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Die Stunde Null Lichtblick-COO Wolf: „Es kommt eine Habeck-Lücke bei den Erneuerbaren“

Lichtblick-Geschäftsführer Enno Wolf
Lichtblick-Geschäftsführer Enno Wolf
© Jonas Walzberg / picture alliance/dpa
Der Hamburger Versorger – einer der Pioniere des „grünen Stroms“ warnt davor, dass neue Projekte ausgebremst werden. Geschäftsführer Enno Wolf gibt dem Wirtschaftsministerium die Schuld – weil es überhöhte Gewinne bei Anbietern abschöpfen will

Sie waren einer der Vorreiter für erneuerbaren Strom in Deutschland: Als der Hamburger Energieversorger Lichtblick 1998 gegründet wurde, war „grüner“ Strom noch ein Nischenprodukt. Heute hat Lichtblick über eine Million Kunden und macht mehr als 1 Mrd. Euro Jahresumsatz. Allerdings fürchtet das Unternehmen angesichts der aktuellen Politik für den Strommarkt um den Ausbau von Sonne und Wind: „Es kommt eine Habeck-Lücke“, sagt Co-Geschäftsführer Enno Wolf mit Blick auf den amtierenden grünen Wirtschaftsminister im Podcast „Die Stunde Null“. „Es werden Großprojekte torpediert, die wir eigentlich dringend bräuchten.“ Schon jetzt sei erkennbar, dass das Interesse der Investoren an derlei Vorhaben abnehme.

Wolfs Begründung: Die Bundesregierung plant, die bald geltende Strompreisbremse über eine „Erlösabschöpfung“ gegenzufinanzieren, bei der ungewöhnlich hohe Gewinne von Stromanbietern abgezogen werden sollen. „Die Erlösabschöpfung führt zu Bremswirkungen bei den Erneuerbaren“, sagt Wolf. Stattdessen seien ein Ausbau und eine sinkende Stromnachfrage wichtig, um die Energiekrise nach Russlands Angriff auf die Ukraine zu bewältigen. Die Strompreisbremse selbst hält Wolf für eine gute Idee – allerdings müsse die Förderung auf eine Weise gegenfinanziert werden, die den Anbietern weniger schade.

Lichtblick, das lange lediglich grünen Strom anderer Produzenten an seine Kunden verkauft hatte, plant derzeit im großen Stil in die Erzeugung einzusteigen. Mit Investitionen von etwa 100 Mio. Euro pro Jahr soll der eigene Anteil am angebotenen Stromportfolio auf 25 Prozent gehoben werden. „Wir planen weiter mit Zubau“, sagt Wolf. „Und wir hoffen, dass wir die Habeck-Lücke überstehen.“

Hören Sie in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • warum Lichtblick seine Kunden zum Stromsparen anhält,
  • was die größten „Energievampire“ im Haushalt sind,
  • was Lichtblick als Alternative zur „Erlösabschöpfung“ vorschlägt.

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