Uhren„Den Sekundenzeiger einer Uhr zu beobachten, beruhigt mich“

Percy Christian Schoeler, Luxify
Percy Christian Schoeler, LuxifyLuxify


Percy Christian Schoeler ist Herausgeber und Chefredakteur des Luxusportals Luxify und zudem Uhrenexperte. Die erste „gute“ Armbanduhr trug er mit 16 Jahren am Handgelenk, und seitdem treibt ihn beruflich wie privat die Welt der mechanischen Werke und Komplikationen um. Wenn er nicht gerade Nobelkarossen testet oder auf hoher See an einem Captain’s Dinner teilnimmt.


 

Capital: Wie würden Sie Ihren Uhrengeschmack beschreiben?

Eine gesunde Portion Mainstream mit einem leichten Hang zur Skurrilität.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie im Laufe einer Woche?

Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Zeiten, da wechsle ich die Uhren zweimal am Tag, und dann trage ich aber auch mal ein Exemplar gleich ein paar Wochen am Stück.

Nach welchen drei Kriterien suchen Sie eine (neue) Uhr aus?

In erster Linie sollte sie mir optisch gefallen. Außerdem muss mich die Geschichte der jeweiligen Manufaktur ansprechen. Und wenn sie dann noch am eigenen Handgelenk gut ausschaut, passt alles. Vorausgesetzt, sie ist überhaupt erhältlich. Das muss man ja heutzutage immer dazusagen.

Können Sie sich noch an Ihre erste Uhr erinnern?

Ich kann mich noch an jede meiner Uhren erinnern. Die erste selbst gekaufte „gute“ Uhr aber war eine Rolex Submariner. Auf die hatte ich mehrere Jahre gespart, ehe es mit 20 endlich soweit war. Ein großartiges Gefühl!

Ihr bester Tipp zum Zeitsparen im Alltag oder Job?

Als Meister der Prokrastination wäre ich selbst für jeden Tipp dankbar.

Ihr bester Tipp gegen Verschieberitis?

Darf ich Ihnen diese Frage vielleicht morgen beantworten?

Warum hat die Armbanduhr bisher die digitale Transformation überlebt?

Sie ist ein Stück Beständigkeit in unserer schnelllebigen Zeit. Danach sehnen sich doch die meisten von uns, glaube ich. Den Sekundenzeiger einer mechanischen Uhr bei seinem immergleichen Weg über das Zifferblatt zu beobachten, ist für mich ausgesprochen beruhigend.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten – in welches Jahr würden Sie reisen und warum?

Was Uhren betrifft wohl ins Jahr 1969/70. Damals entstanden ein Großteil der Modelle, die bis heute die Faszination vieler Sammler beflügeln. Eine farbenfrohe Zeit, in der fleißig experimentiert wurde, angetrieben durch die Präsentation der ersten Chronographen mit automatischem Aufzug. Reichlich Schönes, noch mehr Skurriles. In dieser Zeit ausgiebig shoppen gehen zu können, das wäre ein Traum.

Welche Uhr ist Ihnen besonders lieb und teuer?

Meine Chrono-Matic von Breitling, die sich mein Vater vor rund 50 Jahren kaufte. Seit seinem viel zu frühen Tod halte ich sie in Ehren, und sie erinnert mich an diesen ganz besonderen Menschen. Von dem ich übrigens sicherlich das, Pardon, „Uhrenvirus“ geerbt habe.