Beste AusbilderTalanx: „Unsere Azubis haben mehr Kontakt mit Kunden“

Fahnen der Talanx AG wehen im Wind
Fahnen der Talanx AG wehen im Wind dpa

Capital: Das Internet verändert das Versicherungsgeschäft. Brauchen Sie deshalb auch andere Auszubildende?

THOMAS BELKER: Wir müssen vor allem in der Ausbildung viel stärker auf Kundenbedürfnisse eingehen. Es reicht nicht, Produkte anzubieten. Die Auszubildenden sollen auch lernen, neue Produkte zu entwickeln. Deshalb kommen sie von Anfang an verstärkt in Kontakt mit Kunden.

Ist das wirklich so neu?

Sagen wir, das Berufsbild wird weiterentwickelt. Vor allem sind die Kundenbedürfnisse andere geworden. Die Kunden sind nicht mehr bereit, drei oder vier Wochen auf eine Police zu warten. Sie bringen oft durch das Internet schon sehr viel mehr Wissen mit und erwarten eine schnellere Bearbeitung. Hinzu kommt, dass wir durch die digitale Entwicklung Daten anders nutzen können.

Daten- und Digitalexperten wollen alle Arbeitgeber haben. Was können Sie denen als Versicherung bieten?

Die Konkurrenz betrifft natürlich alle, nicht nur unsere Branche. An kleineren Standorten werden die Bewerbungen tatsächlich deutlich weniger, an großen eher nicht. Wir müssen zeigen, dass wir als Arbeitgeber auch digital und modern sind. Wir bieten spannende Projekte wie einen Hackathon oder das international zusammengesetzte Digital-Lab.

Auszubildende verlangen auch flachere Hierarchien. Funktioniert das?

Natürlich gibt es ein anderes Hierarchieverständnis. Junge Menschen wollen auf Augenhöhe angesprochen werden. Und manche Vorgesetzte müssen sich an den anderen Umgang gewöhnen. Das Bild von den Büros hat sich auch räumlich stark gewandelt. Wir halten das für eine gute Entwicklung.