VG-Wort Pixel

Gründerboom Rekordfinanzierung für Energie-Start-ups

Das Geschäft mit Solaranlagen läuft – auch für Start-ups, die nach Investoren und frischem Geld suchen
Das Geschäft mit Solaranlagen läuft – auch für Start-ups, die nach Investoren und frischem Geld suchen
© Getty Images
Das Investitionsklima für Start-ups hat sich deutlich eingetrübt. Doch es gibt Ausnahmen: Gründungen im Energiesektor bekommen so viel Geld wie nie, trotz der allgemeinen Finanzierungsnot

Investitionen in europäische Energie-Start-ups erreichen ein neues Rekordhoch. Seit Jahresbeginn sind insgesamt 10,9 Mrd. Dollar in Zukunftstechnologien wie Solar, Wasserstoff und Kernfusion geflossen. Das Finanzierungsvolumen übertraf somit bereits im Oktober die Gesamtsumme von 2021, die bei rund 10,2 Mrd. Dollar lag. Das geht aus Zahlen der Analysefirma Dealroom hervor, die Capital vorliegen.

Von dem Boom profitieren auch deutsche Start-ups. Die größte Finanzierungsrunde im Energiebereich in Höhe von 200 Mio. Euro ging dieses Jahr an den Hamburger Photovoltaikanbieter 1Komma5°, gefolgt vom Berliner Konkurrenten Zolar mit 100 Mio. Euro und dem Dresdener Wasserstoff-Start-up Sunfire mit 86 Mio. Euro. Auch das Berliner Einhorn Enpal hat seine Finanzierung noch einmal um 70 Mio. Euro aufgestockt. Das Unternehmen verkauft Komplettpakete für Solaranlagen und Energiespeicher im Abomodell.

„Seit Jahresbeginn hat sich die Nachfrage nach Solarenergie verdreifacht“, sagt Mitgründer Mario Kohle. Aktuell installiere seine Firma rund 2000 Solaranlagen pro Monat.

Die neue Capital erscheint am 17. November
Die neue Capital erscheint am 17. November

Die jungen Energieunternehmen trotzen damit dem allgemeinen Negativtrend in der Start-up-Szene. Krieg, Inflation und eine generelle Unsicherheit trüben seit März das Investitionsklima. Risikokapitalgeber stecken in der Folge deutlich weniger Geld in europäische Start-ups. Mit 86,9 Mrd. Dollar liegen die Investitionen aktuell rund 27 Prozent unter dem Vorjahr. Bis Jahresende werden sie wahrscheinlich unter dem Niveau von 2021 bleiben.

Die Sonderkonjunktur für Energie-Start-ups hängt laut Investoren mit zwei Faktoren zusammen. „Um den Klimawandel zu bewältigen, gibt es derzeit ein Umdenken bei der Erzeugung, der Speicherung und dem Verbrauch von Energie“, sagt Hendrik Brandis vom Münchener Wagniskapitalgeber Earlybird. Das treibe auch die Investitionen. Der Krieg in der Ukraine sorgt für zusätzlichen Druck. „Die aktuelle Energiekrise hat die Verlagerung von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien und mehr Unabhängigkeit beschleunigt“, sagt Tim Jungblut von der französischen Investmentfirma Eurazeo. Technologien wie Solarenergie, Energiespeicher oder Wärmepumpen würden jetzt attraktiver.

Die neue Capital erscheint am 17. November erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es in Apples App Store, bei GooglePlay – und in unserem neuen Premium-Abo Capital+ unter dem Menüpunkt „Digitales Magazin“

Mehr zum Thema

Neueste Artikel