Meine Stadt Stuttgart: Die guten Sachen muss man erben

Andreas Rieke, besser bekannt als And.Ypsilon von den Fantastischen Vier
Andreas Rieke, besser bekannt als And.Ypsilon von den Fantastischen Vier
© Robert Grischek
Andreas Rieke, besser bekannt als And.Ypsilon, ist Gründungs­mitglied der Fantastischen Vier. Mit Capital sprach er über seine Heimat Stuttgart

Andreas Rieke ist der Soundtüftler von Deutschlands erfolgreichster Hip-Hop-Band, den Fantastischen Vier. Der 50-Jährige ist der stille Mann im Hintergrund. Wie seine Bandkollegen verließ auch Rieke seine Heimatstadt, lebte in Hamburg und Köln. Als Einziger von ihnen kehrte er aber nach Stuttgart zurück. Ein Entschluss, den er nie bereut hat. Für ihn war es ein Neuanfang an seinen Wurzeln. In Stuttgart betreibt er ein Tonstudio, unterstützt verschiedene Künstler und ist die deutsche Stimme von Pinguin Rico aus der „Madagascar“-Filmreihe.

Meine Heimat

Ich würde mich nicht als typischen Schwaben bezeichnen. Aber da, wo man aufwächst, wird man natürlich sozialisiert. Mit allem, wie die Schwaben so ticken. Auch mit der Kehrwoche. Das irritiert mich also nicht. Erst nachdem ich in anderen Städten lebte, habe ich gemerkt, dass die Heimat auch ihre Vorzüge hat. Ich mag die Mentalität der Menschen hier. Und die Lebensqualität.

Meine erste Wohnung

Das war eine tolle kleine Maiso­nettewohnung in der Calwer Straße, direkt in der Fußgängerzone. Eine ideale Junggesellenbude. Direkt gegenüber war mein Lieblingsclub Red Dog. Perfekt!

Mein Haus

Heute wohne ich in einem Haus am Hang mit toller Aussicht. Vom Wohnzimmer blicke ich über Stuttgart und auf den gegenüberliegenden Hang. Herrlich. Zudem haben wir einen Garten mit großen, alten Bäumen. Sehr lauschig. So etwas hat kein Neubau. Erst hatte ich das Haus gemietet, dann konnte ich den Besitzer überzeugen, es mir zu verkaufen. Ein absoluter Glücksgriff. In Stuttgart heißt es eigentlich, die guten Sachen kann man nicht kaufen, die muss man erben.

Meine Stadt

An Stuttgart mag ich die 3D-Topo­grafie. Die Hügel, die Täler. Das hat keine andere Stadt. Ringsum gibt es viele Wälder und Seen. Die Atmosphäre in der Stadt ist entspannt, aber auch geschäftig. Arbeit wird anerkannt und auch unterstützt. Mir gefällt diese Wertschätzung. Die Menschen in Stuttgart sind zu­frieden. Das hat sicherlich auch wirtschaftliche Gründe.

Meine Lieblingsorte

Mein Lieblingsplatz ist die Karlshöhe. Sie sitzt genau auf dem Höhenzug, der Stuttgart teilt. Zwischen Kiefern gibt es einen netten Biergarten mit leckerem Essen, keine High-Class-Gastronomie, aber gut. Die Karlshöhe hat fast schon mediterranes Flair. Man könnte sich einbilden, der Verkehr aus der Stadt sei leises Meeresrauschen.

Mein Ausgehtipp

Seit acht Jahren bin ich Vater von Zwillingen und falle abends tot ins Bett. Von daher habe ich keinen brandaktuellen Tipp. Früher hätte ich die Wagenhallen empfohlen.
Die werden aber gerade umgebaut und eröffnen erst im Herbst wieder. Die Wagenhallen sind ein sehr cooles kulturelles Zentrum.

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In dieser Reihe erzählen Wladimir Kaminer und Udo Walz (beide Berlin), Wolfgang Niedecken (Köln), Sönke Wortmann (Düsseldorf), Hans Rudolf Wöhrl (Nürnberg), Sebastian Krumbiegel (Leipzig), Charles Schumann (München), Corny Littmann und Lotto King Karl (beide Hamburg) sowie Tobias Rehberger und Friedrich von Metzler (Frankfurt) was sie mit ihrer Stadt verbindet.


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