Weltfrauentag6 Zahlen zum Weltfrauentag

Frauen machen zwar die Hälfte der Weltbevölkerung aus, sind aber in vielen Bereichen noch unterrepräsentiert. PIxabay

Frauen und Männer sind in Deutschland formal gleichgestellt. Trotzdem gibt es viele Bereiche, in denen Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrscht. Das zeigt sich besonders in der Wirtschaft und Politik. Diese sechs Zahlen zeigen, an welchen Stellen die Diskrepanzen besonders groß sind:

# 2,5 Prozent

Der Anteil an weiblichen CEOs in deutschen Unternehmen beträgt gerade einmal 2,5 Prozent. Das zeigt eine EY-Studie zu weiblichen Vorstandsmitgliedern von 2018. Zudem sind in den Vorständen von Dax, MDax und SDax- Unternehmen nur 8,6 Prozent weiblich. Die Telekommunikationsbranche weist dabei noch den höchsten Frauenanteil auf (16 Prozent). Das Schlusslicht bildet hingegen die Handelsbranche, hier sind nur 3 Prozent der Vorstandsmitglieder weiblich. Die Studie fand außerdem heraus: Weibliche Vorstandsmitglieder erfüllen meistens operative Funktionen (30 Prozent), sieben Prozent nehmen die Rolle des CEOs ein.

# 29,4 Prozent

Weniger als ein Drittel der Führungspositionen in deutschen Unternehmen werden von Frauen besetzt. Damit landet Deutschland im EU-weiten Vergleich nur im unteren Drittel – und das schon seit Jahren. Dem Statistikportal Statista zufolge, ist der Frauenanteil in den vergangenen 20 Jahren zudem nur um drei Prozent gestiegen. Als Führungsposition definiert das Portal dabei alle Vorstände und Geschäftsführerinnen sowie Führungskräfte in Handel, Produktion und Dienstleistungen.

# 72 Prozent

In allen EU-Staaten kümmern sich Frauen deutlich mehr um Kinderbetreuung, Kochen und Hausarbeit, so auch in Deutschland. Hier beträgt der Anteil an Frauen, die täglich Hausarbeit verrichten 72 Prozent. Im Vergleich: Nur 29 Prozent der Männer betätigen sich täglich im Haushalt. Das zeigt eine Studie des Statistischen Bundesamtes.

Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer

# 27,7 Prozent

Auch in der Politik ist die Gleichstellung noch nicht angekommen: Dem European Institute for Gender Equality zufolge beträgt der Anteil an weiblichen Ministerinnen in den nationalen Regierungen der 28 EU-Länder gerade einmal 26,8 Prozent. Mit 73,2 Prozent bilden die Männer dagegen die Mehrheit. In den nationalen Parlamenten sieht es ähnlich aus: Auch diese bestehen durchschnittlich zu 27,7 Prozent aus Frauen und zu 72,3 Prozent aus Männern.

# 21 Prozent

Männer und Frauen verdienen in Deutschland unterschiedlich viel. Der Gender Pay Gap, also der allgemeine Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, beträgt ganze 21 Prozent. Während Frauen einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 16,59 Euro erhalten, sind es bei den Männern 21 Euro.

# 15,1 Prozent

Auch im Bereich der Unternehmensgründung herrscht ein Ungleichgewicht. Der deutsche Startup Monitor 2018 fand heraus, dass der Anteil an weiblichen Start-up-Gründerinnen zwar in den letzten vier Jahren konstant angestiegen ist, aber immer noch nur 15,1 Prozent beträgt. Zum Vergleich: Im allgemeinen Gründungsgeschehen beträgt der Frauenanteil 37 Prozent. Insgesamt lasse sich festhalten, dass Frauen in der Start-up-Szene noch unterrepräsentiert sind, so die Studie.