Meine StadtWolfgang Niedecken: „Köln ist mein Heimathafen“

Mehr Köln geht nicht: Wolfgang Niedecken von der Gruppe BAP
Mehr Köln geht nicht: Wolfgang Niedecken von der Gruppe BAPdpa

Wolfgang Niedecken ist Gründer und Frontmann von BAP, einer Institution des Kölschrock. Seit 1976 hat er mit seiner Band 25 Alben aufgenommen. Im Herbst erschien „Das Familienalbum – Reinrassije Strooßekööter“. Seit Mai ist die Band damit auf Tour. Der 67-Jährige engagiert sich mit anderen Kölner Künstlern in der Initiative „Arsch huh, Zäng ussenander“ seit 1992 gegen rechte Gewalt.

Meine Heimat

Köln ist mein Heimathafen. Ich fühle mich hier wohl. Die Stadt ist nicht die schönste Deutschlands, aber sie ist sehr herzlich und offen.

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Mein Haus

Vor 19 Jahren sind wir aus dem Zentrum der Kölner Südstadt an den Rand gezogen. Wir brauchten mehr Platz und einen Garten, denn unsere Kinder waren noch klein. Das Schönste: Von meinem Arbeitszimmer sehe ich den Rhein. Wenn ich das Fenster öffne, höre ich die Schiffe tuten. Nach hinten raus sieht es aus wie auf dem Land. Als ich das Haus gesehen habe, wusste ich: „Das ist es.“

Mein Wohnstil

Von allem etwas. Wir sind Sammler und Jäger, Platten, Bücher, viel Marokkanisches. Bei uns ist kein Plätzchen frei. Ich habe auch noch eine Reihe alter Möbel von meinen Eltern und Großeltern.

Meine Stadt

Köln ist eine gemütliche Stadt mit liebenswerten Menschen. Natürlich gibt es da die Köln-„Besoffenen“, doch dieses „Kölle first“ ist nicht mehr so stark, es ist eine ganz gesunde Liebe. Den berühmt-berüchtigten Kölsche Klüngel halte ich übrigens für einen Mythos. Den gibt’s überall, in Köln hat man nur einen Namen dafür. Man kennt sich, man hilft sich – solange das nicht ins Kriminelle abrutscht, kann man das auch als Nachbarschaftshilfe ansehen.

Meine Lieblingsorte

Die Südbrücke: Als Junge stand ich da oft drauf, habe den Zügen nachgeschaut und mir vorgestellt aufzuspringen. Das war der Inbegriff des Fernwehs. Außerdem mag ich den Vierlingsturm hoch oben auf dem Kölner Dom. Wann immer es geht, versuche ich, dort zu Foto­shoo­tings hinzukommen. Der Dom hat ja eine unglaubliche Geschichte – 400 Jahre Bauruine, dann haben die Preußen ihn fertig gebaut und für die Dachkonstruktion Stahl verwandt. Nur deshalb hat die Kirche die Bomben im Zweiten Weltkrieg überlebt.

Mein Gastrotipp

Das Früh „Em Veedel“ direkt neben dem Severinstor. Das war schon die Stammkneipe meines Opas. Da hat ihn meine Mutter, seine jüngste Tochter, öfter mal rausgeholt. Eine kölsche Institution, da hat sich fast nichts verändert. Dienstag ist Reibekuchentag, nicht gerade Trennkost, aber ab und zu muss das mal sein.

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