Interview„Meine Leidenschaft für mechanische Uhren dauert bis heute an“

Zurab Zazashvili
Zurab ZazashviliSwiss Watches Blog


Zurab Zazashvili ist Gründer des Uhren-Onlinemagazins swisswatchesblog.com mit Sitz in Bremen. Doch meist ist der Zeitmesser-Enthusiast gerade irgendwo unterwegs, auf der Suche nach dem „next Swiss thing“ – oder eben in der Jury des CAPITAL WATCH AWARD 2018.


 

Wie würden Sie Ihren Uhrengeschmack beschreiben?

Da bin ich eigentlich recht flexibel. Für jeden Tag greife ich meist zu dezenten Modellen, etwa einem sportlichen Chronographen aus Edelstahl. Gold ist generell eher nicht so mein Fall. Für besondere Anlässe darf es dann gern eine ausgefallene Uhr sein, die sich in der Konstruktion von üblichen Komplikationen abhebt – nicht primär durch Material oder Markenimage.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie im Laufe einer Woche?

Wenn ich im Office und daheim bin, wechsle ich zwischen einer Automatik-Uhr und einer mit Handaufzug. Unterwegs, etwa auf Vor-Ort-Recherche in Manufakturen trage ich zu Testzwecken sicherlich vier bis fünf Modelle zur Probe.

Nach welchen drei Kriterien suchen Sie eine (neue) Uhr aus?

Technik und Design vor Marke. Das konkrete Modell entscheidet, ob Optik oder innere Werte entscheidend sind. Zudem muss ich mich mit einer Marke auch identifizieren können, da muss ein Werte-„Fit“ vorhanden sein.

Können Sie sich noch an Ihre erste Uhr erinnern?

Die erste mechanische Uhr, die ich täglich getragen habe, war eine Automatikuhr der 1950 gegründeten japanischen Marke Orient, die ich von meinem Vater zum Schulabschluss geschenkt bekommen habe. Die erste selbst gekaufte Uhr war von Longines.

Ihr bester Tipp zum Zeitsparen im Alltag oder Job?

Die richtige Organisation, und dass man jeder Aufgabe eine klare Priorität zuweist. Das filtert automatisch alles raus, was eher ein „Kann“ als ein „Muss“ ist.

Ihr bester Tipp gegen Prokrastination/Verschieberitis?

Ich selbst nutze ein Tool aus dem Management-Bereich, das mir hilft, jedes To-do mit einem Wert für Dringlichkeit und einem für Priorität zu versehen. Das schult darin, auch mal „nein“ zu etwas Gutem zu sagen, damit Zeit für das Beste bleibt!

Warum hat die Armbanduhr bisher die digitale Transformation überlebt?

Weil sie kein Ablaufdatum hat, ganz im Gegenteil zu digitalen Modellen und Smartwatches, die nach ein paar Jahren schon rein technisch veraltet und nicht mehr zu updaten sind. Außerdem ist da noch die emotionale Bindung, die man, zumindest mir geht das so, mit einer mechanischen oder selbst Quarzuhr über Monate und Jahre aufbaut. Man teilt eine gemeinsame Geschichte, mehr als mit jeder Bildschirmuhr.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten – in welches Jahr würden Sie reisen und warum?

Ich lebe gern im Hier und Jetzt und bin neugierig auf die Zukunft.

Welche Uhr ist Ihnen besonders lieb und teuer?

Die schon erwähnte Uhr, die mir mein Vater geschenkt hatte, hat bei einem Sturz mit dem Fahrrad Schaden genommen. In dem ich sie zu Hause zu reparieren versuchte habe ich meine Leidenschaft für mechanische Uhren entdeckt, die bis heute andauert!