Geschäftsreisen Mehr Dienstreisen - aber nur im Mietwagen

Eine Frau sitzt am Steuer eines Autos und schaut auf ihr Smartphone
Das Auto ist bei Geschäftsreisen momentan das beliebteste Fortbewegungsmittel
© IMAGO / Westend61
Der Drang, sich persönlich zu treffen, wird nach zwei Jahren Pandemie wieder größer. Unternehmen nutzen trotz steigender Spritpreise vermehrt Autos, um Geschäftstermine wahrzunehmen

Viele Geschäftsreisende meiden nach wie vor Flugzeuge und Züge. Für den Weg zu Terminen nutzen Mitarbeiter aber offenbar reger denn je Mietwagen. Deutsche Unternehmen geben mittlerweile acht Prozent mehr für Mietwagenbuchungen aus als vor dem Ausbruch der Coronapandemie. Zu dem Ergebnis kommt das Finanzsoftware-Unternehmen Spendesk.

Das Fintech hat Geschäftsreiseausgaben von 80.000 Mitarbeitern aus 3500 Unternehmen von November 2019 bis Februar 2022 ausgewertet. Zu den Kunden zählen kleine und mittelgroße Firmen mit bis zu 1000 Mitarbeitern, darunter prominente Start-ups wie Personio, Flixbus, Soundcloud und Wefox. Selbst diese technologieaffinen Firmen, für die virtuelle Konferenzen zum Standard gehören, drängt es offenbar wieder zu persönlichen Treffen.

Die neue Capital erscheint am 21. April
Die neue Capital erscheint am 21. April

Vor zwei Jahren sind Geschäftsreisen wegen Infektionsgefahr und Reisebeschränkungen fast komplett gestoppt worden. Während private Urlaubsreisen mittlerweile wieder anziehen, laufen Dienstreisen erst schleppend an. Zumindest trifft das auf Massenverkehrsmittel zu: 2019 haben deutsche Firmen laut Spendesk im Schnitt 4,81 Flüge im Monat gebucht, 2021 waren es nur noch 1,44. Das entspricht einem Einbruch von 70 Prozent. Zugfahrten gingen von durchschnittlich 6,94 im Jahr 2019 auf 3,92 im Jahr 2021 zurück – ein Minus von 43,5 Prozent.

In den vergangenen Wochen hat Spendesk in seinen Finanzbuchhaltungsdaten allerdings steigende Reiseausgaben verzeichnet: Im Januar 2022 lagen sie bei durchschnittlich 2619 Euro pro Unternehmen (52 Prozent weniger als vor Corona). Im Februar stiegen sie auf 3341 Euro und im März auf 4531 Euro. Das sind 83 Prozent des Vor-Pandemie-Niveaus.

Trotz zunehmenden Klimaschutzbewusstseins und steigender Benzin- und Dieselpreise hält der Trend zur Mietwagennutzung laut Spendesk an – auch in Frankreich (plus 54 Prozent) und Großbritannien (plus 344 Prozent).

Die Entwicklung bestätigt Autovermieter Sixt, bei dem Umsatz und Ergebnis zuletzt kräftig zugelegt haben: „Wir verzeichnen einen deutlichen Anstieg im Buchungsaufkommen bei Dienstreisen, seitdem die meisten Restriktionen gefallen sind“, teilte der Konzern mit. Selbst die steigenden Mietwagenpreise schrecken die Firmenkunden nicht ab.

Die neue Capital ist am 21. April erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es in Apples App Store, bei GooglePlay – und in unserem neuen Premium-Abo Capital+ unter dem Menüpunkt „Digitales Magazin“


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