich. Für ein Auto dieser Größe beschleunigt und lenkt der Continental GT geradezu leichtfüßig. Dabei wiegt er nach wie vor 2,25 Tonnen. Das Auto ist so angenehm leise, dass einem Geschwindigkeiten weit jenseits von 200 geradezu trivial vorkommen.

Das digitale Extra

Das Infotainment ist auf der Höhe der Zeit. Mehr aber auch nicht. Die Spracherkennung sorgt für komische Momente: Auf die Aufforderung ans Navi, zum Bayrischen Hof zu fahren, wird im Radio der Bayerische Rundfunk eingestellt. Der Bildschirm dreht sich auf Knopfdruck weg und drei klassische Rundinstrumente kommen zum Vorschein.

Was der Hersteller sagt

Handwerkskunst und Hightech soll der Bentley verbinden. Ersteres ist in Perfektion gelungen. Für Hightech sorgt das Fahrwerk des Porsche-Panamera, dessen Plattform der neue Continental nutzt.

Was der Hersteller verschweigt

Der Verbrauch liegt zwischen 15 und 20 Litern (Werksangabe: 8,9-17,7 l/100 km). 278 Gramm CO2 gibt der Hersteller pro 100 Kilometer an. Das ist fast das Fünffache dessen, was ab 2030 in der Flotte noch erlaubt ist. Solche Autos sind wohl eine aussterbende Gattung – und sollten schon deshalb unter Artenschutz stehen.