Management3 typische Eigenschaften von guten Chefs

Symbolbild: Gespräch mit Mitarbeiterdpa

Die meisten Menschen arbeiten nicht für ihr Unternehmen. Sondern für ihren Boss. In einer aktuellen Umfrage des US-Software-Providers TinyPulse wurden 1000 Arbeitnehmer gefragt, was sie über ihren Chef denken. Die zweithäufigste Antwort war: Sie würden ihn am liebsten feuern. Autsch!

„Wenn Arbeitnehmer kündigen, dann verlassen sie nicht die Firma“, sagt Personalberaterin Roberta Chinsky Matuson. „Sie gehen wegen ihrem Boss.“ Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei das ein großes Problem. Manager müssten wie ein Magnet gute Mitarbeiter anziehen, nicht abstoßen. Einen guten Boss zeichnet aus, dass er – oder sie – Talente erkennt und motiviert, das Beste aus ihnen herausholt, sie fordert und fördert. „Diesem Typ Manager folgen die Mitarbeiter bis ans Ende der Welt – oder zum nächsten Arbeitgeber“, sagt Chinsky Matuson. Doch was zeichnet so einen Manager aus?

Die Beraterin nennt drei Eigenschaften. Und wie man sie erlernen kann.

1. Authentizität

Gute Chefs versuchen nicht etwas darzustellen, was sie selbst nicht sind. Sie sind ehrlich gegenüber sich selbst, vertreten ihre Meinung, bleiben standhaft. Kurz gesagt: Sie sind gradlinig. Und sie haben die Größe, eigene Fehler einzuräumen. Das schafft Vertrauen. Und genau daran hapert es bei vielen Managern. Die PR-Firma Edelman hat Anfang des Jahres in einer Umfrage herausgefunden, dass das Vertrauen in CEOs in den USA den tiefsten Stand seit Jahren aufweist. In Deutschland dürfte es wahrscheinlich nicht anders sein.

Um Vertrauen zu den Mitarbeitern aufzubauen, sollten Manager einräumen, dass sie nicht allwissend sind. Wer Schwächen zugibt, zeigt Größe. Hilfreich sei es, sagt Chinsky Matuson, den eigenen Lebenslauf vorzustellen. Besonders die ersten Jahre seien interessant, denn niemand werde als Chef geboren. Wer von seinen Lehrjahren erzählt, von ersten Problemen und erst dann von seinem Aufstieg, zeige, dass auch er klein angefangen habe. Und motiviert zu einer Karriere.

2. Visionen

„Visionäre Bosse sind Träumer, die uns zeigen, dass alles möglich ist“, sagt Chinsky Matuson. Deren impulsive Vorstellungskraft kann andere motivieren und mitreißen. Sie fragen nicht „Warum?“. Sondern: „Warum nicht?“ Um herauszufinden, wie visionär Sie sind, rät die Personalerin drei Fragen zu beantworten:

  1. Fokussieren Sie Ihre Arbeit auf tägliche Herausforderungen oder verfolgen Sie langfristige Ziele?
  2. Wie oft nehmen Sie sich eine kleine Auszeit und denken über die Zukunft nach?
  3. Wer in der Firma hat Potenzial, das bislang noch niemand entdeckt hat? Und was können Sie tun, um das zu ändern?

Die Antworten können Ihnen helfen herauszufinden, an welchen Fähigkeiten es Ihnen mangelt.

3. Selbstlosigkeit

Führungskraft zu sein ist eine Dienstleistung. Gute Chefs stellten die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter vor die eigenen, sagt Chinsky Matuson. „Und wer würde das nicht unwiderstehlich finden?“ Um selbstloser zu werden, stellen Sie sich drei Fragen:

  1. Folgen die Mitarbeiter mir, weil ich etwas für sie tun kann? Oder weil ich Ihnen etwas antun kann?
  2. Nehme ich mehr, als ich gebe?
  3. Was habe ich heute getan, um anderen einen Gefallen zu tun?

Selbstlos zu sein ist nicht einfach, man muss lernen umzudenken, sagt Chinsky Matuson. Aber die Mühe lohne sich. „Wollen Sie in Erinnerung bleiben, als der Chef, der seine Mitarbeiter fair behandelt hat. Oder wollen Sie der egoistische Boss sein, über den gerade ein ehemaliger Mitarbeiter ein Buch schreibt?“