Kolumne4 Dinge, die man von Bodo Janssen lernen kann

Bodo Janssen
Bodo Janssendpa

In einer Mitarbeiterbefragung bekam der Erbe der Hotelkette Upstalsboom Bodo Janssen die Quittung für seinen egozentrischen und zahlengetriebenen Führungsstil. Die komplette Belegschaft strafte ihn ab und verlangte einen anderen Chef.

An dieser Stelle beginnt bereits die Lehre: Bodo Janssen nahm das Urteil an und fügte sich seinem Schicksal. Anstatt Führungskräfte Seminare zu besuchen, ging er jedoch ins Kloster. Hier erlernte er zunächst sich selbst zu führen und die eigenen Werte kennenzulernen. Über die Jahre folgten weitere Aufenthalte gemeinsam mit Mitarbeitern sowie mit Begleitung und Unterstützung durch spirituelle Wegbegleiter und Experten.

Durch den konsequenten Bruch mit verkrusteten Managementstrukturen ist die Hotelkette heute ein Paradebeispiel für gelebten Kulturwandel und Führung mit Sinn und Menschlichkeit. Die Lehren seiner Metamorphose sorgen für ganzheitlichen Erfolg und Zufriedenheit im Job und Alltag.:

#1 Von anderen lernen

Offen, flexibel und besonnen über den eigenen Tellerrand zu schauen, Erfahrungen und Ideen anderer zuzuhören und anzuwenden weitet den eigenen Blick. Bodo Janssen hat gelernt, seinen Mitmenschen stets mit der Haltung zu begegnen, was kann ich heute von Dir lernen?

#2 Ganzheitliche Balance

Getreu dem klösterlichen Motto „ora et labora“ (bete und arbeite) sorgen Tagesstruktur und Rituale für mehr Fokus und Ausgeglichenheit. Bodo Janssen hat fünf Quellen für ein höheres tägliches Energielevel: ausreichend schlafen, eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, Kontakt zu seinen Mitmenschen pflegen und vor allem in Stille und Abgeschiedenheit Kraft tanken. Bodo hat dazu die tägliche Meditation entdeckt.

#3 Weniger Methode, mehr Haltung

Managementtools und Strategien haben ihre Berechtigung und erfüllen erfolgreich Zwecke. Janssen plädiert für Methodik, solange sie den Menschen dient. Als Sinnbild des Paradigmenwechsel steht er für mehr Haltung statt genormter Vorgehens- und Verhaltensweisen.

#4 Wertschöpfung durch Wertschätzung

Bodo Janssen universeller Schlüssel für Lebensfreude, Erfolg und ein sinnerfülltes Leben: in und mit dem Zweck der Unternehmung Lebensmotive und Werte zu leben. Janssens Handlungen und Entscheidungen dienen mehrheitlich seinem „Ur-Wert“ der Freiheit und seinem Wunsch und seiner Lebensaufgabe, seine Mitmenschen zu stärken.

Anstelle eines schnöden „Betten zu belegen“-Zweck, verfolgt er mit dem Betrieb der Hotelkette das Ziel, allen Mitarbeitern die Freiheit und Möglichkeiten zu verschaffen, damit sie ihr volles Potential entfalten und sich weiterentwickeln können.

Diese Wertschätzung führte nicht nur zur persönlichen Erfüllung, sondern auch zu wirtschaftlichem Erfolg.


Unsere Kolumnistin Lena Wittneben betreibt einen Interview-Podcast. Unter dem Titel „There is a crack in everything … Wünsche, Ziele, Wendepunkte – Menschen mit Herz, Hirn und Haltung“ stellt sie die Lebenswege und Lehren ihrer Gesprächspartner vor. Der Titel ist eine Songzeile von Leonard Cohen aus „Anthem“. Hier ein Sinnbild für vermeintliche Misserfolge, Umwege oder Wendepunkte, die häufig erst zu persönlicher Entfaltung, Erfolg und Zielerreichung führen.