VorstandsumbauBeiersdorf gibt China-Geschäft in neue Hände

Der Klassiker der Gesichtscremes kommt aus dem Hause Beiersdorf. Nivea belegt Platz 8 der beliebtesten Marken der Deutschen.
Der Klassiker der Gesichtscremes kommt aus dem Hause Beiersdorf. Nivea belegt Platz 8 der beliebtesten Marken der Deutschen.dpa

Bei Beiersdorf übernimmt Personalchef Zhengrong Liu zusätzlich operative Verantwortung für das brachliegende Chinageschäft. Der 51-jährige Vorstand aus Schanghai, seit vielen Jahren deutscher Staatsbürger, soll endlich Erfolge auf dem am schnellsten wachsenden Kosmetikmarkt der Welt erzielen. Bisher versuchte sich in China sein Vorstandskollege Ralph Gusko, der jedoch spätestens Ende 2019 gehen muss. Auch der frühere Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich mischte sich streckenweise stark ins dortige Geschäft ein – ebenfalls vergeblich. Nun will sein Nachfolger, der Belgier Stefan De Loecker, die Dauerbaustelle endlich beseitigen.

Zhengrong Liu ist seit fünf ­Jahren im Beiersdorf-Vorstand

Beiersdorf kommt bisher vor allem mit der Hauptmarke Nivea nicht richtig voran, während das Geschäft mit der Luxuslinie La Prairie besser läuft. Der Hamburger Konsumgüterkonzern hält sich traditionell bedeckt mit konkreten Zahlen zu seinem Chinageschäft, Insider sprechen jedoch von „grottenschlechten“ Ergebnissen – vor allem verglichen mit anderen Regionen in Asien, zum Beispiel Indien.

In China entwickelte sich die Übernahme der lokalen Haarpflegelinie Slek vor zehn Jahren zu einem Desaster. Mehrere Sanierungsversuche scheiterten, nun muss Liu untersuchen, ob es noch eine Alternative zum Verkauf gibt. Mit einem neuen „Innovation Center“ vor Ort will Beiersdorf zugleich neue Produkte für den chinesischen Markt entwickeln.
Liu gilt als zupackender und unorthodoxer Manager. Schon bisher verantwortete der Personalchef nebenbei Bereiche, die in anderen Dax-30-Konzernen eher beim Vorstandschef angesiedelt sind – etwa die Konzernkommunikation.

Auch der Neubau der Beiersdorf-Verwaltung in Hamburg-Eimsbüttel fällt in seine Zuständigkeit. Der Politologe und Anglist hat seine gesamte Karriere im Personalbereich durchlaufen: bei Bayer, Lanxess und seit 2014 als Vorstand bei Beiersdorf. Im operativen Geschäft war Zhengrong Liu dagegen bisher noch nicht tätig.