neu
Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland




Immobilienpreise und Mietspiegel: Berlin

Wenn Holger Surmann und seine Frau auf Wohnungssuche gehen, dann nehmen sie jetzt immer ein Bündel Scheine mit. Das ist auch der Grund, warum Surmann nicht mit seinem echten Namen in der Zeitung stehen will. Das Geld ist für die Reservierungsgebühr. Mehrmals schon wurde ihm eine Wohnung vor der Nase weggeschnappt, weil er nicht schnell genug zusagte. „Lieber schieße ich jetzt 1000 Euro für die Reservierung in den Wind, habe mir dafür aber Zeit gekauft, um in Ruhe zu überlegen“, sagt Surmann. Die Wohnungssuche in Berlin sei die Hölle.

Das Paar sucht eine Eigentumswohnung, 80 bis 90 Quadratmeter, maximal 400.000 Euro. Möglichst Prenzlauer Berg oder Mitte. Gut ein Dutzend Objekte haben die beiden sich in den vergangenen Monaten angeschaut, mehrere Absagen kassiert und einiges erlebt.

Da war zum Beispiel die Wohnung in Mitte. Etwas kleiner als gewünscht, aber gut geschnitten und mit 270.000 Euro günstig. Surmann und seine Frau sagten der Maklerin, sie würden sich binnen einer halben Stunde melden. Als sie ihr noch aus dem Café die Zusage schickten, war es schon zu spät. Ungesehen hatte ein anderer 40.000 Euro mehr geboten.

Surmann sucht weiter, durchforstet die gängigen Onlineportale, hat Makler angeschrieben. Doch Rückmeldungen bekommt er kaum.

Der Berliner Immobilienmarkt ist heiß gelaufen ...

mehr erfahren
Teilen:

Immobilien- und Mietpreise in Berlin

Top-Makler

Der Immobilienmarkt in Berlin

Wenn Holger Surmann und seine Frau auf Wohnungssuche gehen, dann nehmen sie jetzt immer ein Bündel Scheine mit. Das ist auch der Grund, warum Surmann nicht mit seinem echten Namen in der Zeitung stehen will. Das Geld ist für die Reservierungsgebühr. Mehrmals schon wurde ihm eine Wohnung vor der Nase weggeschnappt, weil er nicht schnell genug zusagte. „Lieber schieße ich jetzt 1000 Euro für die Reservierung in den Wind, habe mir dafür aber Zeit gekauft, um in Ruhe zu überlegen“, sagt Surmann. Die Wohnungssuche in Berlin sei die Hölle.

Das Paar sucht eine Eigentumswohnung, 80 bis 90 Quadratmeter, maximal 400.000 Euro. Möglichst Prenzlauer Berg oder Mitte. Gut ein Dutzend Objekte haben die beiden sich in den vergangenen Monaten angeschaut, mehrere Absagen kassiert und einiges erlebt.

Da war zum Beispiel die Wohnung in Mitte. Etwas kleiner als gewünscht, aber gut geschnitten und mit 270.000 Euro günstig. Surmann und seine Frau sagten der Maklerin, sie würden sich binnen einer halben Stunde melden. Als sie ihr noch aus dem Café die Zusage schickten, war es schon zu spät. Ungesehen hatte ein anderer 40.000 Euro mehr geboten.

Surmann sucht weiter, durchforstet die gängigen Onlineportale, hat Makler angeschrieben. Doch Rückmeldungen bekommt er kaum.

Der Berliner Immobilienmarkt ist heiß gelaufen. So empfinden es viele Hauptstädter. Von einer Überhitzung könne hingegen keine Rede sein, sagt Nikolaus Ziegert, Gründer von Ziegert Bank- und Immobilienconsulting. Schon gar nicht von einer Blase. „Der Preisanstieg ist gesund“, sagt der Makler. Wohnungen in Berlin seien gefragt, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Interessenten wachse. Und das Angebot sei nun mal begrenzt. Für die kommenden fünf, sechs Jahre rechnet Ziegert mit einem weiteren Preisanstieg um 50 Prozent. Erst dann habe Berlin das Niveau einer europäischen Hauptstadt erreicht. „Berlin ist auf dem besten Weg, die Immobilienhauptstadt Deutschlands zu werden“, sagt Sebastian Fischer, Geschäftsführer bei Engel & Völkers. Inzwischen hält er in Berlin alles für möglich. Selbst Preise wie in New York oder Paris. „Vor zwei, drei Jahren hätte ich gesagt, das ist irre, aber nun halte ich es für denkbar.“

Die Preisexplosion ist einfach zu erklären: Jedes Jahr wächst Berlin um bis zu 50.000 Einwohner. Bis 2030 könnte die Stadt an der Grenze von vier Millionen Einwohnern kratzen. Damit hat das Bevölkerungswachstum die Dynamik von New York erreicht. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenquote sinkt, die Kaufkraft steigt. Sexy ist Berlin noch, arm aber nicht mehr. Seit dem Brexit und der Wahl von Donald Trump verspüren die Makler der Stadt auch -stärkeres Interesse aus Großbritannien und den USA. In einer chaotischen Welt gilt Berlin als sicherer Hafen.

In keiner anderen Stadt Deutschlands ist jedoch das Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot größer, heißt es in einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. In Berlin werde viel zu langsam, zu teuer und am Bedarf vorbei gebaut, sagt Michael Voigtländer, einer der Autoren der Studie.

Wie gespannt die Lage ist, zeigt das „NeuHouse“ zwischen Checkpoint Charlie und Jüdischem Museum. Seit Februar ist das Ensemble aus Alt- und Neubau mit 75 Wohnungen im Verkauf, zehn Reservierungen hat Makler David Borck schon. Dabei kostet der Quadratmeter im Schnitt 6600 Euro, die Penthouses sind teurer. Für den Eigentümer Münchner Grund dennoch zu billig – er will die Preise hochsetzen.

Auch die Grundstückspreise gehen durch die Decke. Am Alexanderplatz wurde ein Grundstück im Jahr 2014 für 20 Mio. Euro angeboten, zweieinhalb Jahre später kostete es 90 Mio. Euro. In Mitte kletterte binnen fünf Jahren der Preis für ein Areal von 4 auf 72 Mio. Euro. Kein Wunder, dass Berlin in die Höhe wächst. Sechs Wohnhochhäuser wurden 2016 fertiggestellt, 19 sind in Planung, darunter zwei Projekte am Alexanderplatz. Das US-Unternehmen Hines will dort bauen, ebenso die russische MonArch-Gruppe – 475 Apartments auf 39 Stockwerken.

Viele Berliner klagen, Luxusimmobilien zerstörten den Markt. Doch das ist ein Klischee. 2015 wurden gerade mal 174 Objekte verkauft, die teurer als 1 Mio. Euro waren.

 

capital.de, 12.05.2017
Aktuelle Beiträge
Unternehmen sollten vorausschauen mehr lesen
"Wir haben bei Hertha Potenzial gesehen" mehr lesen
Lars Vollmer
Der Mythos vom demütigen Helden mehr lesen
5 Lektionen was Manager von Golfern lernen können mehr lesen
Verhandeln ist ein Sport
3 Tipps für den Verhandlungssieg mehr lesen
Capital Newsletter Capital - Die Woche: jeden Freitag das Beste aus sieben Tagen Capital.
Top Artikel
Großraumbüros sind bei Tech-Unternehmen wie Google im Trend.
CEOs wollen ihre Büros zurück mehr lesen
Einfach mal abschalten: Hier gibt es garantiert keinen Handempfang.
Einfach mal offline gehen! mehr lesen
Clemens Maier
Ravensburger - Spiel des Lebens mehr lesen
Wo Anleihen Zinsen bringen mehr lesen
5 Prinzipien, die erfolgreich machen mehr lesen

Weitere Immobilienpreise in der Umgebung von Berlin

Berlin-Moabit

Von Jens Brambusch
Moabit wird bald zu den teuersten Lagen in Berlin aufrücken. Gut, dass es nördlich des Hauptbahnhofs noch ein Niemandsland gibt, das bislang vor allem mit neuen Bürogebäuden Schlagzeilen machte. Zwischen ehemaligem Lehrter Güterbahnhof, Nordhafen und längst ...

mehr erfahren
Berlin-Friedrichshain - Kreuzberg

Von Jens Brambusch
Friedrichshain-Kreuzberg ist geprägt von den drei großen „M“: Mode, Medien und Musik. Zusammen mit dem Müßiggang ergibt sich daraus das einzigartige Lebensgefühl, das für ganz Berlin steht, aber nirgends in der Hautstadt so gelebt wird, wie in den ...

mehr erfahren
Berlin-Tempelhof

Von Jens Brambusch und Monika Dunkel
Seit neben der Flughafenpiste Schafe grasen und Drachen steigen, sind Häuser und Wohnungen rings um Europas größte Grünfläche inmitten einer Stadt begehrt. Nur: Das Angebot ist mager. So gibt es dort derzeit nur zwei größere ...

mehr erfahren
Berlin-Neukölln, Stadtteil

Von Jens Brambusch
Vor allem auf junge Menschen aus dem Ausland übt Neukölln mit seinem Szenebezirk Kreuzkölln an der Grenze zu Kreuzberg eine scheinbar magische Anziehungskraft aus – mit der Folge, dass auf der Reuter- und der Hobrechtstraße mittlerweile fast mehr Englisch als ...

mehr erfahren
Berlin-Tiergarten

Moabit wird bald zu den teuersten Lagen in Berlin gehören. Gut, dass es nördlich des Hauptbahnhofs noch ein Niemandsland gibt, das bislang vor allem mit neuen Bürogebäuden Schlagzeilen machte. Zwischen ehemaligem Lehrter Güterbahnhof, Nordhafen und längst vergessenem Todesstreifen am ...

mehr erfahren
Berlin-Weißensee

Der Kiez rund um den Weißen See ist begehrt. Wer im teuren Prenzlauer Berg nicht fündig wird, versucht sein Immobilienglück oft ein paar Kilometer weiter nördlich. Der See lädt zum Baden oder Bootfahren ein, der umliegende Park bietet auf 21 Hektar mehrere Spielplätze, eine Freilichtbühne ...

mehr erfahren
Berlin-Wedding

Wer Mitte sagt, meint in der Regel die Straßenzüge um den Gendarmenmarkt. Doch auch der Wedding gehört zum Bezirk. Vom Renommierprojekt „Sapphire“ in der Chausseestraße, der Verlängerung der Friedrichstraße, sind es nur noch ein paar Meter bis in den Stadtteil, der noch vor Kurzem als ...

mehr erfahren
Berlin-Pankow, Stadtteil

Von Monika Dunkel
Schon die Honoratioren der DDR wussten die Lebensqualität im nördlichen Stadtteil Pankow zu schätzen: In den Villen am Majakowskiring schufen sie sich abgeschottete Refugien. Diese Villen zählen heute wieder zu den beliebtesten Objekten in Pankow. Auch die anderen ...

mehr erfahren
Berlin-Alt-Treptow

In Alt-Treptow überwiegen gute und mittlere Wohnlagen.
Kaufpreise
Eigentumswohnungen aus dem Bestand (älter als 3 Jahre) werden im Schnitt zu 3.238 €/m² angeboten, Neubauwohnungen kosten im Schnitt 4.474 €/m².
Eine Betrachtung ...

mehr erfahren
Berlin-Lichtenberg

Von Jens Brambusch
Viele Jahre wurde der Bezirk im Osten der Stadt vom Immobilienmarkt ignoriert. Die Plattenbauten in den Stadtteilen Lichtenberg, Fennpfuhl und Friedrichsfelde prägten das wenig schmeichelhafte Image als trister Stadtteil mit dem Charme der darbenden DDR. Zudem liegt ...

mehr erfahren
Weitere aktuelle Artikel auf Capital.de
  • Interview

"Chinesen wollen deutsche Marken"

Richard Liu E-Commerce-Plattform JD.com gilt als das "Amazon Chinas". Im Interview erklärt er, warum Chinesen Fälschungen satt haben. mehr lesen

  • Management
Flugangst trifft oft Manager.

4 Tipps gegen Flugangst

Für viele Manager sind Flugreisen der Horror. Mit diesen Tipps wird die Dienstreise im Flieger erträglicher. Von Marion Klimmer mehr lesen

  • Kolumne
Christoph Bruns

Utopia an der Börse

Stellen Sie sich vor, die Deutschen legen ihr Geld in Aktien an. Das bleibt wohl auf absehbare Zeit ein frommer Wunsch. Von Christoph Bruns mehr lesen