Management5 Arten von schwachen Chefs

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Symbolbild: ManagerGetty Images

#1 Der unentschlossene Chef

Unentschlossenheit ist oft schlimmer als eine falsche Entscheidung. Die kann man wenigstens korrigieren und aus der Erfahrung lernen. Wer sich aber nie zu etwas durchringt oder dazu gefühlt eine Ewigkeit benötigt, verdammt seine Mitarbeiter zum Stillstand. Der wird schnell zum Vorhof einer Arbeitshölle aus Frustration und schließlich Apathie. Denn Engagement führt ja buchstäblich nirgendwo hin. Unentschlossene Chefs sind nicht nur schlechte Chefs. Sie sind überflüssige Chefs. Denn wenn alle auf der Stelle treten, braucht es auch keinen Anführer.

#2 Der inkompetente Chef

Von Tuten und Blasen keine Ahnung – das muss leider so mancher Angestellte hinter vorgehaltener Hand über den Vorgesetzten sagen. Mangelndes Fachwissen ist gar nicht unbedingt per se eine Katastrophe. In einigen Führungspositionen sind eher kompetente Personalmanager gefragt, die sich weniger mit Sachfragen beschäftigen. Wahrhaft inkompetente Chefs aber sind in keiner Hinsicht für ihre Position qualifiziert. Das führt zu wahrer Schwäche. Denn hier gibt es für Mitarbeiter wenig zu respektieren.

#3 Der überqualifizierte Chef

Ein Chef kann zu viel wissen. Stichwort „Fachidiot“. Solche Typen verrennen sich gern in nebensächlichen Detailfragen, anstatt das große Ganze in Angriff zu nehmen. Sie lieben es, in Meetings lang und breit über Nebensächlichkeiten zu diskutieren. Was das bringen soll? Egal, für diese Chefs ist der Weg das Ziel.

#4 Der „Ich kann nicht loslassen“-Chef (auch: „Ich bin einer von euch“-Chef)

Manche Menschen kommen zur Führungsrolle wie die Jungfrau zum Kinde. Sie verstehen die Beförderung lediglich als die nächste Stufe der Anerkennung ihrer fachlichen Fähigkeiten und machen im Grunde so weiter wie bisher – nur eben mit mehr Gehalt und tollerem Titel in der E-Mail-Signatur. Diesem Typus sollte rasch vermittelt werden, dass Vorgesetzter ein ganz neuer Job ist. Mitarbeiter wollen geführt und motiviert werden. Strategien müssen erarbeitet, Qualitätsstandards definiert und durchgesetzt werden. Es ist ja sympathisch, wenn sich Chefs nach der internen Beförderung weiterhin als Kollegen verstehen. Das darf aber nicht dazu führen, dass sie vor ihren Verpflichtungen davon laufen.

#5 Der überhebliche Chef

Alle diese Arten von schwachen Vorgesetzten können das Ruder herumreißen, wenn sie zur Selbsteinsicht fähig sind und gute Ratschläge akzeptieren können. Beratungsresistente Naturen aber werden nie bessere Chefs werden. Entweder leiden sie unter Realitätsverlust und meinen tatsächlich, alles besser zu wissen. Oder sie sind sich ihrer Unzulänglichkeiten bewusst, werten es jedoch als Zeichen der Schwäche, sich von „Untergebenen“ etwas sagen zu lassen. Diese Art von Verblendung führt vermutlich nicht zu den besten Geschäftsentscheidungen. Wer mit einem solchen Chef geschlagen ist, ist deshalb gut beraten, sich nach Alternativen umzusehen.

 


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