Meine Stadt„München ist eine Stadt auf der Sonnenseite des Lebens“

Münchner Legende: Barkeeper Charles Schumann Marco Schmidt Polex

Für seinen Einfluss auf die internationale Barszene wurde Charles Schumann vergangenes Jahr in New Orleans für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Seine Bar, das Schumann’s am Odeonsplatz, gehört zu München wie das Oktoberfest. Seit über 40 Jahren lebt der gebürtige Oberpfälzer in der bayerischen Metropole. Aber an­gekommen ist er noch nicht. In Capital erklärt der 76-Jährige, wie er in München lebt und was die Stadt für ihn bedeutet.

Meine Heimat

Heimat ist für mich da, wo es mir gut geht. Und gut geht es mir, wenn ich angekommen bin. Ich bin immer noch auf der Reise, voller Sehn­süchte und unruhig. Ich bin noch nicht angekommen, obwohl ich auf die 80 zugehe. Von daher würde ich München nicht als meine Heimat bezeichnen, eher als mein Zuhause. Ich habe keine Heimat.

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Mein Wohnstil

Zeitlos. Bücher, Klavier, nix. Ich wohne allein, da geht das. Ich habe drei Zimmer und einen ganzen Raum für meine Anzüge. Tausende sind das. Ich arbeite nebenbei noch immer als Model.

Meine Stadt

Die Atmosphäre in München ist leicht beschwingt. Fast schon süd­ländisch. Man trinkt, quatscht, guckt Mädels an. Das mag ich. München ist eine Stadt auf der Sonnenseite des Lebens. Die Menschen hier sind sich näher als in anderen Städten. Alles ist lebensfroher.

Meine Lieblingsorte

Ich höre immer, München sei toll wegen der Nähe zu den Seen und der Berge. Ich fahre nie in die Berge, ich wüsste nicht einmal, welche Autobahn ich nehmen müsste. Ich bleibe lieber in der Stadt. Der Hofgarten ist wunderbar. Oft sitze ich hier in der Sonne, lese oder arbeite. Ich gehe auch gern in Kir­chen und bleibe dort für eine Weile. Früher war ich oft im Schlosspark joggen. Und nach dem Sport habe ich mich einfach ins Gras gelegt. Das mache ich immer noch. Egal wo, ich lege mich einfach ins Gras und döse. Das ist einzigartig an Mün­chen. Die Stadt hat so viele Parks.

Mein Gastrotipp

Das ist für mich als Gastronomen schwer zu sagen. Mein Tag beginnt damit, dass ich in die Tagesbar gehe und Kaffee bis zum Abwinken trinke, Zeitungen lese, entspannt in den Tag starte. Da gibt es keine Hektik, keinen Coffee to go. Viele Bars, in die ich früher gern gegangen bin, gibt es nicht mehr. Ich finde, es fehlt an Restaurants, die für junge Leute bezahlbar sind.

Was müsste sich ändern?

Nichts. Bevor ich etwas ändern wür­de, packe ich lieber meine Sachen und verschwinde.

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