AutogrammNeuwagen im Check: Mercedes-Benz G 500

Ein blauer Mercedes-Benz G 500 fährt
Mercedes-Benz G 500Daimler

Das Auto

40 Jahre lang gab es die erste G-Klasse im Mercedes-Benz-Programm. Als Nutzfahrzeug fürs Militär entwickelt wurde sie zum Kultmobil für reiche Vorstädter. Erst als es unvermeidlich wurde, entschieden sich die Stuttgarter für eine komplette Neuentwicklung Geblieben ist der hohe Preis: Der Achtzylinder-Benziner mit 422 PS schlägt mit 107.000 Euro zu Buche.

Der Look

Obwohl eine komplette Neukonstruktion, ist die zweite Generation des G-Modells von der ersten kaum zu unterscheiden: Das kantige Design, die Proportionen, die Rundscheinwerfer ähneln stark dem Vorgänger. Dabei wurden nur zwei Teile übernommen: Die Blinker oben auf den Kotflügeln, die jetzt aber bei einem Unfall in Sekundenbruchteilen eingezogen werden, und die stabilen Türgriffe.

Das Fahrgefühl

Der Fahrersitz ist mehr ein Hochsitz. Übersicht gibt es genug, Platz leider nicht: Warum geht es in diesem Riesenauto so eng zu? Vorne gibt es nun eine Einzelradaufhängung statt einer Starrachse. Dennoch: Kurven mag der 2,5-Tonner nicht wirklich. 610 Newtonmeter Drehmoment schieben mächtig an. Er will lieber ins Gelände, zum cruisen auf den Boulevard – oder an die Tankstelle: Der Verbrauch liegt bei 16 Litern. Wenn Greta Thunberg das erfährt, bekommt Mercedes ein Problem.

Das digitale Extra

Dieses Auto ist analog, nicht digital, und dafür lieben es seine Fans auf allen Kontinenten. Wo SUVs die Kraft elektronisch und über Bremseingriffe verteilen, hängt bei der G-Klasse ein Verteilergetriebe mit Lamellenkupplung im Leiterrahmen. Das verteilt die Kraft an die Achsen. Dort sitzen Differentialsperren mit Klauenkupplung, die auch im tiefem Schlamm für Vortrieb sorgen. Das ist noch Maschinenbau!

Was der Hersteller sagt

„Stronger than time“, stärker als die Zeit, mit diesem Slogan bewirbt Mercedes seinen modernen Oldtimer – und hat zur Premiere ein altes Modell in Acryl gegossen wie das Präparat eines Dinosauriers.

Was der Hersteller verschweigt

Die soziale Akzeptanz solcher Zweieinhalbtonner mit deutlich zweistelligen Verbräuchen schwindet in der Klimadebatte schneller als die Gletscher der Alpen. Man muss kein Anhänger der Klima-Kirche sein, um dieses Auto fast schon blasphemisch zu finden.