GastbeitragWarum Shared-Mobility die Zukunft gehört

Shared-Mobility spart Kosten und Platzmytaxi

Unsere Städte leiden täglich unter zähem Stop-and-Go-Verkehr, die Fahrzeiten für Pendler werden immer unkalkulierbarer, Anwohner sind genervt von Parkplatznot, Lärm und schlechter Luft. Kein Wunder, dass Verkehr und Mobilität gerade in Ballungsräumen zunehmend im Fokus der Diskussionen stehen. Kaum ein Bereich des menschlichen Alltags ist so wichtig – und gleichzeitig in großen Teilen so ineffizient – wie der motorisierte Individualverkehr im urbanen Raum: Private Pkw stehen im Schnitt 95 Prozent der Zeit und belegen wertvollen Raum. Und selbst wenn sie fahren, transportieren sie im Schnitt nur 1,2 Personen.

Die Art, wie wir uns in Städten fortbewegen, muss sich grundlegend ändern. Wir brauchen Angebote, die zu einer Reduktion des Individualverkehrs führen, darüber sind sich Verkehrsexperten, Kommunen und Bürger einig. Der Wandel ist bereits in vollem Gange, sichtbar zum Beispiel an vielen neuen Shared-Mobility-Geschäftsmodellen: Bike-, Scooter- und Car-Sharing, Shuttle-Services und Ride-Sharing-Angebote kämpfen im urbanen Raum um Marktanteile.

Auch das Taxigewerbe unternimmt wichtige Schritte, um die vorhandenen Flotten auf den Straßen wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen: Taxi-Bestellungen erfolgen bereits digital über Apps, die ein Höchstmaß an Transparenz und Bequemlichkeit bieten.

Mobilitätsangebote als attraktive Alternative zum eigenen Auto

Eine weitere wichtige Innovation in diesem Kontext ist das Teilen einer Fahrt mit Fahrgästen, die in gleicher Richtung unterwegs sind. In den Großstädten Hamburg, Berlin und München gibt es schon entsprechende Angebote, weitere Städte folgen bald. Taxi-Sharing lastet bereits vorhandene Taxiflotten besser aus und spricht gleichzeitig neue, preissensitive Zielgruppen an.

Damit urbane Mobilität reibungslos und flächendeckend funktioniert, ist es wichtig, eine Mischung aus Angeboten zu entwickeln, die Mensch und Umwelt nicht weiter belasten. In vielen Ballungsräumen ist inzwischen ein attraktiver Mix aus Bike-Sharing, Car-Sharing, Taxi (-Sharing), Mietwagen, Bus & Bahn etc. entstanden. Wenn der Mix dieser Verkehrsarten zukünftig von multimodalen Mobilitätsplattformen für den Fahrgast effizient organisiert werden kann und deren Nutzung etwa durch gemeinsames Ticketing möglich ist, dann wird er zu einer attraktiven Alternative zum eigenen Auto in der Innenstadt.

Taxis ergänzen den klassischen ÖPNV

Dabei spielen die traditionellen Säulen der städtischen Mobilität – der ÖPNV und das Taxi – auch zukünftig eine zentrale Rolle. Gerade Taxis können den Verkehr deutlich effizienter gestalten, denn sie ergänzen den klassischen ÖPNV und füllen dessen räumliche und zeitliche Lücken. Mit ihrer Betriebs-, Beförderungs- und Tarifpflicht gewährleistet das Taxigewerbe die Verfügbarkeit eines Transportmittels zu jeder Tages- und Nachtzeit, an jedem Ort und zu kalkulierbaren, transparenten Preisen. Umso entscheidender ist es, dass sich das Taxigewerbe richtig positioniert und weiterhin eine verlässliche Säule städtischer Mobilität bleibt.

Mit der App-Technologie hat sich im Ridesharing-Segment auch die Verkehrsart “Mietwagen” (mit Chauffeur) weiterentwickelt. Mietwagen wurden in den 1960er Jahren als Chauffeur-Service im Personenbeförderungsgesetz (PBefG) definiert. Diesen Service gab es stets nur auf Vorbestellung für Kunden mit gehobenen Ansprüchen, während das Taxi die Beförderung für das breite Kundensegment entgegennahm. Einen direkten Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen sah das Gesetz folglich gar nicht vor. Aufgrund der Möglichkeit, Fahrten per App zu vermitteln, mischt inzwischen auch das Mietwagengewerbe kräftig im Wettbewerb um Fahrgäste mit.