Meine StadtFriedrich von Metzler: Frankfurt ist besser als sein Ruf

Friedrich von Metzler ist seit 1971 persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses, das er zusammen mit sechs weiteren Mitgliedern des Partnerkreises in der elften Generation führt.Maurice Haas

Der Name verrät es: Friedrich von Metzler ist persönlich haftender Gesellschafter der Privatbank Metzler. Der 76-Jährige ist einer der bekanntesten Bankiers der Finanzmetropole – und ein Mäzen. Er unterstützt Museen, Forschungseinrichtungen und sozial Bedürftige. Von Metzler bewundert an Frankfurt die Offenheit der Menschen. Und wundert sich über den bisweilen schlechten Ruf der Stadt in Deutschland.

Meine Heimat

Zur Welt kam ich in den Kriegswirren in Dresden. Meine Heimat ist aber ganz klar Frankfurt, die Stadt, in der ich aufgewachsen bin.

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Meine erste Wohnung

Die war als Kind im Bahnhofsviertel. Parterre war das Hauptquartier der Kommunistischen Partei. Meine Mutter warnte mich immer, bloß nicht laut über die zu lästern. Später zogen wir in den sechsten Stock unseres Bankhauses im Bankenviertel.

Mein Viertel

Seit Mitte der 90er-Jahre wohne ich in Sachsenhausen. Ich sehe aber die Stadt als Ganzes. Wer neu in Frankfurt ist, kann kaum nachvollziehen, wie fantastisch ihre Transformation war: Auf alten Gleisen entstand im Gallus das Europaviertel. Im Westend eröffnete der Uni-Campus. Visionäre entwickelten das brachliegende Mainufer zu einem Besuchermagneten. Und das alles in nur 25 Jahren!

Mein Lieblingsort

Der Schweizer Platz in Sachsenhausen ist mit seinen Cafés, Geschäften und Restaurants wie ein kleines Dorf in der Nähe einer Großstadt. Ich verbringe aber viel Zeit in unserer Bank. Hier habe ich alles: geschätzte Menschen, den Blick auf die markante Skyline und den Main mit der mediterranen Parkanlage „Nizza am Main“ gleich vor der Tür.

Meine Stadt

Wenn Frankfurt eines auszeichnet, dann: Offenheit. In anderen deutschen Großstädten ist es schwer, als Fremder in deren Gesellschaft aufgenommen zu werden. Frankfurt ist anders. Die Stadt hat eine lange Tradition, Menschen einzuladen, zu integrieren. Die Bürger sind engagiert. Sie konnten sich nie auf einen Fürsten oder Bischof verlassen. Von dieser Offenheit profitiert Frankfurt bis heute. Über den Flughafen ist Frankfurt perfekt mit der Welt verbunden. Und jetzt bringt auch noch der Brexit, so bedauerlich er an sich ist, neue Banken und Jobs. Nur in Deutschland neigen wir dazu, die Stadt eher kritisch zu sehen. Warum? Der Ruf der Stadt ist global besser als im eigenen Land.

Was müsste sich ändern?

Der Preis des Wachstums ist leider Wohnungsknappheit. Da muss etwas passieren, es muss schlicht mehr gebaut werden. Viele Menschen haben die Mittel dafür. Zu bauen und zu vermieten ist heute aber viel schwieriger und bürokratischer als früher. Das muss sich ändern für eine Investitionskultur.

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