WeltwirtschaftsforumWas in Davos wichtig wird

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In Davos trifft sich die globale Elite wieder zum Weltwirtschaftsforumdpa

Im Schweizer Bergort Davos treffen sich ab Dienstag wieder führende Persönlichkeiten, Vorstandsvorsitzende, Denker und Prominente zum Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums. Der Veranstaltung eilt der Ruf voraus, dass sich dort in großer Höhe die globale Elite trifft, um sich mit den von WEF-Gründer Klaus Schwab ausgewählten Themen auseinanderzusetzen: von der Deglobalisierung bis zur vierten industriellen Revolution.

In diesem Jahr, in dem das WEF sein 50-jähriges Jubiläum feiert, liegt eine besondere Brisanz über dem Alpenort. Die Aussichten für den Handel und das Wachstum der Weltwirtschaft, die Technologieunternehmen (die bei früheren Treffen gefeiert wurden, jetzt aber im Blickpunkt der Regulatoren stehen), die Zukunft des Multilateralismus und die geopolitische Ordnung stehen vor wachsenden Herausforderungen.

Zu dem Druck und den Selbstzweifeln der Teilnehmer kommt noch eine vielschichtige Umweltkrise hinzu, die dieses Jahr alle fünf Spitzenplätze im Jahresbericht des WEF über die größten Risiken der Welt belegt – zum ersten Mal.

Hier sind fünf zentrale Punkte, die in Davos 2020 wichtig sind:

Wird Donald Trump sich von seiner freundlichen Seite zeigen?

Im vergangenen Jahr war Donald Trump wegen des teilweisen „Shutdowns“ seiner Regierung der Veranstaltung ferngeblieben. 2018 hatte er seine Rede in Davos genutzt, um scharfe Töne in Sachen Handel anzuschlagen – damals ein erster Hinweis auf die dann folgenden Spannungen.

Nachdem der US-Präsident in der vergangenen Woche ein erstes Teilabkommen mit China unterzeichnet hat, wird erwartet, dass er bei der diesjährigen Veranstaltung milder gestimmt ist. Letzte Woche sagte er: „Wir wollen, dass die Wirtschaftsführer [in Davos] alle in die Vereinigten Staaten kommen.“

Dennoch werden Trumps Worte aufmerksam auf eventuelle geopolitische Manöver hin durchleuchtet werden – seine jüngste Entscheidung, die Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani im Irak zu genehmigen, hat die Instabilität im gesamten Nahen Osten noch verstärkt.

In Davos haben führende Politiker der Welt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez, die Chance zum ersten Mal im persönlichen Gespräch über die Entwicklungen zu diskutieren. Einige werden allerdings nicht kommen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Premierminister Justin Trudeau bleiben fern. Großbritannien entsendet Schatzkanzler Sajid Javid, da Premierminister Boris Johnson zu Hause bleibt.

Der Auftritt Trumps auf der Weltbühne steht im deutlichen Kontrast zu den Geschehnissen in Washington – das Amtsenthebungsverfahren im Senat wird voraussichtlich am Dienstag beginnen, kurz nach seiner Rede in Davos.